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Bückeburg Stadt Göttinger bescheren Glücksgefühle
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00:17 11.03.2016
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Bückeburg

Damit boten die Musiker ein kulturelles Kontrastprogramm zu den wummernden Bässen der Popmusik, die draußen auf dem Krammarkt die Besucher unterhielt.

 Krichel und die Symphoniker überzeugten die Besucher gleich zu Beginn mit dem „Konzert für Klavier und Orchester“ Nr. 1 b-Moll op. 23 von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Der Solist leuchtet das Stück dabei in unterschiedlichen Facetten aus und meistert auch souverän den Beginn des Stücks, der aus einem regelrechten Hagel aus Akkorden besteht. Vom unruhigen Drängen des ersten Satzes wechseln die Musiker in ein Tempo, dass an lauschige Salon-Musik erinnert – und bei den Zuhörern für Glücksgefühle sorgt.

 Der dritte Satz ist wie ein Prüfstein für den jungen Solisten: Krichel schwelgt hierbei in irrwitzigen Läufen und Sprüngen, löst Triolen in rasende Sechzehntel-Bewegungen auf. Der junge Pianist und das fabelhaft disponierte „Göttinger Symphonie Orchester“ wirken, als hätten sie viele Jahre zusammengespielt.

 Mindestens genauso interessant ist Krichels differenzierter Ansatz. Vor allem in den ruhigen Passagen wird der Solist zum Erzähler – seine Musik kommt luftig und transparent daher. Krichel zelebriert Tschaikowsky, weitab von einer rein technischen Virtuosität.

 Nach der Pause erklang die „Symphonie in C-Dur“ WWV 29 von Richard Wagner. Es ist die einzige vollendete Symphonie Wagners, die nur selten in Konzertsälen zu hören ist. Das Werk ist geprägt von Wagners Auseinandersetzung mit dem Schaffen Ludwig van Beethovens.

 Die Symphonie beginnt mit einigen einleitenden Akkordschlägen, einem erhebenden Anfang. Eine große Rolle spielen die Bläser, die immer wieder für Fundament und Höhen-Glanz sorgen. Wagner legt erkennbar großen Wert auf Durchhörbarkeit und ein, in den Klangfarben, nicht verschmolzenes Klangbild. Auch diese Aufgabe meisterten die Symphoniker gemeinsam mit Krichel – mit Bravour, wie der Applaus des Publikums zeigte. mig

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