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Hits der „Rolling Stones“ reißen noch immer mit

Bad Eilsen Hits der „Rolling Stones“ reißen noch immer mit

Ein gutes halbes Stündchen über die angekündigte Anfangszeit musste man schon warten, bis die „Rolling Stones“-Coverband „Voodoo Longe“ im Bad Eilser Kursaal in die Saiten griff.

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Die Posen von Immo Beuse und Sänger Bobby Ballasch stimmen – da fehlen nur noch die Falten der Originale.

Quelle: Foto: sig

Bad Eilsen. Aber dafür gab es bei dem Ensemble aus Braunschweig kein Warmlaufen. Wie auf Knopfdruck setzte ihr kraftstrotzender Sound ein – mit erstaunlichen Folgen.

 Fast alle Zuhörer, die zuvor in den Sitzreihen einer Saalhälfte Platz genommen hatten, hielt es nicht mehr auf den Stühlen. Etliche Besucher hatten sich gleich von Beginn an auf die Stehtische und den Thekenbereich verteilt, um von dort aus schneller zur Bühne zu gelangen.

 Die meisten legten offensichtlich Wert auf den Sichtkontakt zur Band, denn gut zu hören war sie noch im Foyer und sogar draußen vor dem Eingang. Bei den Bässen gerieten sogar die Hosenbeine der dicht an den mächtigen Lautsprechern stehenden Besucher ins Flattern.

 Das war jedoch kein Hindernisgrund, um sich vor der Bühne zu versammeln – nicht etwa zum Paartanz, denn dafür war dieser Sound nie gedacht gewesen, sondern um ganz persönliche tänzerische Solobeiträge im Rhythmus der Musik zu leisten. Das begann mit dem Wippen der Füße und steigerte sich bis zum Rollen der Hüften. Das Bewegungsspektrum der weiblichen Fans war sogar noch umfangreicher als das ihrer Begleiter. Selbst Männer in den „besseren Jahren“ und mit nicht zu übersehenden Rundungen zeigten vollen Einsatz.

 Für die zahlreich vertretenen Gäste, die das erste Lebensdrittel schon etwas hinter sich hatten, war dieser Abend eine musikalische Renaissance. Sie sind aufgewachsen mit jenen Rhythmen, deren Ausgangspunkt die Protestkultur der damals jungen Generation war. Da traten der sanftere Blues, Jazz und selbst der Countrysound in den Hintergrund und machten einem leidenschaftlich-rasanten musikalischen Tempo Platz, überwiegend gestaltet von E-Gitarren und Schlagzeug.

 Neben den „Beatles“ entwickelten sich die „Stones“ mit ihren Führungsfiguren Mick Jagger und Keith Richards zur weltweit erfolgreichen Vorzeigeband. Unvergessen bleibt ihr noch heute alle mitreißender Hit „I can’t get no satisfaction“, eine Art musikalischer Aufforderung zur Veränderung gesellschaftlicher Systeme.

 Weil selbst der Platz in größeren Hallen nicht ausreichte, traten die „Rolling Stones“ auf ihren Tourneen überwiegend in Stadien auf. In Kalifornien sollen einmal 300000 Besucher gezählt worden sein.

 Das dürfte so schnell keiner Band mehr gelingen. Und natürlich ist „Voodoo Lounge“ auch größeren Zuspruch gewöhnt als im Eilser Kursaal, aber immerhin kamen diesmal mehr als 200 Zuhörer, und das ist weitaus mehr als bei ihrem ersten Auftreten vor sechs Jahren.

 Die Gruppe aus der Löwenstadt hat die Musik ihrer Vorbilder verinnerlicht. Und sie legt großen Wert auf musikalische Treue. Die angeblich beste Coverband der „Stones“ spielt nicht nur jene Titel, die Weltruf erlangt haben, sondern immer auch einige Kompositionen aus früheren Jahren. Bewundernswert der mitreißende Schwung und die Ausstrahlung des Sängers Bobby Ballasch. Seine Empfehlung zum Glücklichsein: „Die Leute müssen nicht viel Geld für Glücksratgeber und Wellnesshotels ausgeben, sondern einfach nur die alten Platten hören.“ Welche? Ist doch klar.

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