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Geld kassiert – Auto nie geliefert

Bückeburg Geld kassiert – Auto nie geliefert

Autos machen mobil. Für viele Menschen sind sie zudem ein Statussymbol. Doch nicht jeder kann sein Auto bar bezahlen. Da bleibt nur ein Kredit. Weil es um die Kreditwürdigkeit zahlreicher Menschen nun aber nicht zum Besten bestellt ist, wenden sie sich an Unternehmen wie eine ehemalige Bückeburger Firma mit Sitz in der Wallstraße, die Kunden „Auto-Leasing ohne Schufa“ anbot. In diesem Fall soll dahinter eine fiese Betrugsmasche gesteckt haben.

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Quelle: dpa

Bückeburg. Vor dem Landgericht hat jetzt ein Prozess gegen den ehemaligen Chef begonnen. Oberstaatsanwalt Frank Hirt wirft dem Angeklagten, der zwischenzeitlich in Hamburg lebt, gewerbsmäßigen Betrug in 30 Fällen vor. Reihenweise soll der heute 34-Jährige potenzielle Autokäufer mit Leasingverträgen abgezockt haben. Er soll vorab zehn Prozent Sonderzahlung für Fahrzeuge kassiert haben, ohne diese dann zu liefern.

 „Ihm ging es nur um die Sonderzahlung. Er hatte nie vor, ein Auto auszuliefern“, glaubt ein früherer Geschäftsführer der GmbH, den das Gericht am Freitag als Zeugen vernommen hat. Angeblich hatte der angeklagte Inhaber nach einer Verurteilung wegen Betruges Berufsverbot. „Er suchte einen Geschäftsführer, der nach außen hin als Marionette fungierte“, vermutet der Zeuge, ein ehemaliger Versicherungsmakler aus Hamburg. „Die Geschäfte hat er allein gemacht.“

 Der Hamburger („Ich sollte 2000 Euro brutto verdienen“) war nach eigener Darstellung neun Wochen lang Geschäftsführer der Leasingfirma, ohne je ein offizielles Gehalt bekommen zu haben. Unter der Hand habe es allerdings etwa 1000 Euro gegeben. Häufig hätten damals Autohäuser angefragt, warum das Geld noch nicht überwiesen sei. „Teilweise waren die Fahrzeuge ja schon zugelassen.“ Gleichzeitig sollen sich im Büro an der Wallstraße Schreiben von Anwälten erboster Kunden gestapelt haben.

 Diesen Kunden gegenüber soll der Chef „nach Gründen gesucht“ haben, „die Mietsonderzahlung zu behalten“, zum Beispiel wegen angeblich falscher Angaben zur Bonität. In einigen Fällen soll der jetzt Angeklagte Sonderzahlungen ganz oder teilweise zurückgezahlt oder dies angeboten haben. So steht es in der Anklage.

 Beim Kurzzeit-Geschäftsfüher aus Hamburg „wurden die Fragezeichen im Kopf immer größer“. Auf „präzise Fragen“ habe der Inhaber jedoch stets „unpräzise geantwortet“. Schließlich kam es zum Zerwürfnis. „Nachdem ich einen neuen Geschäftsführer vermittelt hatte, war ich überflüssig“, erzählt der Zeuge. „Ich war froh, dass ich abgesetzt wurde.“ Den Angeklagten beschreibt er als „ziemlich unumgänglich gegenüber seinen Mitmenschen, fast schon soziopathisch“.

 Der 34-Jährige soll wechselnde Leasingfirmem gehabt haben. Zuletzt verlegte er seinen Sitz von Bückeburg nach Hamburg. „Ich hatte den Eindruck, dass ihm die Luft zu dünn geworden war“, erinnert sich der Zeuge.

 In der kommenden Woche soll ein weiterer Mann vernommen werden, der ebenfalls Geschäftsführer der Leasingfirma war, in Wirklichkeit aber als Strohmann gedient haben könnte. Wenn alles nach Plan läuft, endet der Prozess am 7. November mit der Urteilsverkündung. Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, hat zehn Sitzungstage anberaumt, an denen insgesamt 44 Zeugen vernommen werden sollen.

 Durch Beweisanträge, denen das Gericht nachgehen möchte, kann dieser Zeitplan ins Wanken geraten. Die große Unbekannte könnte dabei Verteidiger Alexander Kienzle sein, ein Rechtsanwalt aus Hamburg.ly

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