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Immer weniger wollen Sachbücher lesen

Bückeburg / Stadtbücherei stellt sich den Anforderungen des Internet-Zeitalters Immer weniger wollen Sachbücher lesen

Die Stadtbücherei kann auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken. Die Medienausleihe ist mit 90499 um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und auf den höchsten Stand seit 2006 gestiegen, ebenso die die Anzahl der Benutzer, insbesondere von Kindern und Erwachsenen im mittleren Alter.

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Da strahlen nicht nur die Lütten: Mit der „Vorlese-Uni“ führt die Stadtbücherei die Kinder ans Lesen heran und sorgt nebenher dafür, dass die Benutzerzahlen steigen. Denn wenn die Kinder lesen wollen, müssen auch die Eltern dabei sein.

Quelle: Archiv

Bückeburg (rc). Zudem ist der Medienbestand durch eine große Anzahl von Aussonderungen und Neuzugängen auf Vordermann gebracht worden. Und die Öffentlichkeitsarbeit ist verbessert worden.

 Sorgen bereitet Büchereileiterin Kathrin Bormann allerdings der Wandel der Mediennutzung: weg vom gedruckten Wort hin zum Internet. Der Hauptträger der Ausleihen, das Sachbuch, wird immer weniger ausgeliehen. 2011 lag der Anteil bei 42,8, 2010 noch bei 46,5 Prozent. „Ein Trend, den wir seit Jahren beobachten“, wie die Büchereileiterin im Ausschuss für Kultur und Tourismus bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes sagte. Daher werde der Sachbuchbereich Zug um Zug umstrukturiert und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst, die die Bücherei hauptsächlich erreichen will: Erwachsene mittleren Alters mit Kindern und Senioren ab 60. „Da droht etwas wegzubrechen, wenn keine Trendwende geschafft wird“, orakelte Ratsherr Friedel Pörtner (CDU).

 Sorgen bereitet der Stadtbücherei auch die dünne Personaldecke: Außer der Leiterin mit einer Ganztagsstelle gibt es eine Dreiviertelstelle und eine Auszubildende, dazu kommen vier Ehrenamtliche. So sei die Zusammenarbeit mit örtlichen Einrichtungen wie Begegnungsstätte und Museum, von der beide Partner profitieren „sicherlich ausbaufähig“, wie auch bei der Leseförderung und Kooperation mit den örtlichen Kindergärten und Schulen es noch viele Möglichkeiten gebe: „Für die es aufgrund der niedrigen Personaldecke keinen Spielraum gibt.“ Die Verantwortung in die Hände von Ehrenamtlichen zu legen, sei in diesem Bereich nur bedingt sinnvoll, so Kathrin Bormann weiter, obwohl „Lese-Uni“ und die Teilnahme am Lesestart-Projekt nur durch Ehrenamtliche möglich seien.

 Positiv zum Anstieg der Ausleihen hat nach Darstellung der Leiterin beigetragen, dass die Nutzer mehr CDs und DVDs ausleihen dürfen als zuvor. Auch die Umstrukturierung der Zeitschriften und Abschluss neuer Abonnements hat zum Anstieg beigetragen. Im Bestandsaufbau liegen die Schwerpunkte weiterhin im Kinder- und Jugendbereich, der Umbau des Sachbuchbereichs hin zur Nutzerorientierung sowie Hörbücher für Erwachsene als auch Kinder. Durch die Teilnahme am bundesweiten Projekt „Lesestart“ ist der Kinderbuchbereich vermehrt mit Bilderbüchern, Pappbilderbüchern und Kindersachbüchern ausgebaut worden.

 Was sich auch bei den Neuanmeldungen und der Altersstruktur der Nutzer niedergeschlagen hat. 2011 meldeten sich 324 Nutzer neu an, 24 Prozent davon waren Kinder 42 Prozent Erwachsene zwischen 30 und 59. „Hier hat sich die Ausrichtung der Stadtbücherei als familienfreundlich und vom Schwerpunkt auf Kleinkinder und ihre Familien ausgerichtet, bemerkbar gemacht“, so Bormann. Entsprechend stark sind Kinder und Erwachsene in der Altersstruktur vertreten, Lücken klaffen bei den 13 bis 17-Jährigen (9,6 Prozent aller Nutzer) und den 18 bis 29-Jährigen ( 11,5 Prozent).

 In der Öffentlichkeit war die Bücherei 2011 mit 42 Veranstaltungen präsent; sei es beim Familientag, bei der Ferienspaßaktion, der Langen Nacht, „Lese-Uni“ bis 10 Jahre und Autorenlesungen und Lesungen für Erwachsene. Für 2012 soll eine ähnliche hohe Zahl an Veranstaltungen die Blicke auf die Bücherei an der Schulstraße lenken.

Bücherei wird 100 Jahre

Die Stadtbücherei kann in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum feiern: Sie wird 100 Jahre alt und ist seit 25 Jahren in der „Alten Lateinschule“ an der Schulstraße beheimatet. Grund für die Einrichtung, dass Doppeljubiläum mit einem Tag der offenen Tür gebührend zu feiern und zwar am Sonabend, 29. September. Ab 11 Uhr wird ein buntes Programm rund um die Bücherei geboten. Es werden Einblicke in den Betriebsablauf der Bücherei gegeben oder aber die „Vorlese-Uni“ die Kinder unterhalten. Dazu kommt eine Buchbinderin, die das alte Handwerk vorführt oder aber musikalische Unterhaltung. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee und Kuchen gesorgt.

In den kommenden Monaten wird ein Fotowettbewerb zum Thema „Lesen“ initiiert. Die eingesandten Fotos werden am Tag der offenen Tür ausgestellt. Die Besucher sollen in einer Abstimmung über das beste Foto entscheiden, so die Planungen von Büchereileiterin Kathrin Bormann.

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