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Fünf Alpakas bringen die Anden aufs Schloss

Bückeburg / "Ährensache" Fünf Alpakas bringen die Anden aufs Schloss

An Tieren aus Landwirtschaft sowie Haus und Hof gab es nicht wenige auf der Schaumburger Landmesse „Ährensache“ zu bewundern. Das exotischste Flair brachten jedoch mit Abstand die fünf Alpakas an den drei Veranstaltungstagen nach Schloss Bückeburg. Dabei hatten sie mitnichten eine sonderlich lange Anreise: Die eigentlich in den südamerikanischen Anden beheimateten Paarhufer stammten vom Alpakahof Sonneborn im südlich von Rinteln gelegenen Barntrup-Sonneborn.

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Ulla Büchsenschütz und Steffen Hofmann mit ihren fünf Alpakas Cäsar, Filou, Paco, Aramis und Jimmy. © jp

Bückeburg (jp). Alpakas sind wie die mit ihnen verwandten Lamas eine domestizierte Kamelform. „Lamas und Alpakas haben als gemeinsame Vorfahren die Vikunjas, die wilden südamerikanischen Kamele“, erklärt Steffen Hofmann, der zusammen mit seiner Frau Ulla Büchsenschütz den Alpakahof betreibt. „Während die Lamas aber überwiegend als Arbeitstiere gehalten und verwendet werden, wurden die Alpakas wegen ihrer wertvollen Wolle aus den Vikunjas heraus gezüchtet.“

Wertvoll ist diese Wolle heute mehr denn je – und das vor allem aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl von Alpakas weltweit. In großer Zahl gehalten wurden die Tiere nämlich vor allem von den Inkas. Nach der Eroberung durch die spanischen Conquistadoren brachten diese die europäischen Schafe mit und verdrängten lange Zeit die Nutztiere der heimischen Indios, bis diese nahezu ausgestorben waren.

Heute leben wieder etwa drei Millionen Alpakas in Peru, Bolivien und Chile, in Deutschland sind es etwa 2000. Ulla Büchsenschütz und Steffen Hofmann, ursprünglich in der Jugendarbeit aktiv, entdeckten ihre Begeisterung für die flauschigen Südamerikaner, als sie vor vier Jahren einem befreundeten Tierpfleger bei der Einrichtung seines Tierhofes halfen. Heute sind beide mit ihren fünf Alpaka-Hengsten Cäsar, Filou, Paco, Aramis und Jimmy – er ist benannt nach dem Led-Zeppelin-Gitarristen Jimmy Paige – sowohl im therapeutischen als auch im Veranstaltungsbereich tätig. „Der außergewöhnliche Charakter dieser Tiere macht sie für die Therapie so wertvoll“, erklärt Steffen Hofmann.

Es ist diese einmalige Mischung aus Sanftheit, Neugierde, Einfühlsamkeit, Zärtlichkeit und Eleganz sowie der Gesichtsausdruck der Tiere mit diesen riesigen, dunkeln, faszinierenden Augen, die Alpakas so beeindruckend wirken lässt: „Der Mensch ist gezwungen, sich ganz langsam, überlegt und behutsam zu verhalten, damit das Tier vertrauen fasst“, so Steffen Hofmann. „Alpakas nehmen sehr vorsichtig Kontakt auf. Wenn sie sich dann aber jemandem nähern, ist dies ein unglaublich beglückendes Gefühl.“ Ähnlich wie in der Tiertherapie mit Pferden oder mit Delfinen können Alpakas daher in verschiedenen Situationen therapeutische Hilfestellung leisten: Menschen mit Kontaktängsten beispielsweise können – ebenso wie die Tiere – lernen, Vertrauen und Zuneigung zu fassen.

Ebenso heilsam können die Paarhufer auf Personen mit nervösen Störungen, Überarbeitung oder Burn-out-Syndrom wirken.

Doch die südamerikanischen Wollträger bieten noch viel mehr. „Wir veranstalten auch Kindergeburtstage, Rallyes und diverse andere Veranstaltungen im kreativen Bereich mit den Tieren“, so Steffen Hofmann. „Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.“ Bei geführten Wanderungen dürfen die Teilnehmer selbst ein Alpaka an der Leine führen. „Viele Berufstätige nutzen dieses Angebot, um sich bei einer Wanderung mit einem Alpaka einfach mal eine Auszeit zu gönnen, um komplett runter zu kommen und vom Arbeitsstress abzuschalten.“

Stress ist allerdings den Tieren selbst auch nicht unbekannt: „Wenn meine Alpakas hier auf der Landmesse den ganzen Tag von Hunderten von Besuchern umringt werden, dann ist das für sie genauso knochenharte Arbeit wie für einen Vertriebsmitarbeiter auf dem Messestand auf der Hannovermesse.“ Umso verständlicher, dass die Alpakas daher in den Nächten zwischen den Veranstaltungstagen nicht auf dem Schlossgelände blieben, sondern mit Steffen Hofmann und Ulla Büchsenschütz heim nach Sonneborn fuhren. „Unsere Tiere sind natürlich darauf trainiert, vielen fremden Menschen zu begegnen“, so Steffen Hofmann. „Aber wie jeder normale Arbeitnehmer brauchen sie abends ihre gewohnte Umgebung, um sich vom Stress des Tages zu erholen.“

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