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Geschichte zum Anfassen

Landfrauen unterwegs Geschichte zum Anfassen

 „Wir wollten eigentlich schon im vergangenen Jahr miterleben, wie alte Schriften restauriert werden“, hat Waltraud Könemann von den Bückeburger Landfrauen gesagt. Gemeinsam mit Monika Ismer kümmert sie sich um die Reiseleitung und organisiert den einen oder anderen Ausflug. Jetzt wurde der Plan des Vorjahres auch umgesetzt.

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Restauratorin Daniela Hartung zeigt den Bückeburger Landfrauen ein historisches Schmuckstück aus Schweden.

Quelle: tla

Bückeburg. Eine Führung mit Besichtigung der Zentralen Werkstatt des niedersächsischen Landesarchivs an der Ahnser Straße in Bückeburg stand auf dem Programm. Könemann und ihre Reisegruppe waren begeistert. Dieses Kompliment gab Restauratorin Daniela Hartung gerne zurück.

„Geschichte sollte zum Anfassen sein“, sagte sie. Genau das vermittelte sie den Landfrauen sehr anschaulich und verständlich. Sie war zudem stets für Fragen offen. Anhand von historischen Karten demonstrierte Hartung die einzelnen Schritte einer Bestandserhaltung. „Das hier ist ein echtes Schmuckstück aus Schweden. Ich habe immer wieder daran gearbeitet und kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat. Es war schon sehr mühsam.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und das ist vielleicht das Besondere an ihrer Tätigkeit.

Schutzfilme und Digitalisat

Beschädigtes oder in seiner Substanz gefährdetes Archivmaterial wird restauriert oder konserviert. In Bückeburg wurde seit Ende der achtziger Jahre ein Verfahren für die Massenkonservierung entwickelt, bei der das überwiegend aus säurehaltigem Papier bestehende Archivgut des 19. und 20. Jahrhunderts durch Neutralisierung vor dem Verfall geschützt wird. Außerdem werden Schutzfilme und Digitalisate angefertigt, die unter anderem statt der Originale in den Benutzersälen des Landesarchivs eingesehen werden können.

Außer Restauratoren sind zudem Buchbinder in der Zentralen Werkstatt beschäftigt. Die Vorgehensweise mag immer ähnlich sein – aber dennoch sind die Schriften, Karten, Akten oder Urkunden alle individuell und somit irgendwie einzigartig. Der Arbeitsablauf zur Erhaltung einer Karte kann beispielsweise wie folgt sein: Die Karte wird zunächst ausgemessen, trocken gereinigt, protokolliert, Beschriftungen werden fixiert, neutralisiert, entsäuert, entlackt, getrocknet, aufkaschiert, stabilisiert, abgezogen, und fehlende Schriften werden ergänzt. Danach wird die Karte noch digitalisiert und erhält Aufhänger zum Aufbewahren.

Momentan werden jedoch mehr Akten in der Zentralen Werkstatt zur Einlagerung verwendbar gemacht. Das gilt für sämtliche Archivalien. Diese werden gereinigt, von Metallrückständen befreit und anschließend in säurefreie Mappen und Kartons gelegt. Ein optimales Raumklima ist zudem bedeutsam.

Hartung hat Restaurierung studiert und ist „Master of Arts“. Ihr macht der Beruf viel Freude. „Es sind wichtige Zeitzeugnisse. Ich bin froh, in einem Archiv zu arbeiten. Es gibt einen direkten Bezug zur Geschichte.“ Davon konnten sich auch Könemann und die Bückeburger Landfrauen überzeugen.

Bei denen steht am Sonnabend, 22. Oktober, ab 9.30 Uhr im Alten Forsthaus Bückeburg ein Frauenfrühstück zum Thema „Ich liebe die Anfänge“ mit der aus dem Fernsehen bekannten Juristin Barbara Salesch als Referentin im Kalender. Salesch wird dabei aus ihrem Buch lesen und zeigen, dass nur Veränderungen uns im Leben weiterbringen und dass es dafür nie zu spät ist. tla

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