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Freundin geschlagen und vergewaltigt?

Prozessauftakt Freundin geschlagen und vergewaltigt?

Er redet und redet und redet. Bis ins Detail schildert der Angeklagte den fünf Richtern, wie er seine damalige Freundin kennengelernt hat. Gerne holt er dabei ganz weit aus. „Früher war ich ein Macho-Schwein“, bekennt der 32-Jährige.

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Quelle: Symbolfoto

Bückeburg. Nachdem er der jungen Frau nähergekommen ist und mehr über sie erfahren hat, soll plötzlich alles anders gewesen sein: „Du musst ihr das Gefühl geben, dass es nicht nur Schweine auf dieser Welt gibt“, will der Bückeburger zu sich selbst gesagt haben. „Du musst ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen.“

Das klingt nach einem verständnisvollen Partner. Staatsanwalt Lukas Veith zeichnet ein völlig anderes Bild des Angeklagten. „Besitz ergreifend und eifersüchtig“ soll der 32-Jährige gewesen sein, seine Lebensgefährtin geschlagen und ihr sexuelle Gewalt angetan haben. Die Anklageschrift umfasst 13 Taten, verteilt über mehrere Jahre Beziehung, die erste datiert von Januar 2011.

In dem Prozess, der gestern vor der 2. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht begonnen hat, geht es um gefährliche Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Vor allem aber geht es um acht Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung, nach Erkenntnissen Veiths begangen in Bückeburg.

Mehrfach soll der Mann seine Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Eines Nachts im September 2014 soll er sich Zutritt zu jenem Mehrfamilienhaus verschafft haben, in dem die Bückeburgerin wohnte. Zunächst habe der 32-Jährige diese als „Hure“ und „Schlampe“ beleidigt, heißt es in der Anklageschrift. Danach soll er die Frau gewürgt und sechs bis sieben lang zugedrückt haben. „Der Angeklagte hörte erst auf, als sie in sich zusammensackte“, so Staatsanwalt Veith.

Vergewaltigungen habe das Opfer“aus Angst über sich ergehen lassen“. In einem dieser Fälle soll der mutmaßliche Täter gedroht haben, seine Freundin umzubringen, falls sie ihn verlasse oder bei der Polizei anzeige. Laut Anklage hat das Paar eine sogenannte On/Off-Beziehung geführt, in der mehrfach Schluss war, bevor es beide wieder miteinander versuchten.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Wenn der 32-Jährige, ein wiederholt vorbestrafter Mann mit Knasterfahrung, danach gefragt wird, holt er besonders weit aus und möchte alles „von vorne erzählen“. Er beginnt dann lange vor dem Zeitraum, um den es geht. Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der Kammer, hatte zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Weil Aussage gegen Aussage steht, hat das Gericht die Hauptverhandlung gestern ausgesetzt, um ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Frau einzuholen. Das kann Monate dauern.

Kommt es zum Schuldspruch im Sinne der Anklage, muss der Bückeburger mit mehreren Jahren Haft rechnen. Inhaftiert ist er bereits seit Oktober 2014. Zur Verhandlung führen ihn mehrere Justizwachtmeister vor. Die Frau wird vom Bückeburger Büro der Opferhilfe betreut. ly

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