Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Hier gehört das Jagdhorn zum guten Ton

Berufsjäger-Ausbildung Hier gehört das Jagdhorn zum guten Ton

Die Revierförsterei Meinser-Kämpen des fürstlichen Forstamtes hat jetzt zum ersten Mal in seiner weit zurückreichenden Geschichte eine praktische Abschlussprüfung von Berufsjäger-Auszubildenden erlebt.

Voriger Artikel
Mäzen und NS-Größen
Nächster Artikel
Unter jedem Kirchturm ein Pastor

Prüflinge und Prüfer posieren auf dem Areal der fürstlichen Revierförsterei Meinser-Kämpen.

Quelle: bus

BÜCKEBURG/MEINSEN-WARBER. Das Besondere an der Premiere war der Umstand, dass die Prüflinge aus der gesamten Bundesrepublik angereist waren. „Wir haben 17 Kandidaten und zehn Prüfer begrüßt“, so Revierförster Sören Peters.

Auf dem Programm des zweitägigen Examens stand zunächst die Bewertung und monetäre Betrachtung eines Wildschadens. „Wildschweine und Rotwild hatten sich in einem Weizenacker ausgetobt“, verdeutlichte Peters die zu beurteilende Situation. Bei der zweiten Aufgabe ging es um die aus naturschutzfachlicher und jagdlicher Sicht vorteilhafte Gestaltung eines Teichgrundstücks.

Der zweite Tag nahm seinen Anfang mit einer Exkursion nach Schloss Baum, wo die Azubis eine Jagd an einem aufgebrochenen Fuchsbau organisieren mussten. „Dabei sollten auch Tierschutz- und Sicherheitsaspekte beachtet werden“, erklärte Peters. Zurück an der Försterei Meinser-Kämpen war beim Abbalgen von Waschbären das handwerkliche Geschick der Kandidaten gefragt.

Jagdhorn als Alternative zum Handy

Dass das Geschehen von Jagdhornsignalen begleitet wurde, gehört bei angehenden Berufsjägern zum guten Ton. „Es gibt in entlegenen und weitläufigen Revieren immer noch Gegenden, in denen auf Handy und Smartphone wenig Verlass ist“, erklärt Peters. Dort biete das Jagdhorn eine probate Alternative. Das Jagdhornblasen zähle ebenso zu den Grundvoraussetzungen des Berufs wie der Besitz von Führerschein und Jagdschein.

Die Jagdschein-Prüfung bezeichnete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einmal als „einen der schwierigsten Tests, die man ablegen muss, um einem Hobby nachgehen zu können“. Doch es gehe nicht nur ums Wild. „Die drei großen Themengebiete sind der Jäger und sein Revier, seine Waffe und sein Recht. Letzteres ist das Umfangreichste, man muss sich in sehr vielen Bereichen auskennen, vom Waffen- bis zum Lebensmittelrecht.“

Drei Jahre Lehrzeit

Berufsjäger ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer Lehrzeit von drei Jahren. Im Anschluss an die erfolgreiche Abschlussprüfung trägt der Absolvent die Berufsbezeichnung „Revierjäger“. Danach besteht die Möglichkeit, die Meisterprüfung abzulegen. Der Meisterlehrgang wiederum befähigt den Berufsjäger dazu, den Nachwuchs auszubilden und sich Revierjagdmeister zu nennen.

Vor der praktischen Ausbildung ist der Besuch der Berufsfachschule in Northeim Pflicht. Die Ausbildung erfolgt zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Berufsjäger und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie mit Unterstützung des Deutschen Jagdschutzverbandes. Das erste Ausbildungsjahr spielt sich, unterbrochen von 16 Wochen Praktika, überwiegend in schulischer Form ab. Das zweite und dritte Ausbildungsjahr geht begleitet von jeweils acht Wochen Blockunterricht, in zwei unterschiedlichen Ausbildungsbetrieben über die Bühne. bus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg