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Große Belastung fürs Ehrenamt

Freiwillige Feuerwehr Bückeburg-Stadt Große Belastung fürs Ehrenamt

Hinter der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt liegt eine arbeitsreiche Woche. Neben Ausbildung und Fahrzeugpflege nutzten viele Kameraden die Zeit für Büroarbeiten.

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Beim Großbrand im Hafen Wiehagen unterstützen die Feuerwehrleute aus Bückeburg mit einem Wasserwerfer und der Drehleiter.

Quelle: pr

BÜCKEBURG. So wurden Berichte geschrieben und Unterlagen sortiert, alles Arbeiten, für die im Alltag nur wenig Zeit übrig bleibt. „Beruf und Ehrenamt vereint zu bekommen, ist oft nicht einfach“, sagt Ortsbrandmeister Oliver Witt. Denn alle seine Kameraden sind nur in der Freizeit Feuerwehrmänner. Nicht selten werden sie während der Arbeit oder beim Familiennachmittag gestört.

So auch in der vergangenen Woche mehrfach. Allein viermal benötigte der Rettungsdienst Unterstützung der Feuerwehr, davon dreimal binnen 14 Stunden. „Drei Einsätze in so kurzer Zeit mit Unterbrechung der Nachtruhe sind eine erhebliche Belastung“, weiß Frank Schubert, der als Berufsfeuerwehrmann in Hannover solchen Belastungen ausgesetzt ist. „In der Freiwilligen Feuerwehr sind solche Nächte zum Glück selten.“

Im Einsatzfall wird jeder Kamerad benötigt

Um diese Belastung gering zu halten, hat die Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt ein spezielles Alarmierungssystem. „Bei Kleineinsätzen werden nur zwei Drittel der Kameraden alarmiert, eine Gruppe bleibt in Reserve“, berichtet Ortsbrandmeister Oliver Witt. Nur bei Bränden mit Menschengefährdung werden alle 70 Einsatzkräfte sofort alarmiert. „Von Montag bis Freitag werden während der Arbeitszeit vorsorglich auch alle Kameraden alarmiert, da viele ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können oder außerhalb Bückeburgs arbeiten“, so Witt. „Wir appellieren an alle Arbeitgeber, Feuerwehrkameraden im Alarmfall freizustellen. Im Einsatzfall benötigen wir jeden Kameraden.“

Alle Einsatzkräfte wurden in der Nacht auf Freitag benötigt, als im Hafen Wiehagen eine Lagerhalle voll Stroh brannte. 250 Feuerwehrleute aus dem Landkreis, aus Petershagen und Hannover rückten aus. Darunter auch 32 Einsatzkräfte der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt mit sechs Fahrzeugen. Über zehn Stunden bekämpften die Bückeburger aus dem Korb der Drehleiter und mit dem Schaum-Wasser-Werfer gemeinsam mit anderen Feuerwehren die Flammen. Zeitgleich förderten sie über drei Pumpen Wasser aus dem Mittellandkanal.

Hand in Hand

Während des Einsatzes musste die Feuerwehr Bückeburg in der Nacht zu einem Feueralarm durch eine automatische Brandmeldeanlage in einem Geldinstitut auf dem Marktplatz ausrücken. Mit zwei Fahrzeugen wurde die Einsatzstelle kontrolliert. Es handelte sich um einen Fehlalarm. Wäre es keiner gewesen, wären die Einsatzkräfte der acht weiteren Ortsfeuerwehren hinzugekommen. „Wir arbeiten mit allen neun Wehren Hand in Hand“, so Stadtbrandmeister Marko Bruckmann.

Zeitgleich mit den Kräften der Schwerpunktfeuerwehr waren fünf Kameraden der Ortswehr Rusbend in Wiehagen. Mit dem ABC-Erkunder waren sie als Teil der Umweltschutzeinheit des Landkreises im Einsatz, um Rauch und Löschwasser zu prüfen. Im weiteren Verlauf waren auch neun Feuerwehrleute aus Röcke und Meinsen-Warber-Achum als Bestandteil des 2. Zuges der Kreisfeuerbereitschaft Schaumburg-Süd vor Ort, um die Einsatzkräfte beim Löschen abzulösen.

Ein Brunch als Entschädigung

Die Kräfte der Ortswehr Bückeburg-Stadt waren in einer Woche fast 16 Stunden im Einsatz, hinzukommen die Zeiten für die Reinigung der Fahrzeuge und Geräte. Zusätzlich mussten am Sonntag noch einmal Feuerwehrleute an die Einsatzstelle fahren um den Schaum-Wasser-Werfer zurückzuholen.

Wegen der Einsätze mussten die Familien Einbußen in Kauf nehmen. Entschädigt werden Frauen und Kinder am 7. August, wenn die Bückeburger ihren Brunch veranstalten, wo die Einsatzkräfte mit Frauen und Kindern einen schönen Sonntagmorgen verbringen – immer mit der Gefahr, dass der Alarmempfänger schrillt, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.r

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