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Hinter den Harriern hinaus ins Röcker Feld

Bückeburg / Schleppjagd Hinter den Harriern hinaus ins Röcker Feld

Geradezu traumhafte Witterungsbedingungen haben die Schleppjagd- und Fahrsportfreunde Bückeburg bei ihrer Herbstjagd beschert bekommen. Das schlug sich auch in den Teilnehmerzahlen nieder: Bei Sonnenschein aus bilderbuchblauem Himmel versammelten sich mehr als 50 Reiter zunächst zum Stelldichein an der Tennisanlage im Schlosspark, anschließend zur traditionellen Begrüßung durch den Vorsitzenden und die Jagdherrin im Hof des Bückeburger Schlosses. Musikalisch empfangen wurden die Jagdreiter vor dem Schlossportal traditionell von der Jagdhornbläsergruppe „Trompes des Landes“ aus Schwarmstedt.

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Unruhig wartet die Hundemeute vor dem Schloss, bis es endlich losgeht.

Quelle: jp

Bückeburg (jp). Eine Premiere erlebte die Herbstjagd auf vielen Pfoten. In diesem Jahr ritten die Bückeburger Jagdreiter nicht mehr wie bisher hinter den Foxhounds der Lipperlandmeute, sondern hatten erstmals die Böhmer Harrier Meute zu Gast. Grund für diesen Wechsel ist, dass die seit Jahren mit der Bückeburger Herbstjagd eng verbundene Lipperlandmeute im Juni 2011 aus finanziellen und organisatorischen Gründen den aktiven Jagdbetrieb und die Hundehaltung einstellte. Nachfolger der Fox Hounds aus Friedrichsfeld wurden nunmehr mit den Harriern vom Schleppjagdverein Böhme die älteste britische Laufhunderasse. Zurzeit ist die Böhmer Harrier Meute die einzige Meute in Deutschland, die diese Hunderasse führt. Dabei knüpft der Schleppjagdverein Böhme als Träger der Meute an eine lange Tradition an: Vor dem Ersten Weltkrieg bestand jede zweite Hundemeute in Deutschland aus Harriern, unter anderem auch die des bis 1866 bestehenden Königshauses Hannover.

Thorsten Mönchmeyer, Master der Böhmer Harrier Meute, ist bei den Bückeburger Schleppjagd- und Jagdsportfreunden kein Unbekannter. Schon vor Jahren nahm er als Jagdreiter an deren Herbstjagden teil und führte seine Harrier Meute bereits zu mehreren Trainingsjagden nach Bückeburg. Bei seiner Begrüßung der Jagdreiter erinnerte er daran, wie er vor 20 Jahren mit weiteren Jagdreitern zum Stelldichein im Schloss bei Fürst Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe erschien, wohlgemerkt „in Socken“, wie er sich mit sichtlichem Schmunzeln entsann – Schlossherr Philipp Ernst bestand offensichtlich auf der Schonung von Teppich und Parkett. Jagdherrin Monika Sanowski aus Röcke dankte in ihren Begrüßungsworten dem Adelshaus sowie den Standortverantwortlichen des Jagdgeländes im Röcker Feld dafür, Schlosshof und Gelände nutzen zu dürfen, außerdem den Sponsoren sowie den Organisatoren und Helfern der Herbstjagd.

Geritten wurde hinter der Hundemeute wieder in einem springenden Feld mit den erfahrensten Reitern, einem bedingt springenden Feld sowie einem dritten Feld mit Erfahrung sammelnden Hunden und Pferden. Eine Vielzahl von Zuschauern verfolgte das rasante Reitgeschehen von Kutschen und Treckeranhängern aus, die den Hunden und Pferden durch das Röcker Feld folgten. Wohlbehalten trafen Hunde, Pferde, Reiter und Gäste zum Halali auf der Mausoleumswiese ein. Eine Reiterin hatte zwar unterwegs unfreiwillig den Sattel verlassen, konnte aber anschließend ohne größere Blessuren den Ritt fortsetzen. Jagdherrin Sanowski zeigte sich begeistert von den äußeren Bedingungen der Herbstjagd: „So gute Bodenbedingungen hatten wir schon lange nicht mehr. Ich kann mich gut an einige Jagden erinnern, wo wir manche Sprünge komplett ausgelassen haben, weil der Boden zu schlammig und damit zu gefährlich war.“ Die Hunde der Harrier Meute erhielten traditionell vor dem Mausoleum als Dank das sogenannte Curée, bestehend aus für Menschen sicherlich nicht ganz so appetitlich wie Hunde anmutenden Rinderpansen.

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