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„Hier wird die eigene Jugend lebendig“

Abendführung „Hier wird die eigene Jugend lebendig“

Zu einer Abendführung der besonderen Art durch die Ausstellung „Streich auf Streich – 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz“ hat das Museum für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte in Bückeburg eingeladen.

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 Bei der Führung durch das Museum ließ Kurator Martin Jurgeit (rechts) die mittlerweile 150-jährige Geschichte der deutschsprachigen Comics Revue passieren.

Quelle: wk

Bückeburg (wk). Dabei durften die Besucher mit einem vom Haus kredenzten Gläschen Wein in der Hand durch die noch bis zum 20. Dezember präsentierte Sonderschau wandeln, während ihnen Kurator Martin Jurgeit allerlei Wissenswertes zu den jeweiligen Comics und deren Autoren erzählte. Eine Idee, mit der die Organisatoren um Museumsleiterin Anke Twachtmann-Schlichter offenbar einen Nerv getroffen haben.

 Mehr als 30 interessierte Besucher hatten die Einladung angenommen und damit für ein volles Haus gesorgt. Beim gemeinsamen Rundgang durch die über mehrere Stockwerke verteilte Comic-Ausstellung herrschte in den vergleichsweise schmalen Gängen ein wahres Gedränge. Dem Erlebniswert tat dies indes keinen Abbruch: „Hier wird ja die eigene Jugend wieder richtig lebendig“, kommentierte ein älterer Herr die Comic-Schau.

 Jurgeit berichtete, die von Wilhelm Busch im November 1865 auf den Markt gebrachten und seitdem überaus erfolgreichen „Max und Moritz“-Geschichten seien, wie inzwischen weithin bekannt, quasi die Geburtsstunde des Comicstrips gewesen. Exemplarisch verwies er in diesem Zusammenhang auf die kurz danach in Nordamerika erschienenen Bildergeschichten mit den „Katzenjammer-Kids“, die ganz klar eine Adaption an die Busch’schen „Max und Moritz“-Geschichten seien, wobei die beiden tierischen Protagonisten in den USA seinerzeit sogar als „Max und Moritz“ bezeichnet worden seien.

 Im weiteren Verlauf der Führung ging Jurgeit unter anderem auf die in den dreißiger Jahren aus der Taufe gehobenen „Lurchi“-Comics ein, speziell für Kinder aufgelegte Bildergeschichten, die von dem Schuhhersteller Salamander über Jahrzehnte als Mittel der Kundenbindung eingesetzt wurden und die ebenfalls „ein riesiger Erfolg“ waren.

 Zu den 1951 auf den Markt gekommenen „Micky Maus“-Comic-Heften informierter er indes, dass diese in Deutschland anfangs „70 Pfennig pro Heft“ (umgerechnet rund 0,35 Euro) gekostet hatten. Zum Vergleich: „Ein Handwerker musste damals rund dreieinhalb Stunden dafür arbeiten.“ Über die Themen „Piccolo“-Hefte, „Comicstrips“ in Zeitungen und nicht zuletzt „Graphic Novels“ kam Jurgeit schließlich noch auf die ursprünglich aus Japan stammenden, aber inzwischen auch hierzulande populären „Manga“-Comics zu sprechen: „Mangas“ seien ganz explizit auf weibliche Leser hin zugeschnitten, während sich Comics für Erwachsene zuvor in der Regel an eine männliche Leserschaft gewandt hätten, erklärte der Kurator.

Karikaturen und Comics zeichnen

Im Begleitprogramm der Ausstellung gibt es einen Kurs in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Die Teilnehmer wollen der Frage nachgeben, welche Merkmale eine Zeichnung haben muss, damit sie komisch wirkt. Als Einstieg ist ein Gang durch die Ausstellung geplant. Danach haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, eine oder mehrere Menschen- oder Tierfiguren unter Anleitung der Dozentin Martina Grandhomme zur Karikatur zu entwickeln und in einer Bilderfolge agieren zu lassen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bitte mitbringen: Bleistifte, Radiergummi, Filzstifte oder Fineliner, Zeichenpapier nach Wunsch und – falls vorhanden – Aquarell- oder Deckfarben, Tinte oder Tusche, Zeichenfedern mit Federhalter. Ergänzendes Material kann auch im Kurs geliehen oder erworben werden. Der Kurs findet am Sonnabend und Sonntag, 14./ 15. November, im Museum an der Langen Straße statt. Infos bei der VHS, Telefon (0 57 22) 9 57 30, oder im Museum, Telefon (0 57 22) 48 68.

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