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Geisterjagd im Schloss Bückeburg


„Ghostbusters“ zu Gast in Bückeburg: Im Auftrag des NDR-Studios Hannover haben vier Mitglieder der „Paranormal Research Group Hamburg“ (PRGH) auf Schloss Bückeburg nach außergewöhnlichen Phänomenen gesucht. Begleitet von den Kameras der „boomerang filmproduktion“ fahndete die freie Interessengemeinschaft mit hochmoderner Technik nach mysteriösen Geräuschen, Veränderungen des Magnetfeldes und unerklärlichen Temperaturstürzen.

Gibt es auf Schloss Bückeburg Geister? Dieser Frage geht derzeit die „Paranormal Research Group Hamburg“ um Frank Werner, Alan Webb, Daniela Pethe und Doris Webb sowie Regisseur Andreas Knuffmann und seiner Film-Crew auf dem Dachboden nach und verteilt unter anderem Messgeräte – die ein zaghaftes Klopfen registrieren. mig

Bückeburg. Es ist eine Nacht, wie gemalt für so ein Unternehmen. Aus der Schlossgraft steigt Nebel auf, es ist kalt nass und finster. Eine Atmosphäre also, die auch aufgeklärte Zeitgenossen die Gänsehaut treibt. Nur einer freut sich über das unfreundliche Wetter: Regisseur Andreas Knuffmann von der Hamburger „boomerang filmproduktion“. Knuffmann hat die Bückeburg-Reise der Geisterjäger vorbereitet und lässt ihre Ankunft jetzt in einer dramatischen Einstellung filmen. „Ganz langsam aus dem Wagen steigen“, weist er Frank Werner, Alan Webb, Daniela Pethe und Doris Webb an. Direkt vor dem Schloss steigen die Vier aus einem schwarzen Golf, dann fällt die erste Klappe. Noch vier Wochen werden die Kameraleute die Mitglieder der PRGH begleiten, gedreht wird unter anderem auf dem Wilhelmstein und auf dem Rittergut Apelern. „Wir wollen das Ganze völlig unvoreingenommen dokumentieren“, sagt Knuffmann, „die Redaktion ist sehr offen“.

Offen sind auch die Mitglieder der PRGH. „Wir sagen nicht, es gibt Spuk, wir sagen aber auch nicht, dass es ihn nicht gibt. Wir sind Jein-Sager, lassen uns alles offen“, erklärt Frank Werner. Ob es auf Schloss Bückeburg wirklich paranormale Phänomene gibt, kann auch er zu Beginn der Untersuchung nicht sagen. Nur soviel: Das alte Schloss eignet sich hervorragend für die Geistersuche. „Oft finden wir etwas in alten Gefängnissen oder alten Schlössern, nur auf Friedhöfen findet man kaum etwas“, weiß Alan Webb. Äußern kann sich Spuk in Form von Schatten, Klopfen, Geräuschen, Stimmen oder sogar Poltergeistern. Immer wieder wird die Gruppe dann von verzweifelten Hausbesitzern gerufen. „Wir geben Betroffenen Hilfestellung und archivieren die Ereignisse. Wir sind für den alltäglichen Spuk zu Hause zuständig“, erklärt Frank Werner.

Trotz einer gewissen Voreingenommenheit geht die Gruppe „so wissenschaftlich wie möglich“ und mit „Skepsis“ an die jeweiligen Phänomene. Nach einem Vorgespräch, einer Ausschlussmessung und einer Recherche, kommt schließlich der beeindruckende Technikpark der PRGH zum Einsatz.

Mit Bewegungsmeldern, Thermometern, Diktiergeräten und EMF-Metern (Elektromagnetfeld-Messer wird nach fremden Stimmen oder Veränderungen der Luftfeuchte gesucht. Warum man paranormale Aktivitäten überhaupt messen kann, erklärt die PRGH auf ihrer Internetseite so: „Unserer Meinung nach braucht die Brücke zwischen dem Jenseits und unserer Erdebene sehr viel Energie.“

Durch das Schloss geführt wird die Gruppe an diesem Abend von Verwalter Alexander Perl. Das erste Ziel ist die alte Schlosskapelle, dann geht es über eine lange Wendeltreppe bis auf den Dachboden des Schlosses. Hier stehen ausgediente oder einmagazinierte Möbel, alte Bilder und Einrichtungsgegenstände. Im spärlichen Licht der Kameras stellen die Hamburger Diktiergeräte auf, prüfen das elektromagnetische Feld und messen die Temperatur.

Mit Erfolg. Ganz leise ist ein zaghaftes Klopfen zu hören. Ein Mitglied der PRGHH macht einen Kontakttest. Sekunden vergehen, dann antwortet ein weiteres Klopfen. „Das war wirklich sehr spannend“, erzählt der „totale Realist“ Andreas Knuffmann. „Erst klopft es und dann hört unser Kameramann Schritte, wo nach Aussage des Nachtwächters keine hätten sein dürfen.“

Am nächsten Morgen zieht auch Frank Werner ein positives Fazit: „Es kostet die Leute Überwindung, darüber offen zu sprechen. Dass uns hier eine Servicekraft erzählt hat, dass sie eine Gestalt auf dem Dach des Staatsarchivs gesehen hat, war schon ein großer Erfolg.“

Jetzt werden die Ergebnisse erst einmal ausgewertet und archiviert, voraussichtlich Ende April wird der 30-minütige Beitrag dann als Nordreportage bei N 3 um 18.45 Uhr zu sehen sein. mig

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