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Immer haarscharf am Abgrund

Bückeburger Tierheim Immer haarscharf am Abgrund

Es ist kein einfaches Jahr, auf das die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung, Monika Hachmeister, zurückblickt. Einmal mehr lavierte der Trägerverein 2015 haarscharf am Konkursabgrund vorbei – und das trotz extremer Sparbemühungen.

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Traditionell gibt es zu den Festtagen für die vierbeinigen Bewohner des Tierheims eine besondere Bescherung mit Leckerli und Spielzeug. jp

Bückeburg. Doch außer Schatten gibt es auch hoffnungsvolle Nachrichten zu vermelden: Zum einen waren die Vermittlungszahlen noch nie so hoch. Zum Zweiten ist die allgemeine Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für das Tierheim nach wie vor ungebrochen. Zudem scheinen sich angesichts des leicht zurückgegangenen Zustroms an Katzenbabys tatsächlich allererste Auswirkungen der Kastrationspflicht anzudeuten.

 Vor allem ein Umstand verhinderte, dass das Tierheim endlich finanziell in etwas ruhigere Fahrwasser steuern konnte: Trotz der prinzipiellen Einigung mit den Vertragskommunen auf die erhöhten Betriebskostenzuschüsse sind immer noch nicht alle Details ausverhandelt, somit auch noch nicht alle Zuschüsse von den Kommunen überwiesen. Wegen der fest eingeplanten, aber nicht eingegangenen Gelder hatte der Tierschutzverein kurzfristig im November und Dezember drei Adventsbasare anberaumt. Das half – zusammen mit einer Vielzahl von Spenden und Sachzuwendungen – tatsächlich, den Engpass kurzfristig zu überbrücken: „Diese Weihnachtsspenden haben uns gerettet“, so Hachmeister.

 Noch einen weiteren Erfolg kann sich der Verein 2015 ans Revers heften: Mehr als 200 Katzen wurden vermittelt. „Eine so großartige Quote hatten wir noch nie. Wir vermitteln nicht nur nach Bückeburg, sondern im gesamten Schaumburger Raum, nach Hameln und sogar bis nach Hannover – und nicht nur Jungkatzen, sondern auch viele ältere und schwer vermittelbare Tiere.“ Und nur ein einziges dieser Vermittlungstiere kam anschließend wegen eines Allergiefalles wieder ins Tierheim zurück, alle anderen fanden in ihren neuen Familien eine dauerhafte Bleibe. Die Tierheim-Chefin beharrt daher weiterhin auf den vorgeschriebenen Vorabkontrollen bei den künftigen Besitzern, um Fehlvermittlungen zu vermeiden. „Gerade die Erfolge in diesem Jahr zeigen, wie wichtig diese sind.“

 Dass inzwischen schon wieder fast 100 Katzen im Tierheim untergebracht sind, ist auf eine Entwicklung zurückzuführen, wie sie Hachmeister so zuvor noch nie erlebt hat: Statt mit Katzenbabys wird das Tierheim seit Jahresmitte mit erwachsenen, teilweise hochbetagten Fundkatzen fast überschwemmt. Tiere aus freier Wildbahn sind dabei, aber auch aus Abbruchhäusern und leeren Wohnungen, wo sie von ihren ehemaligen Besitzern einfach zurückgelassen wurden, oder aus dem Besitz von Demenzpatienten, Suchtkranken und psychisch Kranken ohne Angehörige, die in Heimen oder Kliniken untergebracht werden mussten und um deren Vierbeiner sich niemand mehr kümmert. Viele dieser Katzen sind völlig verwahrlost, stammen aus desolaten Verhältnissen, wo sie nie geimpft, nie kastriert, nie entfloht und nie entwurmt wurden.

 „Wenn Sie einem solchen Neuzugang auch nur die allernotwendigste Behandlung zukommen lassen, sind Sie schnell bei über 400 Euro pro Katze.“

 Als Drittes schlugen dem Tierschutzverein einige unausweichliche Reparaturen an Gebäude und Fahrzeugen ins Kontor. Richtige Sorgen macht sich Hachmeister beispielsweise um die Heizung: „Wenn die irgendwann ausfällt, ist Holland in Not.“ Entmutigen lässt sie sich nicht: „Wir haben es bis jetzt geschafft und werden auch weiter versuchen, es zu schaffen.“ jp

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