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Bückeburg Stadt Höhenrettung und Fensterstürze live erleben
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Höhenrettung und Fensterstürze live erleben
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21:30 26.08.2018
Auch wer bisher nicht Mitglied in der Feuerwehr ist, durfte sich am Wochenende zum Beispiel an Löschmanövern probieren. Quelle: jp
Bückeburg

Auch das Wetter spielte diesmal geradezu königlich mit und bescherte den gerade 150 Jahre alt gewordenen Brandschützern der Ex-Residenz diesmal strahlende Sonne über Bückeburgs guter Stube – ganz im Gegensatz zum Vorgängertermin vor zwei Jahren, als der Feuerwehr-Aktionstag mit ungemütlichstem Schmuddelwetter zu kämpfen hatte.

Rettung in schwindelerregender Höhe

Mit ihren Darbietungen, moderiert und erläutert von Pressesprecher Oliver Witt, stellte die Stützpunktfeuerwehr einmal mehr ihren Status als ebenso hoch technisierte wie hoch qualifizierte Spezialistentruppe unter Beweis.

Beim Einsatz der aus mehreren Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk gebildeten „Höhenrettung Schaumburger Land“ und der Ausbildungsgemeinschaft „Absturzsicherung Schaumburg“ kam den Veranstaltern das derzeit vor dem Bückeburger Schlosstor aufgestellte Baugerüst sehr zupass: Von dort wurde mithilfe der Ausrüstung der Höhenretter sowie der Drehleiter der Ortsfeuerwehr Bückeburg die fachgerechte Bergung eines Verletzten aus großer Höhe demonstriert.

Nicht fehlen durfte die bei Feuerwehrveranstaltungen dieser Art häufig anzutreffende explodierende Spraydose, die die Brandschützer wie üblich in einem Stahlkäfig detonieren ließen. Das verhinderte zwar das Umherfliegen geborstener Teile, nicht jedoch den enormen Knall, der die Zuschauer nachhaltig daran erinnerte, dass auch leere Spraydosen in einem Feuer rein gar nichts verloren haben.

Als reale Vorführung nicht geboten wurde diesmal die brennende Fettpfanne: Moderator Witt beließ es dabei, die Zuschauer mit mahnenden Worten an die verheerenden Folgen zu erinnern, die der Versuch, eine solche brennende Pfanne mit Wasser zu löschen, nach sich zieht.

Sprung aus dem höchsten Fenster

Begonnen hatte das Programm mit der Darbietung der Personenrettung mithilfe des sogenannten Sprungretters. Bei der zu rettenden Person handelte es sich allerdings nur um eine Puppe, die aus dem höchsten Fenster des Stadthauses den Weg senkrecht nach unten auf das Sprungpolster nahm.

Ein solches Sprungrettungsgerät wird üblicherweise nur dort zur Rettung von Personen aus großer Höhe verwendet, wo die räumlichen Gegebenheiten den Einsatz einer Drehleiter nicht zulassen. Geübt oder demonstriert werden darf der Einsatz grundsätzlich nur mit Puppen.

Einmal pro Stunde konnte sich das Publikum (gefahrlos) im Rauchsimulationszelt die Sichtverhältnisse bei einem echten Brand verdeutlichen. Besonders groß war der Andrang bei der Demonstration einer Personenrettung nach einem Verkehrsunfall: Bei dieser Darbietung ließen die Feuerwehrangehörigen schweres Gerät zum Einsatz kommen, um die – so die Annahme des Szenarios – schwer verletzte und eingeklemmte Personen aus ihrem Fahrzeug zu befreien.

Vorführfahrzeug wird zum Cabrio

Um deren sicheren und medizinisch fachgerechten Abtransport zu gewährleisten, gingen die Einsatzkräfte mit dem (allerdings schon zuvor schrottreifen) Vorführfahrzeug wenig zimperlich um – was dem Vehikel schließlich das Outfit eines Cabrios bescherte.

Die letzte Vorführung mag rein äußerlich wenig spektakulär gewirkt haben, besaß aber aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit umso mehr Brisanz: Mithilfe eines Tanklöschfahrzeugs demonstrierte die Ortsfeuerwehr eine Flächenbrandbekämpfung, indem sie eine Schneise in den Waldbrand schlug.

Mit beteiligt an dem Aktionstag mit Ständen und Ausstellungen waren der Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, das Bückeburger Bündnis für Familie sowie der Rotary Club. Ein Dankeschön schickte Witt auch an den ASB, der die Veranstaltung mit einer Hüpfburg unterstützte, sowie das Technische Hilfswerk für die Beteiligung an der Höhenrettungsvorführung.

von Johannes Pietsch