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Bückeburg Stadt Hommage an den „Gitarrengott“
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00:17 06.04.2017
Der Gitarrist und Sänger Tom Freitag (links) und sein Ko-Gitarrist Jürgen Geppert rocken die „Schraub-Bar“. Quelle: jp
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BÜCKEBURG

Über den Musiker sprühten Fans bereits in den sechziger Jahren an Londons Hauswände: „Clapton is God!“

72 Jahre ist der Bluesrock-Gigant jetzt alt geworden, der mit mehr als 280 Millionen Tonträgern und 20 Grammy-Awards zu den weltweit erfolgreichsten Interpreten aller Zeiten zählt, als einziger Musiker dreimal in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde und erst vor einem Jahr mit dem Album „I still do“ bewies, zu welch musikalischer Brillanz er nach wie vor fähig ist.

Claptonmania, das ist in erster Linie das Band-Projekt des Hamelner Gitarristen und Sängers Tom Freitag, der stets versierte Livemusiker um sich versammelt, um in immer wieder wechselnden Besetzungen die Hits und Klassiker von Good Old Slowhand, wie Clapton seit seinem 1977er Album „Slowhand“ gerne genannt wird, neu und individuell zu interpretieren.

Klassiker waren zu hören

Bei seinem zweiten „Schraub-Bar“-Gastspiel, das Claptonmania mit dem Derek-and-the-Dominos-Klassiker „Tell the truth“ eröffneten, tat er das in Quartettformation an der Seite von Jürgen Geppert (Gitarre), Sascha Kurz (Schlagzeug) und Reiner Jaworsky (Bass). Weiter ging es mit dem Bluesstandard „Key to the highway“, den außer Clapton bereits unzählige andere Blues- und Rock-Interpreten aufgriffen, über J.J. Cales „Cocaine“, Steve Winwoods „Can’t find my way home“ und Bob Marleys „I shot the sheriff“ (alle in den Clapton-Versionen berühmter geworden als die Originale) bis zum Megahit „Layla“, der gleich dreimal die Charts dominierte: Zuerst 1970 nach seinem Erscheinen auf „Layla and other assorted love songs“ von Derek and the Dominos, dann in den Achtzigern, nachdem der Autohersteller Opel Claptons Gitarren-Intro als Werbemelodie verwendet hatte, und dann vor allem 1992 in der akustischen Version auf Claptons Album „Unplugged“.

Mit „She’s gone“ und „My father’s eyes“ ließen Tom Freitag & Co. im zweiten Set dann auch Songs vom wenig geliebten Clapton-Album „Pilgrim“ aus den neunziger Jahren anklingen, um dann mit „Crossroads“ und „White Room“ der Formation Cream zu huldigen, die Clapton von 1966 bis 1968 als erste Supergroup der Musikgeschichte mit Jack Bruce und Ginger Baker gebildet hatte. Mit „The Bluesman“ durfte dann auch eine Eigenkomposition Freitags folgen, der seinem Enthusiasmus für Claptons Bluesspiel im dritten Set unter anderem mit Bo Diddleys „Before you accuse me“ (bei Clapton zu finden auf dem Album „Journeyman“), Willi Dixons „Hoochie Coochie Man“ und J.J. Cales „After midnight“ frönte. Nicht fehlen durfte natürlich auch das geradezu hymnische „Blues Power“ aus dem Jahr 1970, berühmt geworden vor allem durch die (interessanterweise völlig unterschiedlichen) Live-Interpretationen auf den Alben „Rainbow Concert“ von 1973 und „Just one night“ von 1980: „There ain’t no need for me to be a wallflower, cause now I’m living on blues power.“ Das Publikum ließ sich ein ums andere Mal von der Begeisterung der Band für den „Gitarrengott“ mitreißen und tanzte auch schon einmal – wie beispielsweise zum 1977er Hit „Lay down Sally“ – ausgelassen mit. Wer Claptonmania allerdings bereits vor fünf Jahren an gleicher Stelle erlebte, der dürfte diesmal sicherlich ein wenig die markante Stimme von Nikola Frehsee vermisst haben, die damals bei Claptonmania am Gesangsmikrofon stand und mittlerweile als Musicaldarstellerin in Hamburg Karriere macht. jp

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