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Bückeburg Stadt Graffiti-Kunst im Tunnel
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14:35 13.09.2015
Bürgermeister Reiner Brombach mit Künstler „BeNeR1“ alias Patrik Wolters. jp
Bückeburg

Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden diese jetzt von Bürgermeister Reiner Brombach sowie zahlreichen Mitgliedern des Rates, des Kulturausschusses, der Tourist-Info sowie der Bahn.

 Ins Werk gesetzt hat die Farbenpracht der Graffiti-Künstler Patrik Wolters. Der Hannoveraner mit Bückeburger Wurzeln, der üblicherweise unter seinem Künstlernamen „BeNeR1“ arbeitet, hatte vor einem Jahr bereits zusammen mit seinem Kollegen, dem Airbrush-Künstler Kevin Lasner, die Passage von der Fußgängerzone zum Dr.-Witte-Platz mit großformatigen Sprühbildern aufgehübscht und damit nicht nur einen Blickfang geschaffen, sondern auch erreicht, dass die dortige Hauswand seitdem nicht mehr von wilden Schmierereien und extremistischen politischen Parolen verunstaltet wird. Gleiches wünschte sich die Stadt für die Bahnunterführung, die zwar seit der aufwendigen Renovierung des Bahnhofs lange nicht mehr so schmuddelig daherkommt wie in früheren Jahren, aber ihre insgesamt düstere Wirkung nie so ganz hat ablegen können. „Bückeburg ist wieder ein Stück weit attraktiver geworden“, freute sich Brombach. Gerade für Erstbesucher sei die Unterführung jetzt ein Aushängeschild der Stadt.

 6000 Euro hat sich die Stadt die neuen Arbeiten des Graffiti-Spezialisten kosten lassen. Eine Herzenssache sei das gewesen, bekannte „BeNeR1“, für die er freiwillig mehrere Nächte durchgearbeitet habe, um sie rechtzeitig zum vereinbarten Termin fertigzustellen. Die sieben großformatigen Paneele zeigen in typischem Graffiti-Stil die Entwicklung der Mobilität, angefangen von der letzten kaiserlichen Postkutsche („mit dem authentischen Posthalter Schrader“, wie Kulturausschusschef Albert Brüggemann anmerkte) über das alte Eilser Minchen, einen moderneren blauen Triebwagen des Minchens bis zur zeitgenössischen roten S-Bahn, die zwischen Minden und Hannover verkehrt. Sehr froh sei er gewesen, so Wolters, dass es auch ausdrücklicher Wunsch der Bahn gewesen sei, keine biedere fotorealistische Kunst zu liefern, sondern Bilder mit Graffiti-Charakter.

 Als Technik kamen Sprühdose und Airbrush zum Einsatz. Die Bilder entstanden nach dem Vorbild zahlreicher historischer Fotos und Abbildungen ausnahmslos frei Hand und ohne Schablone. Ein Speziallack soll sicherstellen, dass Verschmutzungen oder Schmierereien schnell wieder entfernt werden können. Ehrenamtlich ein Auge auf die Kunstwerke wird der Bückeburger Siegfried Wache haben.

 Wer sich für die Arbeit von Wolters interessiert, hat am kommenden Freitag ausgiebig Gelegenheit, dem Künstler bei der Arbeit über die Schulter zu schauen: Bei der „Langen Nacht der Kultur“ wird er zwischen 18 Uhr und 23 Uhr auf der Parkpalette aktiv sein. jp