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Höchste energetische Ansprüche

Ein Leuchtturmprojekt Höchste energetische Ansprüche

In Bückeburg wird weiter in den Neubau von Wohnungen investiert. An der Ecke von Gartenstraße und Am Oberstenhof neben der Marienschule hat der Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 22 hochwertigen Mietwohnungen begonnen

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Den Verbrauch von fossil erzeugter Energie so gering wie möglich zu halten, hat sich Bauherr Hermann Kempf (Mitte) beim Bau der 22 Mietwohnungen an der Gartenstraße neben der Marienschule zum Ziel gesetzt. Das Projekt bezeichnen Anke Wolter von Wolter Bau und Hans-Jörg Kohlenberg vom Verein BürgerEnergieWende Schaumburg als „Leuchtturmprojekt“ für den Landkreis.

Quelle: rc

Bückeburg. Diese befinden sich in bester Lage zur Innenstadt, die nur wenige Meter entfernt ist. Die Gebäude erfüllen höchste energetische Ansprüche und erfüllen die Voraussetzungen des KfW-40-plus-Programms bei Weitem. Der Energieverbrauch soll bei 19 Kilowatt je Quadratmeter im Jahr liegen.

„Mein Ziel ist es, möglichst wenig Primärenergie zu verbrauchen. Wer weiß, ob wir in einigen Jahrzehnten noch fossile Brennstoffe verbrauchen können“, sagte der Investor und Bauherr Hermann Kempf im Gespräch mit dieser Zeitung bei einem Ortstermin auf der Baustelle.

Hans-Jörg Kohlenberg, Vorstand des Vereins BürgerEnergieWende Schaumburg, bezeichnete den Bau als ein „Leuchtturmprojekt“ für den gesamten Landkreis. Wenn alles reibungslos läuft, sollen die Gebäude im März des kommenden Jahres bezugsfertig sein. Der Rohbau wird von der Firma Wolter Bau aus Rinteln errichtet.

Modernste Technologien

Um die fossilen Ressourcen zu schonen, setzt Kempf, Geschäftsmann, Ratsherr und CDU-Parteivorsitzender, auf modernste Technologien. Die Häuser werden in Massivbauweise errichtet – mit 50 Zentimeter dicken Kalk-Sandsteinen, in die die Dämmung bereits eingebaut ist. Verbaut werden Fenster und Türen nach höchsten energetischen Standards.

Beheizt werden die Häuser mit Luft-Wärme-Pumpen, pro Block zwei, die ihren Strom aus Photovoltaikanlagen beziehen, deren Flächen auf den beiden Flachdächern montiert werden. Mit den Anlagen werden pro Jahr 30000 Kilowatt Energie pro Block erzeugt, 20000 Kilowatt pro Jahr werden für den Betrieb der Pumpen benötigt. Nicht benötigte Energie fließt in zwei Batteriespeicher, die ihre gespeicherte Energie abgeben, wenn wegen bewölktem Himmel oder Schnee auf den Flächen nicht genügend Strom produziert werden kann. Der Strom wird im Haus verbraucht oder aber in das Netz eingespeist.

Wärmerückgewinnung

Um trotz der starken Isolierung der Gebäude für ein gutes Klima in den Wohnungen zu sorgen, werden nutzerunabhängige Raumbelüftungen mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Die Energie der verbrauchten Raumluft wird über Wärmetauscher der Frischluft zugeführt, die in die Wohnungen gepumpt wird.

Kempf: „Alles unter der Prämisse, möglichst wenig Primärenergie zu verbrauchen und dennoch konstante Temperaturen und ein gutes Raumklima zu haben.“ Der Vorteil für die künftigen Mieter: deutlich geringere und konstante Nebenkosten.

Die Gebäude werden versetzt dreieinhalbgeschossig mit Flachdach und Fahrstühlen gebaut. Die Wohnungen sollen Größen zwischen 50 Quadratmeter im Erdgeschoss bis zu 224 Quadratmeter im Dachgeschoss haben und mit Balkon ausgestattet sein. Fast alle Wohnungen sind behindertengerecht – nach der entsprechenden DIN-Norm. Um die Privatheit der Bewohner der Erdgeschosswohnungen zu wahren, wird das Erdgeschoss als Hochparterre gebaut.

22 Stellflächen

Das Gebäude wird teilunterkellert, aber keine Tiefgarage erhalten. Das war nach der Darstellung Kempfs wegen der schwierigen Boden- und Grundwasserverhältnisse in diesem Bereich nicht möglich. Die Stellflächen, 22 an der Zahl und mit Elektrozapfsäulen versehen, werden daher auf dem Gelände eingerichtet. Auch wegen dieser Probleme hatte sich die Planungsphase über zwei Jahre hingezogen, bis die Baugenehmigung vorlag.

Trotz weiterer Mehrfamilienhäuser, die in Bückeburg geplant sind, sieht Kempf gute Vermarktungschancen: „Der Markt ist da, es gibt bereits eine lebhafte Nachfrage von potenziellen Mietern.“ Die wolle er aber erst befriedigen, wenn der Rohbau steht und Eindrücke möglich sind.

170 neue Wohnungen

Wenn alle Wohnbauprojekte umgesetzt werden, die in den vergangenen Monaten bekannt geworden sind, werden allein in der Kernstadt in den nächsten Monaten und Jahren Mehrfamilienhäuser mit mindestens 170 neuen Miet- und Eigentumswohnungen entstehen: das Herder-Quartier, drei Projekte an Wallstraße- und Unterwallweg – unter anderem auf dem nicht mehr genutzten Gelände der Wäscherei Eggers, an der Bergdorfer Straße, an Scheier Straße und Obertorstraße, an der Hannoverschen Straße sowie an der Schwenstraße. Offen ist noch, wie viele Gebäude und Wohnungen auf dem Gelände des Krankenhauses Bethel entstehen.

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