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Hans Georgi in der Stadtbücherei

Skat mit Wehner und Strauß Hans Georgi in der Stadtbücherei

Schön zu wissen: Erich Kästner ist im Anschluss an sein auf den 29. Juli 1974 datiertes Ableben in den Himmel gekommen. Und dort soll der weithin bekannte Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabaretttexter gemeinsam mit Herbert Wehner und Franz Josef Strauß eine quietschfidele Skatrunde bilden – das hat zumindest Hans Georgi behauptet, der am Sonnabend mit seinem Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“ in der Stadtbücherei gastierte.

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Telefonat mit Erich Kästner: Hans Georgi stellt in seinem Programm „Die Welt ist rund“ den Schriftsteller für Erwachsene vor.

Quelle: bus

Bückeburg. Mit diesem Start hatte der aus Aachen angereiste literarische Kabarettist die (überwiegend älteren) Lacher im Nu auf seiner Seite. Wie in der Annoncierung vermeldet, standen nicht Kästners Erfolgsgeschichten vom „Doppelten Lottchen“, dem „Fliegenden Klassenzimmer“ oder von „Emil und den Detektiven“, sondern dessen zumeist in den 1930 Jahren entstandene Lyrik im Mittelpunkt des kurzweiligen Abends. Immer wieder scharfzüngig eingefügte Sprünge in die gegenwärtigen Verhältnisse schmälerten das Kleinkunstvergnügen auf keinerlei Weise.

Georgi präsentierte seinen Protagonisten in vielfältiger Form. „Ich versuche, in knapp zwei Stunden das Leben dieses großen Mannes darzustellen – ein ganz und gar unmögliches Unterfangen“, ließ der Aachener eingangs seiner unterhaltsamen Ausführungen wissen. Was ihm aber, auf die angebliche „Unmöglichkeit“ bezogen, Aussagen vieler Zuhörer gemäß trotzdem aufs Feinste gelang.

Häufig trug er die von ihm vertonten Texte des Schriftstellers als Sänger vor, mitunter begleitete er die live oder per Playback erklingende Musik in einem an Bertolt Brecht und Kurt Weill erinnernden Sprechgesang. Zwischen den Stücken kamen Fakten, Anekdoten und Biografisches – „sein Muttchen nähte sich um Knopf und Kragen“ – aus dem Leben Kästners zur Sprache, die dessen Erlebnisse als Zeitzeuge der im Oktober anno 1929 von einem Zusammenbruch der New Yorker Börse ausgelösten Weltwirtschaftskrise, der Weimarer Republik und des Regimes der Nationalsozialisten erhellten.

Für die zeitlichen Rücksprünge in die Jetzt-Zeit spendierte das Auditorium ein ums andere Mal Sonderzwischenapplaus. Etwa als ein in Schaumburg, Hannover und Niedersachsen nicht vollends unbekannter „Gerhard der Gefärbte“ auftauchte, der „große Philosoph Berti Vogts“ zitiert wurde („die Realität sieht anders aus als die Wirklichkeit“) oder als im Zusammenhang mit der „Hymne auf die Bankiers“ Machenschaften aktueller Hauptdarsteller des nationalen und globalen Finanzwesens kritisch hinterfragt wurden.

Womit – retrospektiv – wieder der bayerische Kartenspiel- und Kreditexperte Franz Josef in den Blick des faszinierten Publikums rückte. „Der Strauß hat gestern einen Grand aus der Hand gespielt und einen fünften Bauern aus dem Ärmel gezogen“, teilte Erich Kästner seinem Gesprächspartner in dem eingangs erwähnten imaginären Telefongespräch mit. „Franz Josef Strauß im Himmel kann man sich kaum vorstellen“, merkte daraufhin Hans Georgi an. Und Kästner antwortete: „Ich bitte Sie, wenn überhaupt einer Beziehungen hat...“

Informationen für unsere jugendlichen Leser: „Jüngere Deutsche wissen höchstens noch, wer Franz Josef Strauß war. Aber was er war, das können sie nicht einmal erahnen. Weil diese Spezies von Politikern allenfalls in anderen Völkern überdauert hat, hier ist sie mit Strauß ausgestorben. Was er war? Mindestens ein Halbgott, dessen Porträt in guten bayerischen Wohnstuben gleich neben dem Herrgottswinkel hing, wenn es nicht gleich das Kruzifix ersetzte“, schreibt die in München ansässige „Süddeutsche Zeitung“ über den im Oktober 1988 gestorbenen ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten. bus

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