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Fröhlich, harmonisch und einträchtig

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Fröhlich, harmonisch und einträchtig

Der Besucherandrang am ersten Veranstaltungswochenende des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) in Bückeburg dürfte – wie erwartet – alle bisherigen Rekorde in den Schatten gestellt haben.

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Stimmungsvoll: Feuerfontänen beim Nachtkonzert von Saltatio Mortis.Fotos: jp

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Exakte Zahlen gab der Veranstalter wie gewohnt nicht bekannt. Aber dass allein bereits während des Nachmittags die beiden riesigen Campingbereiche bis direkt an die B83 restlos belegt waren und eine dritte Camp-Site jenseits der Straße Am Hasengarten weitere Dauerbesucher mit Zelten und Campinganhängern aufnahm, sprach bereits überdeutlich Bände. Und als das MPS ab dem Nachmittag auf sämtlichen Bühnen gleichzeitig mit Musik-, Turnier- und Fechtkampfdarbietungen Vollgas gab, da reichten die Publikumsmassen davor sprichwörtlich so weit, wie das Auge reicht.

„So viele Phantastillionen hatten wir hier noch nie“, schätzte Publikumsliebling Horis El Hammamy, der als Mönch „Bruder Rectus Halleluja“ seit Jahren für die Moderation zahlreicher Programmpunkte verantwortlich zeichnet. Zu dem Ansturm beigetragen haben dürfte neben der ungewöhnlichen Anhäufung zugkräftiger Bands, allen voran die inzwischen auch auf den größten Festivals beheimateten Mittelalter-Rocker Saltatio Mortis, die Folkbarden Versengold und Pagan-Folk-Band Faun, aber auch das Wetter, das sich zum Auftaktwochenende mit strahlender Sonne, jedoch eben nicht zu heißen Temperaturen in geradezu phantastischer Festivallaune zeigte.

„Einzigartiger Rekordtag, grandios und friedlich“

Die Freude und Erleichterung darüber, dass das Bückeburger MPS nach der bestürzenden Nachricht über ein mögliches gerichtliches Verbot nun doch wie geplant mit dem gesamten vorgesehenen Programm über die Bühne gehen konnte, war dabei nicht nur aus unzähligen geradezu euphorischen Facebook-Kommentaren herauszulesen, sondern beim Bad in der Menge der Besuchermassen förmlich mit den Händen zu greifen. Besuchermassen, die übrigens wie jedes Jahr nicht nur ungemein enthusiastisch zu feiern wussten, sondern auch absolut friedlich und ohne jegliche Zwischenfälle, was auch die Polizei Bückeburg auf Nachfrage bestätigte.

Von einem „einzigartigen Rekordtag, grandios und friedlich“ sprach Veranstalter Gisbert Hiller in einer ersten Facebook-Botschaft. Nicht einmal Diebstähle oder Verschmutzungen auf den Camp-Sites habe es gegeben.

Zufrieden und fröhlich

Nicht wenige glaubten sich da geradezu im genauen Gegenentwurf zu den Gewaltexzessen während der Ausschreitungen in Hamburg wiederzufinden. So wie beispielsweise Jollina Winter (37) und ihr Mann Niko Winter (40), die in der Gewandung des Volks der „Abgeschworenen“ – eine Erfindung des Computerspiels „Skyrim“ – aus der Elbmetropole auf die Mausoleumswiese gekommen waren und es ungemein genossen, hier statt Straßenschlachten und brennender Autos Zehntausende Menschen fröhlich, harmonisch und einträchtig miteinander vereint zu erleben. Auch an anderer Stelle fanden die Hamburger Krawalle ihren Widerhall: Beim Spectaculum werde das Feuer wie von Gott gewollt dazu verwendet, nicht nur die Leiber zu wärmen, sondern auch die Herzen, meinte Horis El Hammamy alias Bruder Rectus bei der „Morgenmesse“, wie sich die traditionelle Markteröffnung seit drei Jahren nennt. Wer jedoch das Feuer verwende wie bei den G20-Ausschreitungen in Hamburg, den möge „der liebe Herrgott mit dem Blitz auf dem Aborte treffen“.

Und noch ein weiterer Effekt: Trotz der enormen Menschenmassen suchte man eine Besuchergruppe diesmal vergeblich. Gäste in der Gewandung von Orks, jener vom „Herr der Ringe“-Autor J.R.R.Tolkien ersonnen ungeheuerähnlichen Krieger-Wesen aus der Fantasy-Welt Mittelerde, fehlten am Auftaktwochenende nahezu völlig. Niko Winter aus Hamburg wusste den Grund dafür: „Die meisten von denen sind Polizisten, und die sind beim G20-Gipfel im Einsatz.“ jp

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