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Geber-Nehmer-Konferenz im Rathaus

Unbürokratische Hilfe als Ziel Geber-Nehmer-Konferenz im Rathaus

Die einen haben das Geld, um soziale und förderungswürdige Projekte oder aber Menschen zu unterstützen. Die anderen brauchen das Geld, wissen aber oft nicht, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um an Geld zu kommen. Deshalb hatte eine Arbeitsgruppe des Bündnisses für Familie zur ersten Geber-Nehmer-Konferenz ins Rathaus eingeladen, um die Geber und Nehmer zu vernetzen und zu erfahren, wo der Schuh drückt.

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Bückeburg. Ein Ergebnis der Konferenz, an der 36 Vertreter unterschiedlicher Institutionen und Vereine teilnahmen: Es soll eine „Bedürftigen-Card“ organisiert und auf den Weg gebracht werden, mit der die Menschen, die auf staatliche und freiwillige Hilfen angewiesen sind, einfacher und unbürokratischer an diese Unterstützung kommen können, ohne umfangreiche Nachweise führen zu müssen.

 Wie Heike Schildmeier und Kerstin Gorenc vom Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“ als Ideen- und Impulsgeber sowie Clemens Schwan von der Caritas, Ulrike Dommnich von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Anka Knechtel, Ratsfrau und Mitglied des Lokalen Bündnisses, sowie Stadtjugendpfleger Stefan Reinecke während eines Pressegesprächs erläuterten, sei die Unterstützung von Arbeitslosengeld-II-Empfängern und Flüchtlingen relativ einfach, da diese entsprechende Nachweise vorlegen können. Sehr viel schwieriger sei die Vergabe von Geldern oder Förderungen an Menschen, die unterstützende Sozialleistungen erhalten, da diese in der Regel nur sehr umständlich Nachweise vorlegen können, die nicht so einfach geprüft werden können. Das würde die Geberseite wegen des großen bürokratischen Aufwandes überfordern. Um dieses nun für beide Seiten zu vereinfachen, soll die „Bedürftigen-Card“ eingeführt werden. „Ein besserer Name ist uns leider bisher nicht eingefallen“, so Knechtel.

 Nach den Vorschlägen der Konferenz soll dazu in öffentlichen Einrichtungen eine Prüfstelle eingerichtet werden, die die Vergabe dieser Karte prüft und auch herausgibt. In den kommenden Tagen soll daher Kontakt mit dem Landkreis aufgenommen und Gespräche mit dem Landrat geführt werden, um die Bedürftigen-Karte auf den Weg zu bringen. Die Gesprächsteilnehmer unisono: „Der Landrat weiß noch nichts von seinem Glück.“ Knechtel: „Wir wissen, dass insgesamt ein dickes Brett zu bohren ist.“

 Als zweiter Schwerpunkte kristallisierte sich bei der Konferenz in diversen Arbeitsgruppen heraus, dass die Geber- und die Nehmerseite wenig voneinander wissen, eine Vernetzung also unbedingt angebracht ist. Vereinbart wurden daher regelmäßige Treffen, um sich auszutauschen, Projekte zu erörtern und Wissen, das die einen erworben haben, an andere weiterzugeben. So wurde deutlich, dass viele Geber wie etwa die Bürgerstiftung sowie Lions und Rotary Club an Satzungen gebunden sind, mit denen nur bestimmte Maßnahmen unterstützt oder gefördert werden dürfen: bei den Lions etwa nur Projekte, im Gegensatz zum Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“, der nur Einzelfälle unterstützen darf. Teilnehmer hätten hinterher gesagt, dass sie ihre Satzungen überarbeiten oder präzisieren wollen, um die Vergabe von Geldern zu erleichtern, schilderte Schildmeier. Die Nehmer-Seite wie etwa Fördervereine von Schulen oder Kindergärten erfuhren andererseits, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um an Gelder der Geberseite zu kommen.

 Eröffnet hatte die Konferenz Bernd Dittmer, der Geschäftsführer des Jobcenters Schaumburg, mit einem Referat zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Hilfen“. Anschließend wurde in Arbeitsgruppen über Fragen wie welche Form der Hilfe sinnvoll ist, wo wird mehr und wo weniger Hilfe gebraucht diskutiert. Auch die Vermeidung von Doppelförderungen, die rechtlich saubere Vernetzung und der unbürokratische Bedürftigkeitsnachweis für Menschen mit geringem Einkommen waren Themen.

Von Raimund Cremers

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