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Bückeburg Stadt Herzensangelegenheit Leselust
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18:58 12.02.2019
Stabübergabe bei der Leselust Schaumburg: Irmtraud Gratza-Lüthen (Zweite von links) übernimmt die Projektleitung von Klaus Suchland (links), der aufhört. Dass die Leselust läuft, dafür sorgt die Bürgerstiftung Schaumburg in Person des Vorstandsvorsitzenden Rolf Watermann (Dritter von links) und Anke Milost als Büroleiterin. Quelle: rc
Bückeburg

Sie lesen Kindern vor, sorgen für Lese- und Bildungskompetenz sowie Selbstvertrauen bei Kindern von zwei Jahren bis ins Teenager-Alter. Am Dienstag nun hat Suchland aus Altersgründen die Projektleitung der Leselust in jüngere Hände übergeben. Ab sofort zeichnet Irmtraud Gratza-Lüthen als Projektleiterin für die Leselust verantwortlich – bis vor Kurzem Direktorin des Gymnasiums Bad Nenndorf. „Leselust ist mir eine Herzensangelegenheit, Lesekompetenz der Schlüssel für Bildung“, sagte sie bei der Stabübergabe im Büro der Bürgerstiftung Schaumburg in Bückeburg, wo Anke Milost ebenfalls seit Kurzem quasi als Geschäftsführerin für die Koordination der Leselust sorgt und alles am Laufen hält. Als sie gefragt worden sei, habe sie sofort Ja gesagt, so Gratza-Lüthen weiter. Sie wolle und werde die bisherigen Lesepaten in deren freiwilligem Engagement unterstützen und begleiten. Und sie wolle auch weiterhin für Nachwuchs sorgen. Denn bedingt dadurch, dass die Lesepaten in der Regel bereits älter sind, gibt es altersbedingt eine recht hohe Fluktuation. „Darum müssen wir uns kümmern“, so Gratza-Lüthen.

Studien haben ergeben, dass regelmäßiges Vorlesen für die Entwicklung von Kindern wichtig ist. Ein Drittel aller Eltern liest ihren Kindern gar nicht oder selten vor und nimmt damit ihren Kindern Bildungschancen. Zwei Gruppen müssten daher noch stärker zum Vorlesen animiert werden: Eltern, die selbst nicht über eine ausreichende Schulbildung verfügen und häufig einen Migrationshintergrund haben, und Männer.

Andere Kulturkreise nicht erreicht

Beides Gruppen, um die die Leselust Schaumburg verstärkt werben will: Gerade einmal zehn Männer sind bisher bei der Leselust aktiv. Andere Kulturkreise habe er trotz aller Bemühungen nicht erreicht, räumte Klaus Suchland ein. Dabei sei es hilfreich, wenn etwa ausländische Kinder ihre erworbene Lese- und Sprachkompetenz dazu nutzen würden, ihren Großeltern die Sonderangebote heimischer Supermärkte zu vermitteln, ergänzte die neue Projektleiterin. Aus ihrer Praxiserfahrung sei sie sich aber sicher, dass sich das wandele, da immer mehr Referenten anderer Kulturkreise als Lehrer an die Schulen kämen. Zudem seien Schaumburgs Schulen „deutlich bunter“ geworden.

Dass die Leselust hilft und in den vergangenen zehn Jahren vieles bewegt hat, davon ist Gratza-Lüthen überzeugt: „Ja, das ist messbar.“ Die Kinder würden keine Überflieger, aber die Lesekompetenz steige, „und sie gewinnen an Sicherheit und Selbstbewusstsein“. Des Weiteren machten sie die Erfahrung, dass jemand für sie da sei, ein Lesepate, der sie wertschätze und auch bei Problemen zuhöre, etwa wenn der Hamster gestorben sei.

Viel Positives also, was auch die Bürgerstiftung Schaumburg bewogen hat, die Leselust dauerhaft zu unterstützen, wie der Vorstandsvorsitzende Rolf Watermann bei der Stabübergabe sagte. Anke Milost sitzt im Büro der Bürgerstiftung und übernimmt dort quasi als Geschäftsführerin die Koordination der Leselust. Deren Schirmherr übrigens Klaus-Henning Lemme ist, Vorsitzender der Schaumburger Landschaft.

Von Raimund Cremers