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Grenzgänger und Weltenbummler

New York / Bückeburg Grenzgänger und Weltenbummler

Er ist ein Grenzgänger und ein Brückenbauer – in seiner Musik verschmilzt der in New York lebende Pianist Roman Rofalski ganz unterschiedliche Welten. Im „Hofcafe Peetzen 10“ hat der Exil-Schaumburger unlängst ein umjubeltes Konzert gegeben. Sein Album „Der Wegweiser“ lässt sowohl Jazz-, als auch Klassik-Freunde aufhorchen.

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„Ich habe schon lange, bevor ich mich der Klassik zugewandt habe, elektronische Musik gemacht“, sagt der Pianist Roman Rofalski.

Quelle: mig

New York/Bückeburg. „Wahnsinn“, „wegweisend“, „ein Hinhörer“ – das Urteil über das Debüt-Album des „Roman Rofalski-Trios“, „Der Wegweiser“, fiel einstimmig aus. Die Zuhörer im Hofcafe „Peetzen 10“ waren begeistert. Wie hier Klassik und Jazz etwas Neues bildeten – das geht weit über eine reine Untermalung bekannter Klassik-Melodien hinaus. Sowohl die Eigenkompositionen (wie „Pauls Gürtelrose“), als auch die Bearbeitungen (etwa von Maurice Ravel oder Franz Schubert) bewegen sich in zeitgenössischer Improvisation, lassen modernen Jazz anklingen, stehen aber auch in der Tradition der europäischen Kunstmusik. Ein Wagnis, das nur als geglückt bezeichnet werden kann.

 Über die gesamte Länge der CD gelingt es der Gruppe, die Epochen als nicht abgeschlossen, als fließenden Prozess zu begreifen. Wobei schnell klar wird, dass es sich hier keineswegs um einen Zwitter der Stile handelt. „Der Wegweiser“ ist im Jazz angelegt und das ist gut so. Rofalskis Spiel atmet die Einflüsse von Jazz-Pianisten wie Bill Evans oder Kenny Kirkland. Für Philippe Lemm (Drums) und Johannes Felscher (Bass) bleibt trotzdem genug Raum. Überhaupt lässt sich sagen, dass das Debüt-Werk der Exil-New Yorker mit viel Gespür für die Triobesetzung komponiert und arrangiert ist.

 Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Musik das Leben von Roman Rofalski schon seit seiner Kinder- und Jugendzeit begleitet hat. Ihn hätten vor allem die Musiklehrer am Stadthäger Ratsgymnasium geprägt, erzählt der Wahl-New Yorker. Leute wie Gebhard Steinkopf, Dietmar Post und Andreas Meyer. „Ohne diese wäre ich kein Musiker geworden“, sagt er heute. Bei Almut Preuß-Niemeyer lernte Rofalski seinen eigenen Ausdruck jenseits der starren, klassischen Strukturen zu finden. Besonders stolz war der 15-Jährige, als ihn die älteren Schüler ihn in ihre Band holten. Roman lernte Klavier spielen und zeigte großes Talent. Nach dem Abitur studierte er an die Hochschule für Musik und Theater Hannover und schloss die Studiengänge Diplom-Musikerziehung und künstlerische Ausbildung mit Auszeichnung ab. Im Sommer 2007 wurde er in die Solistenklasse aufgenommen und von Prof. Christopher Oakden ausgebildet.

 Dann, im Sommer 2010, besucht Rofalski den Siena Jazz Summer Workshop in den USA. Dort lernt er den New Yorker Pianisten und Pädagogen Kenny Werner kennen, dem er nach bestandener Aufnahmeprüfung an die New York University folgte, um dort Jazzpiano zu studieren. Der Grenzgänger will den Jazz dort lernen, wo er seine Wiege hat.

 Heute ist Rofalski Stipendiat der Kogel & Schmidt-Stiftung, sowie der Stiftung Deutsches Musikleben und studiert an der Aaron Copland School am Queens College. Schon jetzt hat er mit Jazzgrößen wie Eric Harland, Peter Bernstein, Joe Lovano, Tony Moreno oder David Berkman zusammen gespielt und gearbeitet. Konzerte führten ihn durch ganz Deutschland, Italien und Rumänien.

 Darüber hinaus treibt der „Weltenbummler“ etliche Projekte voran (im Trio oder im Duo zum Beispiel mit dem Kontrabassisten Michael Gudenkauf, ein anderes widmet sich der elektronischen Musik). „Hier schließt sich der Kreis“, sagt Rofalski. „Ich habe schon lange, bevor ich mich der Klassik zugewandt habe, elektronische Musik gemacht.“ Und das Leben in New York? Wie studiert es sich in einer musikalischen Weltmetropole? Rofalskis Fazit fällt positiv aus. Künstlerisch habe ihn New York weitergebracht. „Hier herrscht eine Aufbruchstimmung. Wenn so viele Leute an einem Ort sind, die bereit sind, für ihre Visionen Opfer zu bringen, dann ist da ziemlich viel Energie bei allen und alle wollen weiterkommen.“ Einen Vorteil sieht Rofalski in den vielen kleinen Clubs, die es in New York gibt. Hier könnten die Leute ihre Projekte darstellen, wobei es gar nicht darum gehe, dass es finanziell etwas bringe. „Es geht darum, seine Kunst an den Mann zu bringen“, sagt Rofalski. Und betont: „Es ist toll, in so einer Atmosphäre zu sein.“ Ob er sich vorstellen kann, auf Dauer in New York zu leben? Vielleicht an der Upper West Side, in gepflegter Lage, entgegnet Rofalski. Dort könne man es aushalten. Die 164. Straße in Harlem sei aber langfristig zu stressig, zu eng und zu wenig grün. mig

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