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Immer ein Suchender

Premieren-Lesung in Bückeburg Immer ein Suchender

Aus dem nahezu unerschöpflichen Fundus Hermann Hesses hat sich ein Abend bedient, für dessen Ausgestaltung der Bückeburger Kulturverein Frank Suchland und Stefan Winkelhake verpflichtet hatte. Der Autor, Komponist und Rezitator sowie der Pianist näherten sich dem Literatur-Nobelpreisträger unter dem Motto „In die flüchtige Luft unsere Namen“.

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Frank Suchland trägt Hermann Hesse vor.

Quelle: bus

BÜCKEBURG. Rund anderthalb Stunden lang vermittelte das Duo mit der Premieren-Lesung seinem in die „ausverkaufte“ Stadtbücherei eingeladenen Publikum jede Menge Wissenswertes aus dem Leben des Schriftsteller, Dichters und Malers.

Dass die Vermittlungen sich insbesondere auf das dichterische Schaffen des vorwiegend mit Prosawerken wie „Siddhartha“ und „Der Steppenwolf“ bekannt gewordene Sohnes eines deutsch-baltischen Missionars konzentrierten, machte durchaus Sinn. „Hesse insgesamt zu erfassen, ist nicht einfach“, erläuterte Suchland. Welchen komplexen Verlauf dessen Vita genommen habe, verdeutliche bereits der Umstand, dass er dreimal verheiratet gewesen ist. Zudem habe es Hesse zeitlebens Schwierigkeiten bereitet, seinen Platz zwischen bürgerlicher und künstlerischer Existenz zu finden.

„Er war immer ein Suchender“, legte Suchland dar. Der Spagat zwischen dem mit allerhand Freiheiten einhergehenden Künstlerleben und der Sehnsucht nach Sicherheit, Wärme, Vertrauen und Liebe habe nicht zuletzt in Hesses rund 1400 Gedichten einen tief greifenden Niederschlag gefunden. Während das eingangs rezitierte „Im Nebel“ – „wahrlich keiner ist weise / der nicht das Dunkel kennt“ – betrübliche Seiten aufzeigte, schimmerte bei „Stufen“ – „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne / der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“ – bereits Tröstliches durch.

Dass Hesse unterdessen auch über humoristische Adern – Suchland: „Das hätte man ihm so nicht zugetraut“ – verfügte, stellten die Verse von „Zu Johannes dem Täufer sprach Hermann der Säufer“ unter Beweis: „Andre Dichter trinken auch / dichten aber nüchtern / umgekehrt hab ich’s im Brauch / nüchtern bin ich schüchtern / aber so beim zehnten Glas / geht die Logik flöten / dann macht mir das Dichten Spaß. / Ohne zu erröten / preise ich des Daseins Frist / lobe aus dem Vollen / bin Bejahungsspezialist / wie’s die Bürger wollen.“

Wie Kulturvereinsgeschäftsführerin Johanna Woydt erläuterte, hatte der Abend ursprünglich eine von Christiane Seele sowie Marchela Margaritova-Duhneva und Anja Bilabel begonnene Reihe der zurückliegenden Spielzeit beschließen sollen.

Seele hatte unter dem Motto „Hermann Hesse – seine Bilder“ im Museum referiert; Margaritova-Duhneva (Querflöte) und Bilabel (Sprecherin) waren mit einem dreiteiligen poetischen Hörstück im Ratskeller zu Gast gewesen. bus

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