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Bückeburg Stadt Fenkner als Fundgrube
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Fenkner als Fundgrube
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00:17 20.03.2016
Ein aktuelles Foto, das an frühere Zeiten erinnert: Hermann Fenkner hinter der Theke des gleichnamigen Gasthauses. Quelle: bus
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Bückeburg

Ebenfalls kaum überschaubar war die Zahl der Besucher, die sich diese Chance nicht entgehen lassen wollten.Wenige Minuten nach Öffnung der Gaststättentür drängten die Gäste zu den im Saal und im Clubzimmer gestapelten Schnäppchen. „Alles in allem waren es mehr als 250 Interessenten“, gab Fenkners Tochter Gabriele Hecht zu verstehen. Das unter dem Motto „Alles muss raus“ präsentierte Angebot umfasste Schnäppchen in Hülle und Fülle. Zum Verkauf standen nicht nur wirtshaustypische Dinge wie Geschirr, Gläser und technisches Gerät, sondern auch allerhand Kuriositäten wie handgehäkelte Babyschuhe, ein vorsintflutlicher Rasenmäher und ein Hund aus Pappmaschee.

Ein letzter Blick in den Schankraum

Des Weiteren fanden sich jede Menge Textilien, Tonkrüge und Dekorationsartikel. „Eine Fundgrube wie aus dem Flohmarkt-Bilderbuch“, meinte eine Besucherin. „Und alles zu vertretbaren Preisen“, eine andere. Lediglich beim Mobiliar und einigen hochwertigen Artikeln musste die Kundschaft etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. Viele Gäste nutzten unterdessen die Gelegenheit, ein letztes Mal im Schankraum vorbeizublicken, wo Hermann Fenkner gemeinsam mit der langjährigen Mitarbeiterin Christa Robl Erinnerungen an frühere Zeiten wach werden ließ. Dass die Besucher dabei auf die sonst dort stehenden Barhocker verzichten mussten, nahm dem Gastgeber niemand übel. „Die hatte ich wie etliche andere Dinge bereits vorher veräußert“, erläuterte Fenkner.

Der allseits beliebte Gastronom hieß das Publikum in einem Haus willkommen, dessen Existenz Dokumente im Staatsarchiv bereits für das Jahr 1730 belegen. Es war anno 1879 von Fenkners Urgroßvater Georg Wimmer erworben worden. 1909, drei Jahre, nachdem Großvater Hermann Fenkner und dessen Frau Martha, geborene Wimmer, die Regie übernommen hatten, erfolgte mit der Errichtung des großen Festsaales auf dem hinteren Grundstücksteil eine erste bemerkenswerte Baumaßnahme.

Das Gebäude ist verkauft worden

Der jetzt Abschied nehmende Hermann Fenkner führte den Betrieb seit 1967. Unter der Federführung von ihm und seiner Frau Brigitte entstand eine moderne Kegelbahn. Ein erster Umbau ließ den Saal in neuem Glanz erstrahlen. 1975 erhielt die zur Wallstraße gelegene Hausfront ein neues Gesicht. 1977 rückten die Handwerker an, um im Saal die bis dahin existierende Bühne zu demontieren. Zum „Hundertjährigen“ wurde der Saal – innen wie außen – erneut auf Vordermann gebracht. Von der ganzen Pracht wird bald voraussichtlich nichts mehr zu sehen sein. Das Gebäude ist verkauft worden, soll dem Erdboden gleichgemacht werden und einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 20 Wohnungen weichen. Auskünften des Käufers zufolge laufen bezüglich des Vorhabens gegenwärtig Vorgespräche mit dem städtischen Bauamt.

Hinsichtlich seiner privaten Zukunft kündigte Fenkner an, auf jeden Fall in Bückeburg bleiben zu wollen „Und zwar zentrumsnah“, wie der gebürtige Bückeburger betonte, der jetzt seinen Steckenpferden Geschichte, Heimatkunde und Heimatverein wesentlich mehr Zeit als in der Vergangenheit einräumt. Und selbstverständlich will der Träger des Bürgermeisterordens und langjährige Chef der 2. Kompanie auch das Bürgerbataillon nicht vernachlässigen.

"Wir werden die Reste erneut anbieten"

Bleibt zu erwähnen, dass die während des Hausflohmarktes nicht verkauften Gegenstände demnächst auf anderen Flohmärkten auftauchen. „Wir werden die Reste sortieren und erneut anbieten“, erläuterte Fenkners Tochter Gabriele. Und Papa Hermann erinnerte daran, dass ein besonderes Erinnerungsstück ebenfalls noch auf einen Käufer wartet: „Wer zu Hause noch Platz für eine prima Kegelbahn hat, soll sich bei mir melden.“ bus

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