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„Gedichte gehören zu meinen Alltagsfreuden“

Bückeburg / Interview „Gedichte gehören zu meinen Alltagsfreuden“

Ein Hörbuch mit Gedichten der 2011 im Alter von 81 Jahren verstorbenen DDR-Schriftstellerin Eva Strittmatter, die von der renommierten Schauspielerin Andrea Sawatzki gelesen und mit sanften Klassik-Klavierkompositionen berühmter Komponisten arrangiert werden, ist das neueste Projekt des ContraPunkt Hörbuchverlages von Frank Suchland.

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Mit Andrea Sawatzki auf dem Sofa: Frank Suchland in einer Besprechungspause bei den Aufnahmen zur 13. Hörbuch-CD seines Verlages.

Quelle: pr.

Bückeburg. Bückeburg (pr.) . Die Tonaufnahmen der gesprochenen Texte sind vor wenigen Tagen im Berliner Stimmgerecht-Studio über die Bühne gegangen. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Michael Werk gewährte der in Meinsen lebende Kreative einen Einblick in die Entstehung dieses Hörbuches und verrät, wie es ist, mit einer prominenten Person wie Andrea Sawatzki zusammenzuarbeiten. Herr Suchland, vor wenigen Tagen haben Sie die Tonaufnahmen für die voraussichtlich im Oktober 2012 auf den Markt kommende neue Hörbuch-CD Ihres ContraPunkt Hörbuchverlages in einem Berliner Tonstudio aufgenommen. Sprecherin war die Schauspielerin Andrea Sawatzki, die vielen Schaumburgern unter anderem aus dem Fernsehen durch deren Rolle als Tatort-Kommissarin bekannt sein dürfte. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Und war es für Ihren vergleichsweise kleinen Verlag schwer, die renommierte Künstlerin für das Hörbuch-Projekt zu verpflichten?

 Nein, schwer war es nicht. Wie in dieser Branche üblich, hatte ich wegen meines Vorhabens bei der Agentur angefragt, durch die Andrea Sawatzki vertreten wird. Ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, ist nicht an die Verlagsgröße gebunden. Was ist das für ein Verlag, wer steht dahinter und vor allem, was ist das für ein Stoff, der als Hörbuch aufbereitet werden soll, sind vielmehr die Fragen, die zu klären sind. Aufwendiger war es dann schon, den Termin zu koordinieren, wobei auch das Tonstudio mitspielen musste. Andrea Sawatzki selbst habe ich erst bei der Aufnahme persönlich kennengelernt. Vertont worden sind Gedichte der DDR-Schriftstellerin Eva Strittmatter, die später in Ihrem hauseigenen Tonstudio in Meinsen mit kurzen Klavierkompositionen von Chopin, Schumann, Satie und Mozart kombiniert werden sollen. Warum haben Sie Lyrik dieser Autorin ausgewählt, die hierzulande doch eher unbekannt sein dürfte?

 Gedichte gehören zu meinen Alltagsfreuden. Irgendwann war ich zufällig auf Werke von Eva Strittmatter gestoßen, hatte diese dann aber wieder aus den Augen verloren. Erst nach ihrem Tod im Januar 2011 begann ich, mich intensiver für ihre Arbeit zu interessieren und habe mir ihr Gesamtwerk besorgt. Die Gedichte von Eva Strittmatter sind wunderschön. Sie sind einfach, aber doch voller Tiefe und Schönheit, und erzählen häufig von der Natur. Und was ebenfalls wichtig ist: Ihre Gedichte sind noch nie im Rahmen eines Hörbuches interpretiert worden, und ihre schönsten Gedichte auch noch nie in einem Hörbuch zusammengefasst worden. Dass ich hier mit meinem Verlag Vorreiter sein kann, ist ein zusätzlicher Ansporn für mich. Der Aufbau Verlag, der die Rechte an Eva Strittmatters Werken vermarktet, war übrigens sehr erfreut, dass sie durch das Hörbuch posthum solch eine Beachtung erfährt. Und was ist das für ein Gefühl, mit einer so prominenten Künstlerin wie Andrea Sawatzki zusammenzuarbeiten? Mussten Sie als Regisseur und Produzent bisweilen korrigierend eingreifen? Mag man das bei so einer Person überhaupt?

 Hier gab es keine Probleme. Der große Vorteil war, das Andrea Sawatzki die Texte genauso mag wie ich. Sie war sozusagen hin und weg. Ich selbst hatte zudem schon im Vorfeld eine sehr klare Vorstellung davon, wer das wie lesen sollte. Deswegen fiel meine Wahl ja auch auf Andrea Sawatzki. Bei insgesamt 30 aufzunehmenden Gedichten gab es aber selbstverständlich auch Gesprächsstoff zu Fragen der Interpretation. Als ausgebildete Schauspielerin bot sie mir dann Alternativen an, aus denen ich diejenige ausgewählt habe, die mir am Besten gefallen hat. Einmal mehr wird eine Hörbuch-CD Ihres Verlages von der Sparkasse Schaumburg gesponsert. Wie wichtig ist deren finanzielles Engagement für so ein Projekt?

 Das ist sehr wichtig, denn das wirtschaftliche Risiko wird mit solchen Fördergeldern aufgefangen. Auch ist man nicht ständig gezwungen, kommerziell zu denken, sondern kann sich mit dem Werk eines Künstlers und dem zu vertonenden Stoff beschäftigen, ohne als Verleger sofort die Schere im Hinterkopf zu haben. Denn die Künstler und das Studio sind nicht für kleines Geld zu haben, hinzu kommen die Kosten für die benötigten Lizenzen und das Pressen der CD. Wenn das Hörbuch erst einmal fertig ist: Wie viel Arbeit steckt in so einem Projekt?

 Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht kontinuierlich daran arbeite. Denn ich mache ja noch andere Sachen und beschäftige mich auch mal zwei Wochen lang gar nicht mit dem Hörbuch. Das muss übrigens auch so sein, um etwas Abstand zu gewinnen und um andere Leute zwecks kritischer Beurteilung in das Projekt einzubinden. Außerdem muss man aufpassen, dass man sich in solch einem Projekt nicht verliert. Es ist auch immer wieder gut, mit frischen Ohren an die Sache heranzugehen. Fest steht aber: Im Oktober dieses Jahres wird das Hörbuch veröffentlicht! Eine letzte Frage: Das Hörbuch mit den Gedichten von Eva Strittmatter wird das mittlerweile 13. Hörbuch Ihres Verlages sein. Ein gutes oder ein schlechtes Omen?

 Wenn überhaupt ein gutes Omen (lacht), aber ich bin nicht abergläubisch!

 Mit Andrea Sawatzki auf dem Sofa: Frank Suchland in einer Besprechungspause bei den Aufnahmen zur 13. Hörbuch-CD seines Verlages. Foto: pr.

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