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Größer als die Marktkirche in Hannover

Sanierung der Westfassade Größer als die Marktkirche in Hannover

Die Sanierung der Westfassade der Bückeburger Stadtkirche liegt voll im Zeitrahmen und dem veranschlagten Kostenrahmen. Das teilten Helmut Meier vom Bauamt der Landeskirche und Norbert Bergmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro mit, unter dessen Leitung die Sanierung erfolgt, während der Pressekonferenz zu „400 Jahre Stadtkirche“ mit.

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Quelle: SN

Bückeburg. Mit 1,62 Millionen Euro ist der Bau veranschlagt, mit je einer halben Million Euro sind der Bund und das Land Niedersachsen beteiligt. Weitere Gelder gibt die Bingo-Stiftung (50000 Euro), die Deutsche Stiftung Denkmal (90000 Euro) und die Stadt Bückeburg (45000 Euro). Das restliche Geld bringen die Landeskirche und die Stadtkirchengemeinde auf. Damit das Geld fließen konnte, musste die Stadtkirche zunächst in den Rang eines „Denkmals von nationaler Bedeutung“ erhoben werden.

 Und die nationale Bedeutung hat die Stadtkirche allemal, wie Bergmann erläuterte. Mit ihren mehr als 1200 Plätzen ist sie eines der größten Gotteshäuser Norddeutschlands, zum Beispiel deutlich größer als die Marktkirche Hannover der hannoveranischen Bischöfe. Die Stadtkirche war die erste protestantische Großkirche nördlich des Mains, „der Bedeutung des Fürstenhauses und des Fürsten Ernst angemessen“. Errichtet wurde sie im Stil der Weserrenaissance.

 Dass ihre Westfassade so reich verziert ist, ist nach Untersuchungen der Experten erheblich auf das den Einfluss des Fürsten Ernst zurückzuführen. So finden sich nach dem ursprünglichen Konzept während der Bauphase sehr viele Änderungen und Verzierungen, die erst später hinzugekommen sind.

 Die bedeutendste Änderung ist, dass die Kirche keinen Turm erhielt. Denn während des Baus stellte sich heraus, dass die Kirche auf Treibsand gegründet worden war und „verrutschte“. Das machte sich gleich um 1615 bemerkbar, als bereits am Kirchenschiff nachgebessert werden musste.

 Diese Verwerfungen sind auch ein Grund mit, dass die Westfassade heute saniert werden muss. Denn um die Steine zusammenzuhalten, wurde unverhältnismäßig viel Eisen verbaut. Eisen, das im Laufe der Jahrhunderte korrigiert ist und den Sandstein gesprengt hat. Im Zuge der jetzt laufenden Arbeiten werden diese Eisen ausgewechselt: „Dort, wo wir dran kommen“, so Meier.

 Die Arbeiten beschränken sich auf die Reparatur, Erneuerung und die Ersetzung abgebröckelter Stellen oder Fehlstellen. Zudem erhalten Zifferblatt der Uhr, das fürstliche Wappen und das Inschriften-Fries ihre alte Farbe. Der Sandstein wird dagegen nicht aufgehellt. „Wenn die Bückeburger hinterher, wenn das Gerüst weg ist, sagen, die sieht doch aus wie vorher, dann ist das ein Kompliment für uns Restauratoren“, fasste es Bergmann zusammen. Die ersten Vorarbeiten für die Sanierung liefen bereits 2011 an. Seit November 2013 wird aktiv gearbeitet.

 Eingeweiht wurde die Kirche am Sonntag vor Pfingsten 1615, der damals auf den 14. Mai fiel. Ein Datum, das während der Pressekonferenz noch kurzfristig gegoogelt werden musste. „Dazu sind wir bisher noch gar nicht gekommen, sondern hatten das immer noch im Hinterkopf“, so Pastor Wieland Kastning. rc

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