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Hoffnung für Trassen-Gegner

Enak Ferlemann kündigt "wohlwollende Prüfung“ an Hoffnung für Trassen-Gegner

Die Ankündigung einer vollständig neuen Bahntrasse zwischen Echtorf und Porta Westfalica aus dem Mitte März veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan 2030 hat bei Bürgern und Politikern gleichermaßen für helle Aufregung gesorgt.

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Bückeburg/Minden. Eine Folge war unter anderem die Wiedergründung der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (Bigtab). Doch jetzt steht das trassenferne Neubauprojekt, das unter anderem ein Großbauwerk bei Achum, einen Tunnel unter Evesen sowie einen Tunnel durch den Jakobsberg bei Porta Westfalica vorsieht, möglicherweise vor dem Aus.

Bei einem Besuch in Dankersen, wo ein weiteres Teilstück der Lärmschutzwand an der bestehenden Bahnlinie eingeweiht wurde, kündigte Staatssekretär Enak Ferlemann laut Mindener Tageblatt eine – so wörtlich – „sehr, sehr wohlwollende Prüfung“ an. Er sei sicher, dass es eine kluge Lösung geben werde, um verlässliche Taktzeiten und einen Ausbau der bestehenden Trasse von Minden in Richtung Hannover miteinander zu vereinbaren.

Am Montag war die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen zum Bundesverkehrswegeplan ausgelaufen. Von dieser Möglichkeit hatten nicht nur viele Bürger Gebrauch gemacht. Auch die Städte Bückeburg, Porta Westfalica und Minden sowie Naturschutzverbände hatten in Resolutionen gegen den trassenfernen Neubau und für einen Ausbau der bestehenden Strecke votiert.

Zwei weitere Gleise seien aber in jedem Fall erforderlich, erklärte Ferlemann bei der Einweihung der Schallschutzwand in Dankersen. Doch der Ausbau müsse im Einklang mit Naturschutz und öffentlicher Akzeptanz geschehen. Mindens Bürgermeister Michael Jäcke wertete diese Aussage Ferlemanns als wichtiges Signal für den Ausbau der vorhandenen Trasse und dafür, Minden nicht vom Fernverkehr der Bahn abzukoppeln. Dies würde im Fall der Realisierung der Trassenpläne aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 eintreten.

Maik Beermann spricht von "großem Erfolg"

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann freute sich über die Äußerungen des Verkehrs-Staatssekretärs: „Wenn das so umgesetzt wird, dann wäre unser Gespräch im Bundesverkehrsministerium ein erster großer Erfolg“, schrieb er via Facebook. Heimische Abgeordnete waren, wie berichtet im Verkehrsministerium vorstellig geworden.

Es wäre in der Amtszeit von Ferlemann nicht das erste Mal, dass ein umstrittenes Bahnprojekt zu den Akten gelegt würde. So liefen jahrelang Politiker und Bürgerinitiativen aus ganz Norddeutschland Sturm gegen die „Y-Trasse“ aus dem Bundesverkehrswegeplan 2003, die als Neubaustrecke den Bahnschnellverkehr von Hannover über Walsrode nach Bremen und Hamburg leiten sollte.

Nach Medienberichten sind auch gegen viele andere Projekte des Bundesverkehrswegeplans 2030 Einwände erhoben worden. Vielfach würden, ähnlich wie in Bückeburg und Minden, Umweltschutzbedenken geltend gemacht. So äußerte sich auch die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, kritisch: „Der Entwurf zeigt, dass Deutschland von einer integrierten, verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsstrategie mit anspruchsvollen Umweltzielen weit entfernt ist“. Der Plan müsse daher dringend überarbeitet werden.

Wenn das Konzept des trassenfernen Neubaus aus dem Bundesverkehrswegeplan fallen gelassen wird, werden auch keine ICE-Züge durch die Bückeburger Niederung brausen.

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