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Bückeburg Stadt Im Dschungel-Einsatz
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Im Dschungel-Einsatz
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00:25 26.02.2015
Ist die Hand gebrochen? Interhelp-Notarzt und Radiologe Dr. Nicolas Jorden, Alexander zu Schaumburg-Lippe (links), Reinhold Klostermann und Ulrich Behmann im Hilfseinsatz auf Sri Lanka. Quelle: pr.
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Bückeburg

Der Bückeburger hat sich auf Sehhilfen spezialisiert. Vor drei Jahren ließ er sich am Scheitelbrechwertmesser ausbilden. Seitdem kann er mit dem Gerät, das an ein Mikroskop erinnert, die exakte Stärke von Brillengläsern bestimmen und so sri-lankischen Optikern zuarbeiten. Die gespendeten Brillen werden kostenlos an Menschen verteilt, für die eine Sehhilfe unerschwinglich ist. Wer als Näherin arbeitet und den Faden nicht mehr ins Nadelöhr einfädeln kann, verliert den Job, kann sich und seine Familien nicht mehr ernähren.

 Alexander zu Schaumburg-Lippe will ein „aktiver Schirmherr“ sein, nicht einer, der ausschließlich repräsentiert. „Ich möchte selbst vor Ort mitarbeiten, ein Teil des Helferteams sein“, sagt er. Deshalb ist er extra Sanitäter geworden. Begleitet wird der 56-Jährige vom Interhelp-Vorsitzenden Ulrich Behmann, dem Rettungssanitäter Michael Görbing und dem Unternehmer Stefan Golze, der ein vom Rotary Club Hameln finanziertes Interhelp-Haus im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet von Sri Lanka an eine Familie übergeben will. Weitere Häuser wurden im ehemaligen Kriegsgebiet mit Spenden aus Bückeburg und Minden gebaut. „Wir werden auch diesmal Grundsteine für weitere Interhelp-Häuser legen“, verrät Schaumburg-Lippe.

 Bereits seit Sonnabend ist ein Team der Interhelp Medical Task Force im Süden der Insel im Einsatz. „Wir sind zunächst von einer kleinen Dschungel-Klinik um Hilfe gebeten worden, haben dann vom Gesundheitsministerium die Genehmigung erhalten, Behandlungen in entlegenen Gebieten durchzuführen“, erklärt Vorsitzender Behmann. Am Sonnabend warteten die Menschen vor dem Helianto-Kindergarten in Bondupitiya stundenlang geduldig in der Sonne auf das Notarztteam aus dem Weserbergland. Privatdozent Dr. Franz-Josef Vonnahme, die Krankenschwester Regina Gilke und der Lehrrettungsassistent Reinhold Klostermann arbeiten vor Ort gemeinsam mit zwei Ärzten und Dolmetschern aus Sri Lanka zusammen. Auch die einheimischen Helfer sind für Interhelp im Einsatz. 209 Patienten wurden am ersten Tag versorgt.

 „Wir haben einen Säugling und ein fünfjähriges Mädchen vor dem sicheren Tod bewahren können“, sagt der Leiter der Task Force, Reinhold Klostermann. „Die Menschen hier brauchen uns. Viele waren schon seit Jahren nicht mehr bei einem Arzt“, sagt Schwester Regina, die in Hameln in der Notaufnahme des Sana-Klinikums arbeitet. Die ehrenamtlichen Helfer arbeiten jeden Tag an einem anderen Ort. r

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