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Bückeburg Stadt Gute Nacht – mit einer Pistole unterm Kopfkissen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Gute Nacht – mit einer Pistole unterm Kopfkissen
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19:52 05.11.2012
Quelle: dpa
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Bückeburg (ly)

Später vielleicht. Zunächst bleibt es bei 21 Monaten Haft, die ein anderes Gericht in erster Instanz verhängt hat. Nach einem längeren Plädoyer in eigener Sache zieht der Bückeburger (39) seine Berufung gegen das Urteil doch noch zurück. Um an Geld für „Stoff“ zu kommen, hatte der Drogensüchtige mit scharfen Waffen, Rauschgift und verschreibungspflichtigen Medikamenten gehandelt. Als Polizisten im Juli 2011 seine Wohnung durchsuchten, fanden sie unterm Kopfkissen eine Pistole des Herstellers Beretta samt Patronen.

 Lippenbekenntnisse sind zu wenig. „Sie haben noch nichts geändert und sind nicht einmal entgiftet“, hält Richter Jens Rass, Vorsitzender der Berufungskammer am Landgericht, dem Angeklagten vor, einem Mann mit 15 Vorstrafen und Knasterfahrung. „Das ist ganz einfach Ihrer Krankheit geschuldet“, fügt Rass hinzu. Diese Krankheit heißt Drogenabhängigkeit. Der Bückeburger nimmt oder nahm „alles, was pusht“ – nur Heroin nach eigenen Angaben seit zehn Jahren nicht mehr. Abhängig ist er seit 20 Jahren. Erklärung: „Ich hatte den falschen Umgang.“

 Selbst übel nimmt sich der Bückeburger, „dass ich meine Frau mit reingezogen habe“, wie er vor Gericht erklärt. Gemeint sind die illegalen Geschäfte. Im ersten Prozess war die Frau mit einer Geldstrafe davongekommen. Sie hatte sieben Taten begangen. Bei ihrem Mann geht es um elf Fälle.

 Achtmal hatte sich der arbeitslose Handwerker zwischen November 2010 und Juli 2011 in Bielefeld Medikamente beschafft, die es sonst nur auf Rezept gibt, um mit der Arznei zu handeln. Monatlicher Gewinn: rund 600 Euro. Von einem Mindener will er zwei halb automatische Pistolen vom Kaliber 7,65 Millimeter erworben haben, je eine Beretta und Walther PPK, beide mit Munition. Für beide Schießeisen zusammen erhielt der Bückeburger beim Weiterverkauf 1700 Euro. In einem weiteren Fall dealte er mit 50 Gramm Marihuana, einer sogenannten „weichen“ Droge.

 Nun droht dem 39-Jährigen über die zuletzt verhängte Strafe hinaus der Widerruf zweier Bewährungen. Das wären weitere 21 Monate Haft. Verteidiger Ulrich Kraft vertraut darauf, dass die Strafvollstreckung zugunsten einer Behandlung der Drogensucht seines Mandanten zurückgestellt wird. Nach dem Betäubungsmittelgesetz ist dies unter Umständen möglich.

 Richter Rass sieht „durchaus positive Ansätze“ bei dem Angeklagten: „Er hat auf uns einen guten Eindruck gemacht.“ Für eine positive Sozialprognose, die Voraussetzung für Bewährung, reicht es indes nicht.

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