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Ganz große Jägerei

Bückeburg / Konzert der „Bückeburger Jäger“ Ganz große Jägerei

Die beiden unter dem Namen „Bückeburger Jäger“ parallel existierenden Formationen Bigband und Blasorchester haben erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder gemeinsam auf einer Bühne gestanden. Beinahe vier Stunden lang zogen die rund 40 Interpreten alle Register ihres musikalischen Könnens, und zwar in derart beeindruckender Weise, dass eine Zuhörerin das Geschehen in einem einzigen Wort zusammenfasste: „Wahnsinn.“

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Zum Auftakt des Jubiläumskonzerts lassen Bigband und Blasorchester gemeinsam die „Bückeburger Festfanfare“ erklingen.

Quelle: bus

Von Herbert Busch

Bückeburg.   Der vom Kulturverein in Zusammenarbeit mit dem Museum der Ex-Residenz realisierte Ohrenschmaus präsentierte dem wie die Musiker bestens aufgelegten Auditorium im ausverkauften großen Saal des Bückeburger Rathauses einen gleichermaßen weit gespannten wie hochklassig dargebotenen Bogen kompositorischer Köstlichkeiten. Zwischen dem Auftakttitel, der kurz-knackigen „Bückeburger Festfanfare“, und der zusammen mit dem Publikum angestimmten (dritten) Zugabe „Wo die Weser einen großen Bogen macht“ erklangen Tonsetzungen und Zusammenstellungen, von denen nicht eine einzige auf lang anhaltenden Beifall verzichten musste.

„One, two … one, two, three, four …“, gab Senior Georg Wolff beim zweiten Stück frisch und frohgemut das flott galoppierende Tempo des Potpourris „Klassische Westernmelodien“ vor. Der Chef der Bigband, der unter dem Künstlernamen Wolff-Zawade komponiert und arrangiert, gefiel der Zuhörerschaft des von Birgit Tönsing und Dirk Hasse kenntnisreich und informativ moderierten Jubiläumskonzerts nicht nur als Dirigent, sondern auch als liebenswerter Charmeur – „Wir haben hier ein hochkarätiges Publikum“ – und – „Der macht sowieso, was ich sage, auch wenn ich nichts sage“ – als Hintergrunderheller des (Profi-)Kapellengefüges. Wolff prägte im Vorfeld des aus Anlass des 65-jährigen Bandbestehens organisierten Auftritts übrigens auch diesen wegweisenden Satz: „Es gibt nur eine Jägerei.“

Bei den Amateuren vom Blasorchester, in dem Sven Schnee die Dirigentenrolle ausfüllte, hob der Stückereigen mit dem klassischen „Medici“-Marsch an. Dass das (jüngere) Ensemble nicht nur im Bereich der althergebrachten Blasmusik unterwegs ist, stellte es gleich anfangs mit der konzertanten Filmmusik „L’ora della verita“ und dem zum Träumen und Innehalten einladenden „Mountain Panorama“ unter Beweis. Gleichwie musste das Orchester zunächst, wenn auch auf hohem Niveau, beim Applaus ein wenig zurückstecken.

Denn die Professionals hielten mit dem traditionellen „Jäger aus Kurpfalz“, dem augenzwinkernden „Murzel und Purzel“, dem angenehm sentimental und weit entfernt von grölendem Stadiongetöse interpretierten „Queen“-Hit „We are the Champions“ und vor allen Dingen mit einer fulminanten Auslegung von Andrew Lloyd-Webbers „Phantom der Oper“ dagegen.

Im Anschluss an die Pause landeten die Instrumentalisten mit jedem Titel einen Volltreffer. Das Orchester legte das einschmeichelnde „Wir Musikanten“, ein schunkelseliges „Böhmisches Märchen“ und den hurtig voranstrebenden Entdecker-Marsch „Abel Tasman“ vor. Die Bigband ließ allseits beliebte Film- („Krieg der Sterne“) und Musicalmelodien („Ich gehör’ nur mir“) folgen. Und nach zwei Dritteln der Programmstrecke – just hatte das Orchester das anheimelnde „Dem Land Schaumburg die Treue“ und das russische Weisen aufgreifende Quodlibet „Wo die Wolga fließt“ offeriert – war mit einer agilen böhmischen Polka auch schon die erste Zugabe fällig.

Die Bigband spornte die Rathaussaalbesucher mit Wolff-Zawades an eine kurzweilige Dampfertour erinnernde „Weserberglandfahrt“, dem ungemein feeligen „Creole Jazz“ und mit einer „Glenn-Miller-Story“, der das Attribut „glenn-zend“ zu verleihen war, zur Zugabeforderung an. Als Dreingabe steuerten die Profis den „Posthorn-Galopp“ zum Gesamterfolg des Abends bei.

Bleibt zu erwähnen, dass in beiden Formationen etliche Solisten zum Einsatz kamen. An dieser Stelle sollen aber lediglich Marleen Wedemeier und Jan Bigaj Erwähnung finden. Trompeterin Wedemeier, weil sie bei der „Post im Walde“ die mit Abstand jüngste Alleinvortragende war, und Schlagzeuger Bigaj, weil er das Auditorium auf einem für „Bückeburger Jäger“ ziemlich untypischen Instrument verblüffte. Der Drummer kam innerhalb der Zirkusmusiknummer „Erinnerung an Renz“ mit einer derart furiosen Xylofon-Demonstration daher, die allein das Eintrittsgeld wert gewesen wäre.

Es darf natürlich nicht verschwiegen werden, dass die Riesenhits der „Jäger“-Blasmusik, „Gruß an Kiel“ und „Fliegermarsch“, nicht gefehlt haben. Mit dem Kieler Gruß, dem der frühere Bigband-Dirigent Klaus Achs den stets aufs Neue mitreißenden Schwung verlieh, ging’s in die Pause. Beim Marsch der Flieger, ohne den das Blasorchester den Rathaussaal ohnehin nicht hätte verlassen dürfen, erlebten die Besucher im Finale ein Wiedersehen mit dem Ex-Orchester-Dirigenten Heiko Deterding.
Stehapplaus zum Abschied verstand sich nach diesen Darbietungen von selbst.

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