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„Ich werde Dich schön verprügeln“

Bückeburg „Ich werde Dich schön verprügeln“

Vielleicht kommt er nicht darüber hinweg, dass Schluss ist: Noch Jahre nach der Trennung soll ein 41-Jähriger seine Ex verfolgt und bedroht haben. Vor dem Amtsgericht in Bückeburg hat jetzt der Prozess gegen den Mann begonnen.

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Quelle: dpa

Bückeburg. Angst ist ihr täglicher Begleiter. „Diese Person macht mich seit sieben Jahren fertig“, sagt die Frau (35) über ihren Verflossenen, nachdem sie im Zeugenstand Platz genommen hat. Dann fließen Tränen. Maxie Böllert-Staunau, die Anwältin des mutmaßlichen Opfers, setzt sich als Zeugenbeistand daneben.

 Dies erregt den Unmut von Verteidiger Christian Antpöhler, während Richter Armin Böhm nichts dagegen hat. Antpöhler sieht in Böllert-Staunau keinen Zeugenbeistand und meint, dass diese auf die Zuhörerbänke gehört. Prompt zückt er seinen Kugelschreiber, um einen Befangenheitsantrag gegen Richter Böhm zu formulieren. Dies ist nicht die erste Meinungsverschiedenheit.

 Gleich zu Beginn hat der Verteidiger sich geweigert, dem Richter seine vom Angeklagten unterzeichnete Vollmacht auszuhändigen, nicht einmal als Kopie. „Ich weiß nicht, warum das von ihrer Seite so hochkocht“, fragt Böhm sich später, nachdem die beteiligten Juristen mehrfach aneinander geraten sind.

 Zur Last legt die Staatsanwaltschaft Antpöhlers Mandanten, einem Handwerker aus Bremen, Bedrohung, Beleidigung und versuchte Nötigung, insgesamt sieben Taten, begangen allesamt in Bückeburg. Im Internet soll der Mann seiner Ex das Leben zu Hölle gemacht haben.

 „Ich finde heraus, wo Du in Bückeburg wohnst“, soll er ihr bei Facebook in seiner Heimatsprache geschrieben haben. „Wir werden uns treffen“, kündigt der Verfasser an, dessen Identität indes noch bewiesen werden muss. Einmal möchte er die Frau „entführen und auf die Malediven bringen“, wo „beide sterben“ würden. „Du gehörst mir“, stellt der Schreiber an anderer Stelle fest.

 Im Ton schwankt das, was der 41-Jährige seiner ehemaligen Verlobten geschrieben haben soll, zwischen aggressiv, weinerlich und euphorisch. „Wenn ich Dich in die Finger kriege, werde ich Dich schön verprügeln“, heißt es beispielsweise. Dann wieder preist der Autor seine angeblichen Qualitäten als Liebhaber und verspricht wahre Wonnen. Getrennt hatte sich das Paar 2007. „Er möchte, dass ich zurückkomme, weil ich sein Eigentum bin“, versucht die Frau zu erklären.

 Zum Prozess ist der Bremer nicht erschienen. Anwalt Antpöhler hat seinem Mandanten „wegen der gespannten Situation davon abgeraten“. Zu den Vorwürfen möchte sich der Angeklagte nicht äußern. Wäre der 41-Jährige zum Prozess gekommen, hätte er durch eine Sicherheitsschleuse gemusst, in der mehrere Wachtmeister sämtliche Besucher der Justiz durchsuchen, speziell nach Waffen.

 Nach dem Befangenheitsantrag, über den bislang aber noch nicht entschieden ist, hat Richter Böhm die Hauptverhandlung zunächst ausgesetzt. Ein neuer Verhandlungs-Termin steht derzeit noch nicht fest. ly

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