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Gemeinsam geht’s besser

Kindergarten-Projekt „Pinsel trifft Stimme“ Gemeinsam geht’s besser

Die vier Jahreszeiten sind Thema eines Integrationsprojektes, das seit mehr als einem Jahr am heilpädagogischen Kindergarten „Bodelschwingh-Haus“ und am evangelisch-lutherischen Kindergarten läuft. Jetzt geht „Pinsel trifft Stimme“ in die zweite Runde. Im Februar sollen erste Elemente in einem Gottesdienst vorgestellt werden.

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Das Projekt hat auch einen musikalischen Teil. Die Gäste – Pastor Rainer Diekmann und Martina Tellermann von der Volksbank in Schaumburg (im Hintergrund) – lassen ihn sich erklären.

Quelle: mig

Bückeburg (mig). Es ist ein schönes Bild, das sich den Besuchern an diesem Morgen bietet. Überall im Raum sitzen und stehen Kinder des kooperativen Kindergartens. Sie musizieren, malen, tanzen. Da ist beispielsweise James, der an seinem bunten Haus malt. Fliegen soll es, vor allem aber bunt sein. Vorsichtig tupft er Farbe hierhin und dorthin, bis sein Objekt genauso aussieht, wie er sich das vorher vorgestellt hat.

Bei aller Konzentration: Wenn Hilfe nötig ist, ist James zur Stelle. Als ein Mädchen Probleme mit dem Pinsel hat, zeigt ihr der Junge, wie es funktionieren kann. Die Hilfestellung wird gerne angenommen. Im Nu ist das Haus fertig.
Claudia Tölke kennt vieler solcher Beispiele: „Bei uns ist es Alltag, dass sich die Kinder gegenseitig und ohne Scheu helfen“, sagt Tölke, Leiterin des evangelisch-lutherischen Kindergartens. Das reicht vom Schuhezubinden bis zum gemeinsamen Spielen im Garten. Kinder ohne und mit Handicap gingen dort ganz selbstverständlich miteinander um. „Pinsel trifft Stimme“ soll dieses Verhalten noch einmal vertiefen. „Wir hatten sehr gute Erfolge mit der Umsetzung des ersten Projekts“, erzählt Tölke. Kids und Mitarbeiter gingen offener miteinander um, Stärken und Schwächen würden anders wahrgenommen. Kurzum: „Wir freuen uns über die Chance, das Projekt fortzuführen.“

Inklusion – dieses Wort wird am kooperativen Kindergarten „Bodelschwingh-Haus“ großgeschrieben. Die Einrichtung beherbergt nämlich gleich zwei Kindergärten unter einem Dach: den evangelisch-lutherischen Kindergarten (Träger ist die Landeskirche) und den heilpädagogischen Kindergarten (Träger ist die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH). Die gemeinsame Einrichtung soll ein kooperatives Aufwachsen möglich machen. Es gibt einen großen Spielflur und einen Garten, in dem die Kinder zusammen spielen. „Wir machen viel zusammen“, erläutert Tölke das Konzept. „Das reicht vom gemeinsamen Frühstück bis hin zum Stuhlkreis.“ Im Bodelschwingh-Haus, so Tölke weiter, werde Inklusion auf vielfältige Weise gelebt, und auch die Eltern machten sehr gut mit. „Die empfinden das gemeinsame Aufwachsen und den Abbau von Hemmungen als sehr positiv für die Entwicklung ihres Kindes.“

So alltäglich Inklusion in der kooperativen Einrichtung ist – das im November 2013 ins Leben gerufene und von der Volksbank in Schaumburg und der Volksbank-Stiftung unterstützte Projekt „Pinsel trifft Stimme“ ist es nicht. Einmal wöchentlich trafen sich die 68 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren zum gemeinsamen Kunstschaffen unter Anleitung von Musikpädagogin Carmen Meyer Schulze und Kunstpädagogin Susanne Sander. Stand die erste Auflage noch unter dem Motto der vier Elemente, ist die zweite den vier Jahreszeiten gewidmet. Die Kinder dürfen eigene Ideen umsetzen, alle machen sehr gerne mit, die „Eigenmotivation“ sei sehr hoch, so Tölke.

Ob die Kinder Freude daran haben? Diese Frage muss an diesem Morgen niemand stellen. Strahlende Augen und konzentriertes Kunstschaffen sind wohl Antwort genug. James zeigt stolz sein fliegendes, bunt angemaltes Haus, Zerya hat an einem schönen Bild mitgemalt.

Pastor Rainer Diekmann ist begeistert: „Die Kinder gehen hier ohne jede Scheu miteinander um – das ist ein tolles Projekt, das überall Schule machen sollte.“

Das sieht Martina Tellermann von der Volksbank in Schaumburg genauso. „Was hier im sozialen Bereich bewegt wird, ist großartig.“ Nachhaltigkeit erzeugen, die über den Kindergarten hinaus geht, dieses Ziel hat auch Tölke im Blick. Man habe nur dann eine Chance, Inklusion in die Gesellschaft zu tragen, „wenn Kinder mit Handicap und Kinder ohne Handicap gemeinsam aufwachsen und ohne Scheu miteinander umzugehen lernen“.

Einen Dank richtete Tölke an die Volksbank in Schaumburg und die Stiftung niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken, die das Projekt mit der Summe von 7200 Euro gemeinsam unterstützen. Zum Abschluss des Projekts werden die Ergebnisse im Martin-Luther-Haus und im „Haus Kurt Partzsch“ präsentiert.

Eine kurze Vorstellung einzelner Elemente ist für Sonntag, 22. Februar, im Familiengottesdienst geplant.

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