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Geistesgrößen der Aufklärung

Möser und Abbt Geistesgrößen der Aufklärung

Möglicherweise ist Justus Möser bislang nur Geschichtsinteressierten ein Begriff. Das könnte sich jetzt aber vielleicht ändern: Das Niedersächsische Landesarchiv, Standort Bückeburg, erinnert nämlich ab Dienstag, 25. Oktober, mit einer Ausstellung an den Osnabrücker Politiker und Publizisten.

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Kurator Martin Siemsen (links) und Archivleiter Stefan Brüdermann informieren über die bevorstehende Möser-Ausstellung.

Quelle: kk

Bückeburg. Er gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Nordwestdeutschlands zur Zeit der Aufklärung.Gleichzeitig wird im Archiv im Schloss Thomas Abbts gedacht, dessen Todestag sich am 3. November zum 250. Mal jährt. Abbt war ein enger Freund Mösers und mit dessen Tochter verlobt. Abbt ist eng mit der heimischen Geistesgeschichte verbunden. Er lehrte vier Jahre lang an der Universität in Rinteln und wirkte vor seinem Tod noch ein Jahr als Regierungsrat am Hofe des Grafen Wilhelm in Bückburg.

Anspruchsvolle Tafeln

Die Ausstellung über Möser wurde von Martin Siemsen konzipiert und war bisher unter anderem in Osnabrück, Halberstadt und Göttingen zu stehen. Auf großformatigen, grafisch anspruchsvoll gestalteten Tafeln wird über Mösers Leben und Wirken, aber auch über sein politisches und gesellschaftliches Umfeld informiert. Zu Wort kommen dabei auch Geistesgrößen wie Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe, die den vielseitig interessierten Osnabrücker zu schätzen wussten. Zahlreiche Abbildungen lockern die Darstellung auf.

Möser gilt als väterlicher Freund Abbts, der vor 250 Jahren in Bückeburg starb. Der Philosoph und Aufklärungspublizist machte sich nicht nur bei Zeitgenossen mit Schriften wie „Vom Tode für das Vaterland“ und „Vom Verdienste“ einen Namen. 1761 kam er als Mathematikprofessor an die Universität Rinteln. In seiner Rintelner Zeit verfasste Abbt auch den ersten Leitartikel der „Rintelischen Anzeigen von gelehrten und gemein-nützlichen Sachen“, auf die die Schaumburger Zeitung ihre über 250-jährige Tradition gründet.

Regierungsrat und Aufseher

Doch Abbt konnte dem Dasein als Professor in der kleinen Stadt nur wenig abgewinnen. So oft wie möglich reiste er zu seinem Freund Möser nach Osnabrück. Im Herbst 1765 trug er sich mit Abwanderungsgedanken nach Halle oder Marburg, entschied sich dann aber, in den Dienst des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe zu treten, dessen Freundschaft er gewonnen hatte. In Bückeburg war er Regierungsrat und Aufseher über das Schulwesen. Überraschend verstarb er ein Jahr darauf. Graf Wilhelm ließ ihn als Zeichen seiner besonderen Wertschätzung in der Schlosskapelle beisetzen. Zur Ausstellung steuert das Archiv eine Vitrine mit Archivalien aus eigenem Bestand zur Erinnerung an Abbt bei.

Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 25. Oktober, um 19 Uhr im Landesarchiv im Schloss mit einem Grußwort der Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs, Christine van den Heuvel. Der Archivleiter Stefan Brüdermann steuert einen Vortrag zum Thema „Der Aufklärungsphilosoph Thomas Abbt in Rinteln und Bückeburg“ bei. Im Anschluss daran besteht Gelegenheit zu einem Rundgang mit Ausstellungskurator Martin Siemsen.

Kostenlos zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 10. Januar während der Öffnungszeiten des Archivs. Nach Ansicht von Brüdermann und Siemsen ist sie auch für Schüler interessant, die sich mit dem Zeitalter der Aufklärung beschäftigen. Vielleicht könne ihnen auf diesem Weg sogar die Schwellenangst vor einem Besuch im Archiv genommen werden.  kk

 

 

 

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