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Gedenktafel enthüllt

Erinnerung an Hugenotten Gedenktafel enthüllt

Eine Gedenktafel ist am Mittwoch an der Sparkassen-Hauptstelle in Bückeburg enthüllt worden. Die Tafel aus Obernkirchener Sandstein erinnert an die Gemeinde der Hugenotten von 1692 bis 1755, die im Bereich des Obersten Hofes gemeinsam mit den Deutsch-Reformierten eine Kirche errichtet und einen Friedhof belegt hatte.

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An der Sparkassen-Hauptstelle ist im Bereich des Obersten Hofes eine Gedenktafel enthüllt worden, die an die Kirche und den alten Friedhof der Reformierten Gemeinde erinnert. Bei Arbeiten zum Neubau waren im Mai 2014 Gebeine dort bestatteten Menschen gefunden und gesichert worden.

Quelle: rc

Bückeburg. Gebeine der dort Bestatteten waren bei den Arbeiten zum Neubau der Sparkasse am 20. Mai 2014 gefunden worden. Gut eineinhalb Jahre war um die Erstellung einer Gedenktafel beraten und diskutiert worden. „Was lange währt, wird endlich gut“, stellte Sparkassen-Vorstand Oliver Schiller bei der Enthüllung der Tafel fest.

Die Tafel ist von dem Bückeburger Bildhauer Peter Spielmann gestaltet und erstellt worden. Außer dem Schriftzug weist ein sogenanntes Hugenottenkreuz auf die Bedeutung des Platzes hin. Eine Infotafel gibt kurz und knapp einen historischen Aufriss. Von 1693 bis 1787 befand sich dort ein Friedhof. 1704 wurde eine Kirche errichtet, die 1815 nach einem Brandschaden abgerissen wurde. „Nicht nur ein Hugenottenfriedhof, sondern an erster Stelle ein reformierter Friedhof“, stellte die Historikerin und langjährige Vorsitzende des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, Roswitha Sommer, fest.

Kein Verständnis für das Bauamt

Der Pastor der Reformierten Gemeinde, Thomas Krage, war derjenige, der im Mai 2014 den Stein ins Rollen gebracht hatte. Er hatte schon damals sein großes Unverständnis geäußert und einen sofortigen und kompletten Baustopp gefordert: „Die Totenruhe darf nicht gestört werden, das ist unwürdig.“ Weitere Gräber dürften nicht zerstört werden, die Gebeine sollten unberührt im Boden bleiben, wie Krage auch während der kleinen Feierstunde erinnerte. Ihm sei unverständlich, dass den Verantwortlichen auch im Bauamt von dem Friedhof nichts bekannt gewesen sei, obwohl er im Vorfeld an entsprechenden Stellen Hinweise gegeben habe. Zumal schon beim Vorgängerbau sowie bei Straßenbauarbeiten Gebeine gefunden worden seien. Hinweise, die dem Bauherrn und dem Bauamt nicht vorlagen, wie Sparkassen-Bauleiter Ronald Haupt und Bürgermeister Reiner Brombach betonten.

Dank an die Sparkasse für Finanzierung

Damals sei nicht reagiert worden, stellte Albert Brüggemann als Vorsitzender des Kulturausschusses zu Funden beim Vorgängerbau und den Straßenarbeiten fest. Nun aber werde mit der Gedenktafel der Toten gedacht. Brüggemann war es, der in den vergangenen Monaten immer wieder Gespräche geführt und die Gedenktafel maßgeblich initiiert hatte. Er dankte der Sparkasse Schaumburg für die Finanzierung der Tafel.

Der Forderung des Pastors waren der Bauherr und die Experten einer eigens beauftragten archäologischen Grabungsfirma in Teilen nachgekommen. Die Archäologen gruben und sicherten die Gebeine im Bereich eines Kanalanschlusses, der Rest des Friedhofs blieb unberührt. Der Graben wurde seitens der Archäologen so hergerichtet, dass die Bauarbeiter den Entwässerungskanal nur noch verlegen mussten. Die Gebeine wurden später an den Kommunalarchäologen übergeben, ebenso alte Sarggriffe, Knöpfe, eine Brosche sowie eine Pistolenkugel. rc

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