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Hauptwurzeln in Bückeburg

St. Marien Hauptwurzeln in Bückeburg

Mit einem Empfang hat die katholische St.-Marien-Gemeinde ihren früheren Pfarrer Benno Wessels gewürdigt. Wessels, der sich in Bückeburg bis heute „zu Hause fühlt“, feiert in diesem Jahr sein 50. Priesterjubiläum.

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Bückeburg. Damit hat Wessels zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn kaum rechnen können. Nach einem „Umweg“ über die Finanzabteilung einer Versicherung begann er 1972 seinen Dienst in Bückeburg. Er sei ein „Spätberufener“, sagt Wessels.

Sein Dienst als Kaufmann habe ihm zwar auch Freude gemacht – „noch mehr Freude aber ist es, ein Priester zu sein und das Wort Gottes verkünden zu dürfen“. Die Entscheidung, vom Beruf in die Berufung zu wechseln, habe er nie bereut.

„Man hat mich angesprochen, ob ich es nicht versuchen will, auch, weil schon damals Priester gefehlt haben“, erläutert Wessels seinen Entschluss. Viel Zeit zum Nachdenken habe er dann nicht mehr gebraucht. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich in dieser Weise gebraucht werde.“

Die Zeit in Bückeburg bezeichnet er als eine sehr wichtige in seinem Leben. „Hier habe ich meine Hauptwurzeln. Ich bin immerhin 17 Jahre, von meinem 37. bis zu meinem 54. Lebensjahr, hier gewesen.“ Dort habe er 1972 als Kaplan begonnen, 1976 sei er zum Pfarrer ernannt worden. „In dieser Gemeinde habe ich bis heute viele Freunde, ihr fühle ich mich besonders verbunden.“

Dieser besonderen Verbundenheit war es auch geschuldet, dass Wessels sein Priesterjubiläum zweimal gefeiert hat: in seiner Heimatgemeinde in Bremerhaven und in Bückeburg.

Dass seine Arbeit im Finanzwesen mehr war als ein „Umweg“, zeigte sich beim an den Gottesdienst anschließenden Empfang. Johannes Kersting lobte Wessels für seinen Anteil am Neubau des Pfarrheims und charakterisierte ihn als „Seelsorger, Kaufmann und Reisenden. Ohne ihn hätten wir niemals so viele Zuschüsse für unser Pfarrheim einwerben können“, so Kersting. Wessels habe viel für die Gemeinde getan.

Aber auch im seelsorgerlichen Bereich hat der Probst im Ruhestand die Gemeinde geprägt. Wessels habe sehr gut zuhören können und immer das richtige Wort gefunden, meinte ein Gast. Ein anderer sprach davon, dass Wessels zugewandt gewesen sei und sich viel Zeit genommen habe. Wie herzlich das Verhältnis bis heute ist, zeigte sich am Ausgang nach dem Gottesdienst, als Wessels jedes Gemeindeglied mit Handschlag und oft auch einer Umarmung verabschiedete. „Es ist so schön, dass sie wieder einmal bei uns sind“, war der am häufigsten gebrauchte Satz an diesem Mittag. Und mehr als einmal standen den Besuchern dabei die Tränen in den Augen.

In seiner Rede erinnerte Kersting an die vielen gemeinsam erlebten Momente. An die Prozessionen und Gottesdienste sowie an die vielen Jugendfahrten, die Wessels besonders geschätzt habe.

Bevor er Probst in Verden wurde, war er fünf Jahre in Bolivien tätig, ein Aufenthalt, der ihn bis heute prägt, wie Wessels sagt. „Ich war damals sehr an der Befreiungstheologie interessiert und bin bis heute der Auffassung, dass sich Kirche für die Belange der Ärmsten und Schwächsten einsetzen muss.“ Wer Elend sehe, müsse helfen – das könne im Kleinen geschehen oder im Großen.

 Wie umtriebig und engagiert der 81-Jährige bis heute ist, zeigt ein Blick in seinen Kalender: Dieser ist noch immer ganz schön dick. mig

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