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Bückeburg Stadt Hot Rock rund ums Osterfeuer
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Hot Rock rund ums Osterfeuer
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00:22 31.03.2018
Nadine Langrzik und Kai Bredthauer haben ihre Hausaufgaben erledigt – die Osterrocknacht kann kommen. Quelle: ab
Bückeburg

Über die Tage ist der Berg aus Grünschnitt in die Höhe gewachsen, der am Sonnabend in Flammen aufgehen soll. Auch das Line-up der Rockbands ist komplett. Eingeladen hat die Bands Nadine Langrzik (32), die auch das Musikprogramm der Schraub-Bar zusammenstellt. „Die Osterrocknacht bietet wieder eine Mischung verschiedener Stile“, sagt sie, „eigentlich sollte für jeden was dabei sein.“

Und so sieht das Programm im Detail aus: Krachgarten, Alternative Rock aus Schaumburg; The Roomers, Pop-Punk aus Stadthagen; Aeffect, Hardrock aus Petershagen; VoltAge, Hot Rock aus Bückeburg; Queen Of Smoke, Hardrock aus Bückeburg; Bad Nenndorf Boys, Ska Punk aus Bad Nenndorf

Damit die Fans von Hot Rock und Hardrock, Pop- und Ska-Punk den Abend gut überstehen, werden auf dem Gelände der Kronenwerke Bier, Bratwurst, Pommes und Süßkram verkauft. Wer mag, kann zwischendurch auch einen Halloumi-Burger verputzen. Elli’s at work aus Springe schließlich bietet Accessoires an, von denen viele im Totenkopf-Design gehalten sind.

Osterklubnacht am anderen Ende

Um Mitternacht herum wird sich die Partygemeinde wohl aufteilen. Die Schraub-Bar lädt zur After-Show-Party, dort gibt es weiter gitarrenlastige Musik zu hören. Am anderen Ende des Geländes startet der Verein United Noise seine Osterklubnacht. Für die Musik, die in Richtung Techno geht, zeichnen die Lokalhelden von Trampolinmusik verantwortlich.

Kai Bredthauer (30) muss kurz nachdenken, seit wie vielen Jahren die Osterrocknacht eigentlich schon die Kronenwerke beschallt. Er nennt letztlich die Zahl zwölf. Bredthauer ist einer der drei Geschäftsführer der Kronenwerke GbR, die das Gelände bewirtschaftet. „Bei der ersten Osterrocknacht saßen wir mit ein paar Kumpels um das Feuer herum“, erinnert er sich, „die Besucherzahl ist dann aber schnell angewachsen.“ Im vergangenen Jahr lag sie bei 1500.

Die Kronenwerke haben eine lange Geschichte. Ab 1907 wurde dort Margarine zusammengerührt, nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Raiffeisen-Genossenschaft. Heute lebt, arbeitet und feiert auf dem Gelände ein bunter Mix aus GbRs, GmbHs, Kleinunternehmern, Künstlern und lockeren Netzwerken. Konkret: Unter dem Dach der Kronenwerke GbR gibt es die GmbH, die die Schraub-Bar unterhält und den Verein United Noise, der Rockbands wie Jabba’s Cortex und VoltAge, aber auch dem Techno-Netzwerk Trampolinmusik Proberäume vermietet. Zentral auf dem Gelände sitzt Matthias Schulz mit seiner Reparaturwerkstatt Flying Wrench. Drumherum gruppieren sich Werkstätten und Ateliers von Künstlern, „wobei hier die Fluktuation groß ist“, wie Bredthauer sagt.

"Kronenwerker" arbeiten auf eigene Rechnung

Dieser „Haufen an Mietern“ (Kai Bredthauer) macht die Kronenwerke für Nutzer und Besucher interessant, kann aber auch Kopfschmerzen bereiten: Wenn sich nicht alle in allem einig sind oder wenn es darum geht, kraftvoll mit der Stadt Bückeburg zu verhandeln. So gelang es nicht, der Kommune einen Zuschuss für den Umbau der Toiletten aus dem Kreuz zu leiern. Die Zeiten, in denen die Toiletten eher zu einem Drittweltland als zu einer ehemaligen Residenzstadt passen, dürften allerdings vorbei sein: Die „Kronenwerker“ säubern, kacheln und verfugen jetzt auf eigene Rechnung.

„Nach diesem Prinzip verfahren wir hier auf dem Gelände ohnehin: Immer wenn gerade Geld da ist, setzen wir irgendeinen Teil der Kronenwerke instand“, sagt Bredthauer. „In 17 Jahren“ wolle man fertig sein, schiebt er hinterher. Dabei muss er zwar grinsen, aber dennoch dürfte die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass die Kronenwerke schneller fertig werden als – um ein Beispiel zu nennen – der Berliner Flughafen.

Das ist aber alles Zukunftsmusik, jetzt wird erst einmal die Osternacht gerockt. „Einlass ist um 18 Uhr, die Musik soll gegen 19 Uhr beginnen, und der Eintritt beträgt – wie in jedem Jahr – schmale drei Euro“, sagt Organisatorin Nadine Langrzik. Um noch einmal auf den demografischen Wandel zurückzukommen: In der Osterrocknacht sind an den Kronenwerken alle Altersgruppen herzlich willkommen. „Wir lassen auch 70-Jährige rein“, verspricht Kai Bredthauer. ab