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Hinter den Kulissen der Kläranlage

Mikroorganismen als fleißige Helfer Hinter den Kulissen der Kläranlage

„Wir stellen hier natürlich kein Trinkwasser her“, räumt der Leiter des Abwasserbetriebes Rainer Klenke gleich zu Beginn des Besuchs der Bückeburger Kläranlage mit einem weitverbreiteten Vorurteil auf.

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Blick über die Kläranlage: Vorne ein Nachklärbecken, hinten ein Belebungsbecken.

Quelle: kk

Bückeburg. An der Kornmasch wird das Abwasser der Bückeburger Haushalte so weit aufbereitet, dass es problemlos in den Schlossbach abgeleitet und so dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden kann. Doch wie funktioniert das eigentlich genau? Ein Blick hinter die Kulissen.

 180 Kilometer Kanalnetz betreibt und unterhält der Abwasserbetrieb, 99 Prozent der Bückeburger Haushalte sind angeschlossen. Über die Misch- und Schmutzwasserkanäle wird das Abwasser zur Kläranlage geleitet. Dabei wird möglichst das natürliche Gefälle ausgenutzt, wo das nicht funktioniert, hilft eine der 30 Pumpwerke nach.

 Wie es in der Kläranlage weitergeht, erläutert Klärmeister Manfred Schach: Zunächst durchläuft das Abwasser eine Rechenanlage, in der grobe Bestandteile herausgesiebt werden. Hier wird sichtbar, wie viel Müll (unerlaubt) über die Toilettenspülung entsorgt wird. Knochen, Kunststoffteile, Papierfetzen und vieles mehr landet als stinkender Brei in einer Containermulde. Dies ist erstaunlicherweise fast der einzige Ort, wo es auf der Kläranlage unangenehm riecht.

 Über den Sandfang wird das Abwasser ins Belebungsbecken geleitet. Hier bauen abermillionen mikroskopisch kleiner Helfer – Bakterien und andere Mikroorganismen, die Schmutzstoffe ab.

 In den anschließenden Nachklärbecken werden die von den Mikroorganismen besetzten Schlammflocken vom gereinigten Wasser getrennt. Der Klärschlamm wird größtenteils in einen sogenannten Dekanter, im Prinzip eine große Zentrifuge, gepumpt. Dort wird ihm so viel Wasser entzogen, dass er anschließend zum Beispiel als Dünger weiterverwendet werden kann.

 Der Dekanter könnte möglicherweise bald durch einen Faulturm ersetzt werden. Ob sich dieses Verfahren für Bückeburg lohnt, hängt nicht zuletzt von der Gewährung beantragter Zuschüsse ab.

 Auf der Kläranlage sind sechs Mitarbeiter beschäftigt, die auch einen Spülwagen zur Kanalunterhaltung besetzen. Sie stellen einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr sicher, um auf Notfälle flexibel reagieren zu können. kk

Toilette ist kein Müllschlucker

 In vielen Haushalten wird die Toilette zur Abfallentsorgung missbraucht. „Feuchttücher gehören nicht in die Toilette“, stellt Klärmeister Manfred Schach klar. Die Feucht-, Baby- oder Hygienetücher aus einem Polyester-Viskose-Gemisch lösen sich nicht auf, sondern verstopfen die Kanalisation und verfangen sich in Abwasserpumpen. Mühsam müssen diese von verfilzten Strängen gereinigt werden. In den Klärbecken schwimmen die Tücher oben, verringern den Sauerstoffaustausch und stören die Biologie der Anlage.

 Nichts in die Toilette zu suchen haben auch Speisereste. Diese locken Ratten in der Kanalisation an. Und die Tiere können über die Rohre auch in die Gebäude eindringen. kk

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