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Bückeburg

„Hört sich irgendwie gar nicht gut an“


Ein Treffen mit von rechter Gewalt betroffenen Bückeburger Jugendlichen hat am Freitag den Auftakt eines Tagesbesuchs der Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Katja Keul, gebildet, der die Politikerin im weiteren Verlauf Station im Krankenhaus Bethel und im Hofcafé Peetzen 10 machen ließ.
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Die heimische Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Bündnis90/Die Grünen) lässt sich in der Nähe des Hubschraubermuseums über dir örtlichen Gegebenheiten in Kenntnis setzen.

© bus

Bückeburg. Das Treffen mit den Jugendlichen fiel etwas kürzer aus als ursprünglich geplant. „Ich bin auf der Bundesstraße 482 in einen Stau geraten, aus dem es kein Entrinnen gab“, erklärte die Nienburgerin ihre verspätete Ankunft.

 Nach Einschätzung der drei Jugendlichen, die außer den Schaumburger Grünen Cornelia Laasch, Wilhelm Klusmeier und Thomas Künzel an dem in der Jugendfreizeitstätte geführten Gespräch teilnahmen, hätte die Zeit aber auch ohne den Verkehrsstau nicht ausgereicht, um alle Ereignisse der zurückliegenden Zeit zu schildern. „Um alle Details darzulegen, bräuchten wir mindestens zwei Stunden“, gaben die jungen Männer zu verstehen.

 Das Trio beschränkte sich auf eine allgemeine Kurzdarstellung der Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren und auf persönlich erlebte Vorkommnisse. „Ich bin im Juli mit zwei Kumpels auf eine Gruppe von etwa 15 vermummten und mit Teleskopschlagstöcken bewaffneten Rechtsradikalen gestoßen“, berichtete einer der Betroffenen. Bemerkenswerterweise habe die herbeigerufene Polizei „unsere Personalien aufgenommen, anstatt die Vermummten zu verfolgen“.

 Auf einem Erntefest sei ein „komplett Unbeteiligter“ derart attackiert worden, dass er einen achtfachen Schädelbruch davongetragen habe, hieß es in einer weiteren Schilderung. Generell handele es sich bei dem etwa 50 Personen umfassenden Kreis um eine „äußerst aggressive neue Generation von Nazis“, gaben die Berichterstatter zu verstehen. „Es hat schon Morddrohungen gegeben.“

 Während des Gesprächs wurde mehrmals deutlich, dass die jungen Leute sich über mehr Unterstützung freuen würden. Es sei „unverständlich, dass hier nicht alle aufhorchen“, insbesondere das Verhalten der Polizei gebe Anlass zur Kritik, brachten sie zum Ausdruck. Auf dem Revier sei ihnen mit dem Argument „da kommt nichts bei herum“ vom Erstatten einer Anzeige abgeraten worden. „Das finde ich sehr erstaunlich und kann es aus meiner anwaltlichen Erfahrung nicht nachvollziehen“, sagte Keul. „Das mit der Polizei ist sehr schwierig“, merkte Klusmeier an, der in den Reihen der Beamten „Altbackenheit“ vermutete.

 Die Bundestagsabgeordnete legte ihren Gesprächspartner nahe, „bei Körperverletzungen grundsätzlich immer Anzeige zu erstatten“. „Wenn alle sich zunehmend einigeln, bekommen die anderen natürlich Oberwasser.“ Keuls Gesamteindruck: „Das hört sich irgendwie gar nicht gut an.“ Sie verfüge zwar im Moment über keine konkreten Lösungsansätze, könne die Problematik aber mit der Nienburger Polizei erörtern. Zudem sei es wichtig, die Geschehnisse öffentlich zu machen. „Lasst Euch nicht unterkriegen“, gab Künzel den Jugendlichen mit auf den Weg. Deren Antwort: „Niemals.“

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