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Gute Passwörter sind Pflicht

IT-Sicherheit Gute Passwörter sind Pflicht

IT-Experte Roman Stühler führte seinen Zuschauern beim Neujahrsempfang der Volksbank Schaumburg in Bückeburg mittels "Live-Hacking" vor Augen, wie leicht Betrüger die Schwachstellen von Internet-Anwendungen ausnutzen können. Stühler mahnte besonders zur Sorgfalt bei der Wahl der Passwörter.

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Roman Stühler

Bückeburg. „Schalten Sie Ihr Handy lieber aus. Legen sie es am besten gleich in den Kühlschrank.“ Als Volksbank-Vorstand Joachim Schorling die Gäste des Neujahrsempfangs von Volksbank in Schaumburg, Handwerkern und Steuerberatern schmunzelnd vor dem Referenten des Abends warnte, hatte er die Lacher noch auf seiner Seite.

Doch als Roman Stühler seinen Ausflug in die Welt der Computer-Hacker beendet hatte, war vielen das Lachen vergangen: Zu eindringlich führten Stühlers Lektionen im „Live-Hacking“ den Besuchern die Gefahren und Schwachstellen vieler Internet-Anwendungen und Smartphone-Apps vor Augen.

Betrug beim Einkauf im Online-Shop? Kein Problem. Einfach die richtigen Links kopiert, aufrufen und zum Beispiel den Preis für ein Produkt nach unten korrigieren. Schon kommt das Goldarmband für neun statt 900 Euro ins Haus. Stühler: Bevor der Händler davon Wind bekomme, seien die Täter über alle Berge. Abhilfe für leichtsinnige Online-Händler schaffe die bessere Absicherung des Shops.

Eindringen ins Telefonanlagen-Programm über Google? Mit einigen Grundkenntnissen und dem Wissen, wonach gesucht werden muss, eine Sache von Minuten. Ruckzuck sind vertrauliche Nummern ausgespäht oder Anrufer auf eine teure Service-Hotline irgendwo in Afrika umgeleitet.

Übernahme einer „smart“ vernetzten Gebäudesteuerung? Auch dabei sind Sicherheitslücken über Google schnell ausgespäht. Da hilft nur eines: Sicherheitslücken schließen, gute Passwörter verwenden.

E-Mailzugang braucht beste Sicherung

Doch was ist ein gutes Passwort? Stühler zeigt, wie schnell Passwörter mit entsprechenden Programmen geknackt werden können. An Sicherheit sei zum Beispiel ein geschickt gewählter (und gut merkbarer) Satz wie „einerosaentesuchtvierkuscheligepuschen“ einer zehnstelligen Kombination von Buchstaben und Ziffern deutlich überlegen. Und: „Für jede Anwendung ein anderes Passwort verwenden.“ Außerdem: „Das Passwort fürs E-Mail-Konto am allerbesten absichern.“ Über einen gehackten Mailzugang könnten fast alle anderen Passworte angefordert werden.

Um die Zuhörer für IT-Sicherheit zu sensibilisieren, zeigte Stühler mit seinen beiden Laptops noch andere Tricks. Zum Beispiel, wie schnell sich Unbefugte in die Kommunaktion zwischen Rechner und einer Funktastatur einhacken können. Simple Programme zeichnen alle Tasteneingaben auf, schnell sind Zugangsdaten und Passwörter ausgespäht. Dann ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Datenklau oder zur Manipulation des gekaperten Rechners oder Firmennetzwerkes. Ein eingeschleustes Programm verschlüsselt zum Beispiel alle Daten – zur Entschlüsselung wird „Lösegeld“ fällig. Tipp: „Hände weg von den Funktastaturen.“

Verschlüsselungs- oder andere Schadprogramme gelangen oft auch über getürkte E-Mails auf den Rechner. Gefahr lauert meist im Anhang. Vorsicht sei also angebracht, wenn unerwartete Mails eintreffen. Denn: Jedes Virenschutzprogramm lasse sich umgehen, die Hacker seien stets einen Schritt voraus. kk

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