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Bückeburg Stadt Heute wird dem NS-Widerstand gedacht
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Heute wird dem NS-Widerstand gedacht
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00:17 22.07.2017
Quelle: Archiv
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BÜCKEBURG

Die Kranzniederlegung vor dem Mahnmal des in Bückeburg geborenen, zum Umfeld Stauffenbergs zählenden Adeligen Kurt von Plettenberg am 73. Jahrestag des Stauffenberg-Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 werde in puncto Zweck und inhaltlicher Aussagen genauso wie in den Vorjahren über die Bühne gehen.

Der Hinweis des Bückeburger Stadtoberhauptes bezieht sich auf die Unterlassungsklage, der sich die Stadt in den vergangenen Monaten ausgesetzt sah (wir berichteten). Ein in Cammer beheimateter Einwohner hatte das Landgericht Hannover angerufen, um ein Verbot der Ehrung Plettenbergs zu erwirken. Die Kommune solle verurteilt werden, „es bei Vermeidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung fälligen Ordnungsgeldes bis zu 50000 Euro zu unterlassen, schriftlich oder wörtlich zu behaupten, dass Kurt Freiherr von Plettenberg Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Opfer des Staatsstreiches vom 20. Juli 1944 war“, heißt es in der Klageschrift.

Klage vom Tisch

Zudem solle der Stadt per Gerichtsentscheid auferlegt werden, die Abgabe des von ihr herausgegebenen Faltblattes „Bückeburg unterm Hakenkreuz“ einzustellen und die darin abgedruckte Behauptung, von Plettenberg sei „Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus gewesen und am 10. März 1945 in Berlin als Opfer des 20. Juli“ verstorben, „durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Kläger und durch erkennbar geeignete öffentliche Verbreitung zu widerrufen“.

Die Klage ist, wie bekannt, mittlerweile vom Tisch. Das Gericht vermochte bei dem Kläger keine Befugnis zu dessen Vorgehensweise erkennen. Dessen Rechte seien durch das Verhalten der Stadt nicht verletzt worden, so die Urteilsbegründung.

Für Karl-Wilhelm von Plettenberg, Sohn des Widerstandskämpfers, ist die Sache damit noch nicht ausgestanden. Die Familie sei nach wie vor „fassungslos“, so der heute in Essen lebende Nachfahre, zumal der Cammeruner – neben der Klageeingabe – noch andere Versuche gestartet habe, Persönlichkeit und Andenken des Vaters in den Schmutz zu ziehen: „Was immer den Herrn antreiben mag – seine Argumentation ist haltlos.“ Das Leben und Wirken Kurt von Plettenbergs sei durch eine ganze Reihe absolut glaubwürdiger Zeitzeugen belegt und von allen namhaften, mit der Materie befassten Historikern wissenschaftlich erforscht worden. „Das Ganze ist wie ein böser und boshaft inszenierter Albtraum.“ Wenn das nicht bald ein Ende habe, werde man dem Rat befreundeter Anwälte folgen und gegen den Spuk mittels Verleumdungsklage vorgehen.

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