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Im Zeichen des Dialogs

Bückeburg / "Kirmes" Im Zeichen des Dialogs

Die alljährliche „Kirmes“ der Kuba-Moschee an der Trompeterstraße hat ganz im Zeichen des Dialogs und des Gesprächs gestanden. Es sei wichtig, miteinander zu sprechen, gab Ergün Koskan den Gästen mit auf den Weg. Ziel müsse es sein, Misstrauen und Vorurteile abzubauen.

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Mehmet Dundar und Mehmet Sag (rechts) bereiten einen Rindfleisch-Hackspieß zu: „Das Geheimnis liegt in den Gewürzen“, sagen sie.

Quelle: mig

Genießer wissen es längst: Die alljährliche „Kirmes“ der Kuba-Moschee ist eine Reise wert. Überall gibt es kulinarische Köstlichkeiten – von der sämigen Linsensuppe bis hin zum langen Rindfleischspieß, der über dem kleinen Grill brutzelt.

„Wollen sie mal probieren?“ Mehmet Sag klappt Fladenbrot um den kleinen Spieß und reicht ihn weiter. Langes Schweigen – der Gast kaut genüsslich. „Schmeckt es?“, fragt Sag freundlich. Ein Kopfnicken muss genügen, der Mund ist voll. So sollte Fleisch immer schmecken, da besteht kein Zweifel. Was alles in den Klassik-Döner reinkommt? Der Grillmeister schaut verschmitzt und wiegt den Kopf. Das wolle er lieber nicht sagen, meint er lächelnd. Reden ist Silber, schweigen ist Gold, heißt das wohl. Nur eines lässt sich Sag, der seit vielen Jahren hinter dem Rost steht, entlocken: Es kommt auf die besondere Zubereitung an. Knoblauch, Öl und „die richtigen Gewürze“ hätten alle: „Das ist aber nur ein Teil des Geheimrezepts.“

 Spannend ist auch der nächste Programmpunkt der alljährlichen Kirmes: eine Führung durch den Gebetsraum der „Küba-Cami“. Vor der Treppe stehen schon zahlreiche Schuhpaare, Sprecher Ergün Koskan erläutert den Grund: „Muslime könnten beim Neigen die Schuhe des Vordermannes berühren.“ Das sei nicht erwünscht und könnte die Konzentration stören. Oben angekommen werden die Unterschiede zu einer christlichen Kirche noch deutlicher. An den Wänden hängen Gebetsketten, der Boden ist mit einem weichen Teppich ausgekleidet. Und die Gebetszeiten? Werden von einer Digitaluhr angezeigt, die an der Rückseite des Saals angebracht ist. „Ganz schön modern“, findet ein Gast. Aber warum müssen Frauen und Männer auch in der Kuba-Moschee getrennt beten, will eine Besucherin von Imam Mehmet Kalemci wissen. Die Antwort ist so einfach wie naheliegend: „Weil Frauen und Männer einander ablenken würden.“

Sprecher Ergün Koskan ist es dann, der mit sehr eindringlichen Worten für ein besseres Verständnis unter den Konfessionen eintritt und für mehr Kontakt untereinander wirbt. „Wir würden uns noch viel mehr Gespräche wünschen, jeder ist bei uns willkommen.“ Das Interesse sei jedenfalls vorhanden, wie die „Lange Nacht der Kultur“ mit ihrem Besucheransturm gezeigt habe. „Bei uns war unglaublich viel los.“ Das habe ihn sehr gefreut, auch wenn er nachvollziehen könne, warum Muslimen manchmal noch mit Misstrauen begegnet wird. „Dafür haben wir selbst gesorgt“, sagt der Chef einer Zulieferfirma. Und: „Es gibt Menschen, die den Islam für ihre Zwecke missbrauchen.“ Wer Terroranschläge verübe, „der gehört nicht zu uns“.

 Ein Besucher formuliert es drastischer: „Faule Eier gibt es überall, bei Ihnen und auch bei uns.“ Man könne nicht alles so machen wie vor 200 bis 300 Jahren, ergänzt Koskan. „Man muss mit der Welt mitleben.“ Gleiches gelte für das Leben im Gastland, das der Bückeburger als ein „Geben und Nehmen“ sieht. Wer den Menschen gut begegne, der werde auch von ihnen gut behandelt, „das habe ich in Deutschland immer wieder so erlebt.“ Positiv, so Koskan weiter, sei auch die deutsch-türkische Ausbildung der Imame in Osnabrück. Diese Ausbildung stelle sicher, dass der Koran „von der Quelle kommt und nicht etwas anderes gesagt wird, das da gar nicht steht“. mig

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