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Hilfe für Kinder in Ausnahmesituationen

Zehnjähriges Bestehen des "Weidenkorbs" Hilfe für Kinder in Ausnahmesituationen

Mit einer fröhlichen Garten-Party hat die Tagesgruppe „Steinberger Straße“ des Familien-Hilfe-Zentrums „Weidenkorb“ ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. „Weidenkorb“, eine Einrichtung der Jugendhilfe, hat ihren Sitz in Bückeburg.

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Das ist top: die Kinder der Tagesgruppe Bückeburg an der Steinberger Straße und einige Mitarbeiter.

Quelle: mig

Bückeburg. Im Garten des Hauses an der Steinberger Straße ist an diesem Nachmittag richtig was los. Rund 100 Gäste haben sich hinter dem Gebäude eingefunden: Kinder, ihre Eltern, Lehrer und Ehemalige: Sie alle sind hierhergekommen, um das „Zehnjährige“ der Tagesgruppe zu feiern, um miteinander zu sprechen und vielleicht an einer Hausführung teilzunehmen. Für die Mädchen und Jungen haben sich die Mitarbeiter etwas Besonderes ausgedacht: einen Spieleparcours, der zahlreiche Stationen hat und den jungen Teilnehmern sichtlich Freude bereitet. Ältere Gäste lassen sich derweil von Yanick durch eine Ausstellung und das Haus führen. „Wenn Sie mir bitte folgen würden …“ Die Leiterin der Tagesgruppe, Insa Volberg, ist begeistert: „Ich kann mich nur bei allen bedanken, die sich eingebracht haben, Eltern und Kinder, und die dafür gesorgt haben, dass wir ein so schönes Fest feiern können“, sagt sie zu Beginn der Feier.

 Seit zehn Jahren gibt es die Tagesgruppe an der Steinberger Straße, eine weitere hat ihren Sitz an der Teichstraße. Die Tagesgruppe gehört zu „Weidenkorb“, einer Einrichtung der Jugendhilfe, Träger ist die „Gesellschaft für angewandte Sozialpädagogik und Therapie“ (GaST) mbH. Aktuell werden dort zehn Kinder betreut, alle sind im Vor- oder Grundschulalter. Ziel von „Weidenkorb“ ist, den zu betreuenden Mädchen und Jungen und deren Familien gute Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, die Kinder zu fördern und zu schützen sowie die Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen. „In enger Zusammenarbeit mit den Eltern“ gelte es, wirksame Lösungen zu suchen, sagt Lothar Jensen, Geschäftsführer von „Weidenkorb“. „Die Elternbindung spielt bei uns eine ganz große Rolle.“

 Heute sei die Jugendhilfe viel partnerschaftlicher ausgerichtet, als noch vor mehreren Jahrzehnten, Stichwort: Erziehungspartnerschaft. „Die Bereitschaft der Eltern, mitzuarbeiten, ist heute viel ausgeprägter als früher. Sie holen sich bei uns Tipps, und die einzelnen Schritte werden gemeinsam entwickelt“, freut sich Jensen. „Es gibt eine sehr enge Absprache mit den Eltern und eine sehr enge Zusammenarbeit.“

 In Familiengesprächen forschen die Mitarbeiter dann nach Ursachen und suchen Lösungen. Die Erfolge lassen meist nicht lange auf sich warten: Das Kind stabilisiert sich in der Schule, die Situation innerhalb der Familie entspannt sich. Für Jensen steht deshalb fest: „Je früher ein Kind Hilfe bekommt, desto besser. Wenn erst die Pubertät kommt, wird es schwierig.“

 Mit dem Aufbau des sogenannten „Jugendhilfe-Integrationsteams“ an der Grundschule Am Harrl ist der Einrichtung eine weitere Aufgabe zugewachsen. Die in den Schulalltag integrierte sozialpädagogische Förderung soll helfen, benachteiligte Kinder zu integrieren und Bildungschancen zu verbessern. Darüber hinaus soll das Team zur Befriedung der zunehmenden Gewaltbereitschaft beitragen. Laut Jensen ist die Schule damit auf dem richtigen Weg. Die Mitarbeiter hätten schon jetzt zu einer Beruhigung der Lage geführt, und „wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht“. Bei Störungen werde das auffällige Kind erst einmal aus der Klasse geholt, was sowohl den Klassenverband als auch die Lehrkraft entlaste. Jensen hat beobachtet, dass schon das „Wissen, dass jemand da ist, der sich dieser Sache annehmen kann, die Situation entspannt“. Ohne diese Hilfe reiche schon „ein Kind, das in der Klasse austickt – und der Unterricht ist gelaufen“.

 Und was geschieht mit dem auffällig gewordenen Kind? Das dürfe erst einmal zur Ruhe kommen, sagt Jensen. „Das Wichtigste ist, die Kinder zu beruhigen. Die Kinder müssen sich wieder sicher fühlen, und die Mitarbeiter müssen der sichere Anker sein.“ Denn eigentlich resultieren viele Auffälligkeiten aus Unsicherheit und Stress, wie Jensen sagt. „Schwierigkeiten gibt es immer dann, wenn ein Kind unsicher wird und sich nicht selbst regulieren kann. Dann wird es auffällig.“ In so einem Fall brauche das Kind einen sicheren Ort und persönliche Zuwendung: „Wir müssen dem Kind zeigen, in welchen Situationen Stress aufkommen kann und wie es damit umgehen soll.“ Im Nachgang müssten sich Mitarbeiter und Lehrer dann darauf verständigen, wie weiter vorzugehen sei. mig

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