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„Heute wird es Krengel geben …“

Zu Ehren von Bernhard Faust „Heute wird es Krengel geben …“

„Heute wird es Krengel geben, ist das nicht famos …“, singen die Kinder auf der Bühne. Und alle auf dem Bückeburger Marktplatz stimmen ein. Fast tausendköpfig ist die Schar der Kinder, der Erzieher, Lehrer und Eltern, die sich auf dem Marktplatz eingefunden hat, um das Krengelfest zu feiern.

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Bunt – und bestes Wetter: Die Bühne auf dem Marktplatz ist beim Krengelfest dicht umlagert.

Quelle: rc

Bückeburg. Damit wird Dr. Bernhard Faust gedacht, der vor rund 200 Jahren die Pockenschutzimpfung im Fürstentum Schaumburg-Lippe eingeführt hat.

Mit Bollerwagen, prall gefüllt mit Krengeln und Getränke, sind die Kindergärten und Grundschulen am Mittwochmorgen auf den Markt gezogen. Die Grundschule Am Harrl als die ausführende Schule hat es wieder übernommen, das Porträt Dr. Fausts, einen Pockenarm und den überdimensionalen Krengel auf den Markt zu tragen. Die Klasse 3a führt ein Theaterstück auf, das eine Impfsituation in der Praxis von Dr. Faust zeigt. Ansonsten bestimmen Tänze, Lieder (der Körperteil-Blues oder Dr.-Faust-Rap, alle von diversen Klassen der Grundschule Am Harrl einstudiert) bunte Bänder und – zum Abschluss – der Zauberkünstler Belu das Programm.

Letztes Fest vor vier Jahren

„Ein wunderschönes Bild“ freute sich Bürgermeister Reiner Brombach bei seiner Begrüßungsrede: „So schön sieht der Marktplatz nie aus.“ Er wünsche sich dieses Fest jedes Jahr, am besten jeden Tag. Eine kleine Anspielung darauf, dass das Krengelfest das letzte Mal vor vier Jahren stattgefunden hat. Das Fest ist mit reichlich Arbeit und Organisation verbunden. „Wir haben es geschafft, es wieder auszurichten“, freute sich Rektorin Antje Kronenberg.

Krengel als Belohnung für schmerzhafte Impfung

Mit dem Krengelfest gedenkt der Stadt einer ihrer berühmtesten Bewohner, dem Arzt Dr. Bernhard Faust (1755 bis 1842). Er kam 1788 als Leibarzt von Fürstin Juliane an den Bückeburger Hof und führte als einer Ersten in Deutschland die Pockenschutzimpfung ein, einer Seuche, die damals tausende Menschen dahinraffte. Weil die Impfung schmerzhaft war, gab es im Anschluss zur Belohnung einen Krengel. Dr. Faust machte sich um das Gesundheitswesen verdient, setzte aufs Wasser – zum Waschen und Trinken – sowie auf Licht und Luft in Wohnungen und Städten. Am Harrl gegenüber dem „Alten Forsthaus“ ließ er den ersten Sportplatz des heutigen Niedersachsens erbauen. Er verfasste den Gesundheitskatechismus, der in der Folge in viele europäische Sprachen übersetzt wurde.  rc

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