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Bückeburg Stadt Geldstrafe für selbst ernannte „Reichs-Außenministerin“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Geldstrafe für selbst ernannte „Reichs-Außenministerin“
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20:21 11.02.2011

Bückeburg (ly). Nun bleibt es zunächst bei 585 Euro Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Kennzeichenmissbrauchs. Die Fahrerlaubnis war der Bückeburgerin bereits im September 2009 entzogen worden. Dennoch fuhr sie ein Jahr später durch die Gegend, direkt in eine Polizeikontrolle. Mit einem Führerschein kann die 31-Jährige nicht dienen, wohl aber mit dem „Amtsausweis“ einer „Außenministerin“, der Polizisten freilich nicht weiter beeindruckt.

Ebenfalls im September 2010 geriet das Auto von Tina W. ins Visier, weil daran Fantasie-Kennzeichen angebracht waren, die an Nummernschilder von Diplomaten erinnern. Kein Scherz, denn das frühere „Burgfräulein“ sieht sich unterdessen als „Reichsdiplomatin“. Ob Tina W. die Verhandlung geschwänzt hat, weil sie die Justiz der Bundesrepublik als Gründerin der „Selbstverwaltung Deutsches Reich“ nicht anerkennt, blieb dagegen zunächst offen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhält die 31-Jährige demnächst Gelegenheit, das Versäumnis nachzuholen. Sie kann zum Beispiel Wiedereinsetzung beantragen. Außerdem liegt bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Ende Oktober soll sich die „Ministerin“ in ihrem Kombi auf der B 65 ein Rennen mit einer Polizeistreife geliefert haben, das in Neesen endete, einem Ortsteil von Porta. Dort, so heißt es, sei es angesichts des zunehmend dichten Verkehrs zum Stillstand gekommen. Ein paar Mal soll das Fluchtauto noch vor- und zurückgesetzt haben, bevor ein Beamter die Seitenscheibe einschlug und Tina W. aus dem Wagen zerrte.

Ein trauriges Bild, wenn es so war, denn es gab eine Zeit, als sich zumindest bestimmte Gazetten um die aparte junge Frau rissen. In großer Aufmachung, garniert mit hübschen Fotos, durfte Tina von einer Affäre mit Fürst Alexander erzählen. Der Nachweis, dass es ein solches Techtelmechtel tatsächlich gegeben hat, wurde indes nie erbracht. Was blieb, war der Beiname „Burgfräulein“. Strafrechtlich ist Tina W. früher bereits einige Male in Erscheinung getreten, bevor sie eine längere Pause einlegte.