Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Frischer Wind in die „Stätte“

Bückeburg Frischer Wind in die „Stätte“

„Im Verlauf der vergangenen Jahre ist die Angebotsvielfalt in der Jugendfreizeitstätte gerade für Jugendliche und junge Erwachsene vernachlässigt und wenig aktiv gefördert worden.“ Wer das sagt, ist Dan Bürcher, der neue Leiter der Jugendfreizeitstätte. Und das soll jetzt unter seiner Regie anders werden. Bürcher will ein neues jugendadäquates Angebot initiieren und Jugendliche und junge Erwachsene aller sozialer Schichten in den Alltag der Stätte eingliedern.

Voriger Artikel
Gut vorbereitet in die Ausstellungssaison
Nächster Artikel
Sprachrohr für die Eltern

Alles heller, alles freundlicher, Latte Macchiato statt Tee: Nach den Vorstellungen des neuen Leiters der Jugendfreizeitstätte, Dan Bürcher (l) und der Jugendlichen soll die „Teestube“ entrümpelt und einen neuen Namen bekommen.

Quelle: wk

Bückeburg. Er sehe sich als beratende Instanz. Mit der Stätte und ihren Einrichtungen werde ein Rahmen gesetzt, der von den Jugendlichen gefüllt werden muss, sagte Bürcher, als im Ausschuss für Jugend und Familie das neue Konzept und die Neuausrichtung vorstellte: „Ich bin kein Hausleiter, der alles bestimmt und vorgibt.“ Die Einrichtung habe sich in den vergangenen Jahren zu sehr auf den Kinderbereich mit einem Angebot für Sechs- bis Zwölfjährige konzentriert. Dieses Programm soll nach seinen Vorstellungen abgespeckt und innovativer werden, ohne die Belange der bisherigen Benutzer zu übergehen. Auch das Alter der Zielgruppe soll auf Achtjährige und älter angehoben werden.

 Sieben Punkte listete Bürcher auf, die er in den kommenden Monaten gemeinsam mit Jugendlichen umsetzen will oder aber bereits auf den Weg gebracht hat, um mehr Jugendliche und Heranwachsende in die Stätte zu locken. Im Mittelpunkt steht die Umgestaltung des Erdgeschosses in einen jugendadäquaten Veranstaltungs- und Aktionsraum. Die Jugendlichen sollen sich gerne in dem Haus aufhalten, seine Freizeitmöglichkeiten nutzen und/oder eigen Projekte initiieren. Die jetzige „Teestube“, deren Namen noch auf die Gründungszeit damals noch als Unabhängiges Jugendzentrum (UJZ) zurückgeht, soll aufgepeppt und umbenannt werden. Frei nach dem Motto „kein Tee, sondern Latte macchiato“ soll der Raum ein Jugendcafé werden. Wie bisher soll das Café vom UJZ betrieben werden, eine sehr gute Struktur. „Das Prinzip ist großartig, dass Jugendliche durch das Betreiben des Cafés demokratisches Handeln und Hauswirtschaften lernen.“ Das Problem sei, dass der Verein inzwischen „relativ dünn“ besetzt ist und Nachwuchs brauche. Wofür er und der Streetworker Felix Jauer werben. Der Raum selbst soll heller und freundlicher gestaltet werden. Wobei die Jugendlichen ihre Kreativität walten lassen können.

 Der Eingangsbereich soll ebenfalls räumlich und farblich verändert werden. Dort sollen aktuelle und hausinterne Veranstaltungen beworben und angekündigt, außerdem Aufbewahrungsmöglichkeiten für Flyer installiert werden. Auch die Halle wird weiß gestrichen. Sie soll künftig im Rahmen größerer Veranstaltungen als Ausweich- und Erweiterungsmöglichkeit für die Teestube genutzt werden. Wie umriss Bürcher das derzeitige Aussehen: „Bilder von 30 Jahren Geschichte der JFS und Basteleien aus Kindergarten und Hort an den Wänden. Dazu abgenutzte Möbel.“

 Wiederbelebt werden soll auch der Musikbereich der „Stätte“, dieser Bereich, der bis vor einigen Jahren Jugendliche auch aus dem weiteren Umkreis an die Jetenburger Straße lockte, als regelmäßig Festivals angeboten wurden oder die „Grupo di Suono“ noch ihr Tonstudio betrieb. Nun soll nach den Vorstellungen Bürchers erst einmal wieder eine umstandslos funktionierende Übertragungsanlage beschafft werden, damit überhaupt wieder Konzerte oder kleine Festivals veranstaltet werden können: „Die bestehende PA genügt nicht den Ansprüchen professioneller und semiprofessioneller Künstler.“ Es bestehe Bedarf an „diversen Neuanschaffungen“. Die technische Wartung wollen zwei Hausbesucher übernehmen.

 Kurz vor der Eröffnung ist bereits die Fahrradwerkstatt. Die Garage, in der bisher die Spielkisten gelagert waren, ist ausgeräumt, eine Werkbank steht bereits. Nun wird noch Werkzeug benötigt, damit die Jugendlichen ihre Bikes selbst reparieren können. Auch hier gibt es Hausbesucher, die ihren Altersgenossen zeigen und anleiten, wie Räder repariert werden. Bückeburg verfüge über eine sehr aktive Fahrradkultur, warb Bürcher: „Viele Jugendliche und junge Erwachsene betreiben begeistert diverse Radsportarten in und um Bückeburg.“ Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel für diese Altersgruppe.“

 Die Außenanlage soll ebenfalls umgestaltet werden. Nach Bürchers und den Vorstellungen der Jugendlichen soll ein „Beachclub“ gebaut werden, in dem ein Teil des Rasens durch eine Sandfläche ersetzt wird: als Ruhe- und Entspannungsraum in den Sommermonaten, wenn die Teestube nach außen verlegt werden kann, um dort Musik zu hören, neue Ideen zu entwickeln, zum Entspannen oder „chill out“ vor oder nach sportlichen Events auf der Skateanlage.

 Sicherheitsmängel müssen auch noch beseitigt werden. So muss ein zweiter Fluchtweg für den Spielekeller geschaffen werden. Was allerdings relativ schnell und kostengünstig vom Bauhof erledigt werden könnte. Und schlussendlich soll der Haus-Rat wiederbelebt werden.

 „Ein ganzer Strauß von Neuigkeiten“, stellte die Ausschussvorsitzende Anka Knechtel (SPD) fest, die ihren Ausschussmitgliedern mit auf den Weg gab, sich im Zuge der bevorstehenden Haushaltsberatungen Gedanken zu machen, was wann wie erledigt werden kann. Bürcher solle auch schnellstmöglich Zahlen liefern, welche Kosten für was zu erwarten sind.rc

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg