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Heiteres Spiel

Osnabrücker Symphonieorchester Heiteres Spiel

Ein beglückendes Konzert zum Frühlingsbeginn hat das Osnabrücker Symphonieorchester unter der Leitung von Andreas Hotz gegeben. Auf Einladung des Kulturvereins Bückeburg spielten die Musiker Werke von Wolfgang Amadeus Mozart („Konzert für Flöte und Orchester“ G-Dur, KV 313), Jospeh Haydn (Sinfonie Nr. 1 „Die Uhr“) und Robert Schumann (Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 97 „Rheinische“).

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Gut aufgelegt: Solist Sebastian Jacot und das Orchester.

Quelle: mig

BÜCKEBURG. Mitgebracht haben die „Osnabrücker“ ein Programm, dass sowohl Werke der „Wiener Klassik“ (Haydn, Mozart), als auch der „Romantik“ (Schumann) enthält. Mit der Pause als Trennlinie bietet sich so eine schöne Gelegenheit zum direkten Vergleich. Dank der exzellenten und werktreuen Spielweise der „Osnabrücker“ sind die Unterschiede tatsächlich augenfällig. Denn während Haydn und Mozart die dahergebrachten Formen teils streng durchdeklinieren, werden diese von Schumann mehr und mehr aufgebrochen. Das gilt auch für die „Rheinische“, die gleich mehrfach Überraschungen bereit hält. Vor allem im vierten Satz wartet der Zuhörer vergeblich auf Beschleunigung.

"Hier und heute" und aufs Land

Schon die ersten Takte lassen aufhorchen. Einmal, weil sie seit Jahrzehnten als Titelmelodie der Sendung „Hier und heute“ (WDR) dienen und so zur inoffiziellen Hymne des Rheinlandes geworden sind. Zum anderen, weil sie einem mit ihrem markanten, schwungvollen Hauptthema unmittelbar ins Werk hineinziehen.

Einen Ausflug aufs Land unternimmt der zweite Satz, der im Grunde den Charakter eines Ländlers hat. Er wird von einem gemütlichen, folkloristischen Thema bestimmt, das den „Osnabückern“ gut gelingt. Immer wieder schauen sich die Musiker an, bleiben so im Dialog.

Der vierte Satz schließlich überrascht den Zuhörer schon allein deshalb, weil man an dieser Stelle einen schnellen Finalsatz erwarten würde. Stattdessen setzt ein breites, choralartiges Thema ein, das an eine Zeremonie denken lässt. Den Schlusspunkt bildet der fünfte Satz, der schwungvoll und heiter daherkommt. Den bestens aufgelegten Musikern gelingt hier ein leichtfüßiges Dahingleiten, das zum Träumen einlädt.

Auf den perfekten Einsatz kommt es an

Aber auch an Haydns Sinfonie „Die Uhr“ hat das Publikum viel Freude – an den vielen kleinen Details und Akzenten, die vom Orchester schön herausgearbeitet werden, und an den Überraschungsmomenten, die es pointiert auskostet. Das eher heitere Werk hat seinen Namen übrigens wegen des Pizzicatos der Streicher und Fagotte im zweiten Satz bekommen. Wenn hier ein Einsatz nur minimal zu spät kommt, ist der ganze uhrwerkautomatenhafte Eindruck ruiniert. Die „Osnabrücker“ nehmen diese Klippe, ohne zu straucheln. Das geht nur mit einem hohen Maß an Präzision und technischer Versiertheit.

Gut herausgearbeitet hat das Orchester auch die scheinbar falsche Harmonie in der Flötenmelodie. Doch die Dissonanz zwischen Flöte und Streichern ist gewollt, Haydn hat sich einen musikalischen Witz erlaubt.

Bei Mozarts „Konzert für Flöte und Orchester“ mit Sebastian Jacot an der Flöte verdient sich der Solist großes Lob: Sein Vortrag zeichnet sich durch übermütige Sprünge und Arpeggien aus. Wie Silberpfeile kommen Läufe und Triller, die Finger fliegen. Ein unbeschwertes, heiteres Spiel hebt an, das in einem eindringlichen Dialog mit dem Orchester mündet. mig

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