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Hier pocht das Herz der Stadt

Umspannwerk am Oberwallweg Hier pocht das Herz der Stadt

„Von hier bekommt jeder Bückeburger seinen Strom.“ Das sagt der Diplom-Ingenieur Heinrich Matthias, Handlungsbevollmächtigter von Westfalen Weser Netz, als er mit einem Schlüssel die Stahltür zum Umspannwerk Bückeburg öffnet, für einen Blick hinter die Kulissen.

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In diesem Transformator wird der Strom, der vom Umspannwerk Kleinenbremen-Wülpke mit 30000 Volt kommt, auf 10000 Volt umgewandelt, um dann auf die Trafohäuschen im Stadtgebiet verteilt zu werden.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Das lang gestreckte Gebäude liegt etwas versteckt am Oberwallweg. Nur den Wenigsten ist bekannt, was da passiert. Noch weniger haben das Gebäude bisher betreten dürfen. Von außen weist wenig darauf hin, dass dort das Herz der Stadt pocht. Lediglich Fachmänner können durch ein leises Brummen hören, dass hinter den Mauern ein großer Transformator arbeitet. In ihm wird der Strom, der mit 30000 Volt über zwei dicke Kabel vom Umspannwerk in Kleinenbremen Wülpke kommt, auf 10000 Volt umgespannt. Die 10000 Volt werden weiter auf Dutzende von Schaltanlagen im zweiten Raum des Umspannwerks geleitet und fließen von dort über Kabel weiter in 16 Trafohäuschen, die über das Stadtgebiet verteilt sind: Sei es Krankenhaus, Fürst-Ernst-Straße, Georgstraße oder Obertorstraße, wie auf der Beschriftung auf den Schaltkästen zu lesen ist. In diesen Trafohäuschen wird der Strom auf 400 Volt umgespannt, ehe er über den Hausanschluss und dessen Schaltkasten mit 230 Volt in der heimischen Steckdose landet.

Sollte das Umspannwerk tatsächlich einmal ohne Strom sein – O-Ton Matthias: „Der Bagger ist der Feind des Kabels“ –, bedeutet das nicht automatisch, dass Bückeburg komplett ohne Strom wäre. Denn in Echtorf steht ein weiteres Umspannwerk, das Bückeburg in Sekundenschnelle komplett mit Strom versorgen könnte. Ebenso verhält es sich mit den Trafohäuschen, sollten sie einmal ohne Stromversorgung sein. Da Ringleitungen die Häuschen verbinden, kann von der anderen Seite Strom eingespeist werden. Nur dort, wo dann tatsächlich ein Schaden am Stromkabel vorliegt, kann es etwas länger dauern, bis die betroffenen Haushalte wieder am Netz sind.

Kein Personal im Umspannwerk

Personal sitzt nicht im Umspannwerk. In turnusmäßigen Abständen schauen Techniker nach dem Rechten. Gesteuert wird das Umspannwerk von Technikern in der Leitzentrale von Westfalen Weser Netz in Bad Oeynhausen. Auf großen Bildschirmen können sie sehen, dass der Strom in Bückeburg so fließt, wie er soll. Tritt ein Schaden auf, blinkt ein Alarm auf, auch akustisch piept es. In Sekundenschnelle können die Techniker im Leitsand sehen, wo etwas im Argen ist.

Sollte der Stromausfall länger dauern, kann trotzdem reagiert werden. Der Netzanbieter hat ein eigenes Telefonnetz, über das im Ernstfall kommuniziert werden kann. Auch im Umspannwerk selbst ist vorgesorgt. In einem separaten Raum sind Batterien aufgebaut. Sie springen ein, damit im Umspannwerk auch ohne Strom Licht ist.

Die Lage des Umspannwerks am Oberwallweg ist übrigens ein Grund für die derzeitige Sperrung der Schulstraße. Denn vom Umspannwerk in Bückeburg werden zwei neue 30 Kilovolt-Leitungen zum Umspannwerk nach Wülpke gelegt, wo der Strom mit 110000 Volt angekommen ist und auf 30000 Volt heruntertransformiert wurde. Weil in diesem Bereich so viele Leitungen verlaufen, können die neuen Kabel nicht einfach unter der Straße verlegt werden, wie es heute Stand der Technik ist. Die Gefahr wäre zu groß, ein daneben liegendes Kabel zu beschädigen. Vielmehr muss der neue Graben mit Bagger und Schaufel ausgehoben werden.

Bei der Gelegenheit wird gleich ein weiteres Stromkabel vom Umspannwerk zum Trafohäuschen im Schlossbereich gelegt – damit bei Veranstaltungen künftig dauerhaft Strom zur Verfügung steht. rc

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