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„Hausmusik mit Freunden“

Bückeburg „Hausmusik mit Freunden“

Lampenfieber? Lampenfieber musste Alexander zu Schaumburg-Lippe nun wirklich nicht haben. Der Hausherr, der sein musikalisches Licht gerne unter den Scheffel stellt, machte bei seinem Auftritt auf Schloss Bückeburg eine wirklich gute Figur. Sein Duett mit Friedrike Krum gab dem Kulturfest „Classics meet Soul & Jazz“ die richtige Würze. Ein echter Ohrenschmaus!

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Großer Auftritt: Die „EuropaChorAkademie“ und die Schaumburger Märchensänger treten gemeinsam auf.

Quelle: mig

Bückeburg. Dass Alexander gerne Klavier spielt, weiß Bückeburg schon lange. Der Adelige ist Vorsitzender des Kulturvereins, bei vielen Konzerten sitzt er in der ersten Reihe. Seit Sonntag weiß ganz Fernseh-Deutschland: Der Schlossherr klimpert nicht vor sich hin, er ist ein echter Könner. Vor der Kulisse von rund 500 Zuhörern und zwei Fernsehsendern entspann sich ein locker-leicht klingendes Duett, das den beiden Protagonisten sichtlich Freude machte. Friedrike Krum brachte ihren strahlenden Mezzosporan zu vollster Prachtentfaltung, Alexander zu Schaumburg-Lippe hatte ein Händchen für klangliche Details, für dynamische Abstufungen. „Ein tolles Duo“, war das Publikum sich einig.

 Er sei ein „Amateur“, hatte Alexander vor der Veranstaltung gesagt, und: „Zusammen mit Friederike Krum auf der Bühne zu stehen, jagt mir Respekt ein. Ich habe wirklich Lampenfieber.“ Dabei war schnell klar, dass jegliche Aufregung völlig unnötig war. Von Beginn an bewegten sich die beiden Künstler auf Augenhöhe, waren überhaupt bestens aufeinander abgestimmt. Krums geschmeidiger, volltönender Sopran jagte den Zuhörern immer wieder Gänsehaut über den Rücken. Und das leichthändige Spiel des Schlossherrn gab dem Vortrag eine besondere Note. Sowohl das angejazzte „Amazing Grace“, als auch das tief empfundene „Ave Maria“ hat man so selten gehört. Voller Leuchtkraft und dennoch hin- und herswingend. Höhepunkt war dann das Liebeslied „When I fall in love it will be forever“ von Nat King Cole, das ganz leicht und entspannt daherkam.

 „Hausmusik mit Freunden“ hatte Alexander zu Schaumburg-Lippe den Abend in seiner Begrüßung genannt. Kurzum: eine fast intime Stimmung, die dem Ganzen eine besondere Note gab. „Immer wenn ich mit Friedrike zusammentreffe, fangen wir an zu spielen“, ließ er die Zuhörer wissen. Ein „Selfie“ mit dem Smartphone dokumentierte den tollen Auftritt, es folgte das lockere „Summertime“ als Zugabe. Das Publikum war begeistert: Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung!

 Begonnen hatte der „Dialog der musikalischen Welten“ aber schon früher, mit der „EuropaChorAkademie“ unter der Leitung von Joshard Daus. Die Sänger zeigten sich in bestechender Form und von durchgehend hoher Präzision. Schon die „Joyful variations on Handels’s Messiah“ waren ein echter Ohrenschmaus. Der gewaltige Klang brauste durch den Festsaal, ohne sein Tempo und seine Dynamik zu verlieren. Einmal mehr zeigte sich an diesem Abend, wie opulent die „EuropaChorAkademie“ in allen Stimmen besetzt ist. Es folgte die swingende Fassung von „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Pianist Vladyslav Sendecki und die Sänger gaben richtig Gas, die Zuhörer wippten mit den Füßen. Das hatte Schmackes, das hatte Pfiff. Sendecki baute Brücken zwischen Klassik und Jazz, ohne die jeweilige Form verloren zu geben.

 Den Schlusspunkt eines tollen Konzertes setzten die Kinder der Schaumburger Märchensänger, die zusammen mit der „EuropaChorAkademie“ Songs aus Filmen vortrugen. Darunter: Danny Elfmans „Alice im Wonderland“, „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und „Der Soldat James Ryan“. Vor allem Letzterer bietet einen grandiosen Klangrausch voller Expressivität. Kurzum: ein gelungener Grenzgang zwischen Jazz, Klassik und Soul, „Crossover“ als Brückenschlag und nicht als beliebiges „All you can eat“-Büfett. mig

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