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Hausherr Alexander geht unter die Imker

Bückeburg / Schlossbesucher Hausherr Alexander geht unter die Imker

Erstmals seit Jahren hat es das Schloss geschafft, den Rückgang der regulären Schlossbesucher zu stoppen. 2011 besuchten 50000 „reine Besucher“ das Schloss, sagte Schlossverwalter Alexander Perl, im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Kindergeburtstage mit Kostüm und Schatzsuche gehören neu zum Angebot von Schloss Bückeburg.

Quelle: rc

Bückeburg. Bückeburg (rc). „Nicht viel“, formulierte er – und erinnerte daran: „Wir kommen herunter von einst 140000 Besucher jährlich.“ Diese Zahl schafft das Schloss zwar seit einigen Jahren wieder, aber nur, wenn die Besucher aller Veranstaltungen wie Landpartie, Weihnachtszauber, Ährensache oder die Konzerte hinzugezählt werden. 160000 Besucher waren es nach Auskunft von Perl in 2011. Seine Bilanz: „2011 war ein gutes Jahr.“

 Damit das so bleibt, hat der Stammsitz derer zu Schaumburg-Lippe einiges in petto, was in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll: zum einen Altbewährtes, aber auch einiges Neues. An erster Stelle nannte Perl natürlich Landpartie und Weihnachtszauber, die seit Jahren wahre Besuchermagneten sind und zusammen um die 80- bis 90000 Besucher jährlich auf das Schloss locken. Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird es in diesem Jahr auch wieder die Ährensache geben, die Schaumburger Land- und Forstwirtschaftsmesse. Dort wird es einige Verbesserungen geben, wie Perl sagte. Wegen der Weitläufigkeit des Geländes wird zum Beispiel eine Parkbahn ihre Kreise ziehen. Ausgestellt wird vom 31. August bis 2. September.

 Abgesagt ist dagegen eine Wiederauflage des „Feuerzaubers“, des Feuerwerks mit Musik. Diese drei Veranstaltungen fanden im vergangenen Jahr zwar regen Zuspruch, gerne hätte man auch weiter gemacht, so Perl: „Aber es gab massive Sicherheitsbedenken.“ Aus feuerpolizeilichen Erwägungen hätte auf ein Höhefeuerwerk verzichtet werden müssen, um nicht die Dächer des Schlosses in Brand zu schießen. Ein einfaches Bodenfeuerwerk hätte bedeutet, dass die Besucher wegen der bodennahen Pulverschwaden von dem Feuerwerk wenig oder gar nichts gesehen hätten.

 Erstmals wird es in diesem Jahr eine so genannte „Locationmesse“ geben, wie Perl berichtete, der in Personalunion auch Vorsitzender des Bückeburger Stadtmarketing ist. Alle Vermieter von Räumlichkeiten in Bückeburg werden ihre Gebäude, Einrichtungen, Hotels, gastronomischen Betriebe oder Säle vorstellen. Dazu sollen Event- und Seminarplaner sowie mittelständische Unternehmen aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometer eingeladen werden, die die Räumlichkeiten in Bückeburg für Veranstaltungen, Konferenzen, Firmenfeier und vielem mehr nutzen können.

 „Wir haben 22 Räumlichkeiten in der Stadt, mit Platz für bis zu 600 Gästen, die für Events zu mieten wären, mehr als jede andere Stadt im Umkreis“, warb Perl. Dieses Potenzial gelte es zu nutzen, um weitere Gäste nach Bückeburg zu locken. Dieses Potenzial gelte es, auszubauen und bekannt zu machen. Alle Veranstalter müssten an einem Strang ziehen, Neid sei unangebracht. Es nutze keinem, wenn einer bei einer Anfrage, die er nicht selbst managen kann, auf Veranstalter von außerhalb der Stadt verweist. „Das muss in der Stadt bleiben.“ Eine solche Messe bedeute eine „win-win-Situation“ für alle. Und griff eine Formulierung seines Vorgängers Sønke Lorenzen auf: „Wir müssen uns gegenseitig befruchten.“ Dass die Idee umgesetzt wird, scheint sicher. Erste positive Vorgespräche haben bereits stattgefunden.

 Ein weiteres Jahr Pause macht dagegen die Tourismusbörse, die das letzte Mal 2006 stattgefunden hat und Anbieter aus der gesamten Region nach Bückeburg geholt hat. März oder April 2013 ist nach Auskunft von Perl als nächster Termin ins Auge gefasst.

 Um im eigenen Hause, sprich Schloss, die Zahl der „reinen Besucher“ zu erhöhen, sollen vermehrt Themenführungen angeboten werden, wie Oliver Glissmann sagte, seines Zeichens Schlossführer und Kunsthistoriker. „Wir zeigen in unserer Dauerausstellung nur einen ganz kleinen Teil unseres Fundus.“ Es sei immer nur „ein kleines bisschen“ ausgestellt: „Dabei gibt es tausend Sachen, die man erzählen kann.“ Spezialführungen werden jedenfalls zu den Themen Gemäldegalerie, zur Architektur des Schlosses, zur Waffenkammer, zur Technik des Schlosses, zum Schlosspark und zum Mausoleum angeboten sowie Themenabende zu bedeutenden Persönlichkeiten des Fürstenhauses. In diesem Jahr ist etwa Graf Wilhelm an der Reihe. Jede Themenführung dauert eineinhalb Stunden.

 Dazu kommen neu Kinderführungen und Kindergeburtstage, die künftig auch auf dem Schloss gefeiert werden können. Das Motto: „Einen Tag Prinz oder Prinzessin“. Die Kinder erhalten Verkleidungen, es wird einen kleinen Empfang geben, begeben sich auf Schatzsuche, erfahren, wie sich ein Ritter im Kampf oder aber eine Prinzessin am Tisch verhält, oder lernen, was Stuck ist, und warum Gips aussieht wie Marmor. Zwischendurch und zum Abschluss gibt es natürlich eine Stärkung.

 Und übrigens: Der Schlossherr geht unter die Imker. Ab Juni werden eigene Bienenvölker den Schlosspark und die angrenzenden Hofwiesen bevölkern. Der Honig wird im Schloss-Shop verkauft. „Wir wollen uns mehr regionalisieren“, so Perl. Statt eines österreichischen Chocolatiers wird künftig der Landsitz Kapelle aus Steinhude mit seiner 250-jährigen Schokoladentradition das Schloss beliefern. Und neuen Sekt, Secco, Rot- und Weißwein eines neuen Anbieters wird es auch geben.

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