Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt Immer wieder mahnen und erinnern
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Immer wieder mahnen und erinnern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 12.11.2017
Am Gedenkstein hinter dem Stadthaus wird an die jüdischen Mitbürger erinnert, die unter dem Naziterror gelitten haben oder in den Konzentrationslagern getötet worden sind. Quelle: kk
Anzeige
BÜCKEBURG

Sein Blick richtete sich dabei besonders auf eine Gruppe junger Leute, die den Altersdurchschnitt der recht gut besuchten Feierstunde erheblich senkten: Adolfinum-Schulleiter Michael Pavel war mit Schülern seines Kurses „Werte und Normen“ zur Gedenkstunde gekommen.

Vor 79 Jahren wurden während der Pogromnacht auch in Bückeburg Juden beraubt und gequält, ihre Synagoge geplündert. Viele ehrbare Bürger sahen weg, viele waren beteiligt. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Der Lebensweg vieler jüdischer Bürger endete in den Konzentrationslagern der Nazis. „Das ist niemals wieder gutzumachen“, führte Brombach aus, bevor er im Namen der Stadt am Gedenkstein hinter dem Stadthaus einen Kranz niederlegte. Allerdings müsse man daraufhinwirken, dass sich derartige Verbrechen niemals wiederholten. Darum das stetige Erinnern, darum diese Gedenkfeier.

Pastor Wieland Kastning erinnerte in seiner Ansprache zunächst an ein ausgesprochen freudiges Ereignis: Er habe in diesem Jahr gemeinsam mit einer jüdischen Kantorin auf dem Gut Remeringhausen ein evangelisch-jüdisches Ehepaar getraut. Eine Zeremonie mit Symbolcharakter und ein Zeichen der Hoffnung, so Kastning. Aber auch heutzutage gebe es noch immer Anfeindungen gegen jüdische Mitbürger – und das nicht nur in der Anonymität von Chaträumen im Internet. „Darum brauchen wir die Erinnerung“, sagte der Pastor. Und: „Das kollektive Stadtgewissen in Bückeburg muss wach bleiben.“

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Posauenchor Bückeburg. kk

Anzeige